31.01.13

Tierfarm

86 Kamele sterben bei Feuer in Baden-Württemberg

Auf einer bei Familien beliebten Kamelfarm bei Calw verbrannten 86 Tiere, nur fünf überlebten. Warum es zu dem Feuer kam, ist unklar. Auf dem Hof wurden unter anderem tiergestützte Therapien angeboten.

Foto: dpa

Der Kamelhof in Ebhausen-Rotfelden (Baden-Württemberg) steht in Flammen, 86 Kamele sind bei dem Großbrand ums Leben gekommen
Der Kamelhof in Ebhausen-Rotfelden (Baden-Württemberg) steht in Flammen, 86 Kamele sind bei dem Großbrand ums Leben gekommen

Verkohlte Reste und fassungsloses Entsetzen: Bei einem Großbrand auf einer Kamelfarm in Ebhausen (Kreis Calw) sind am frühen Morgen 86 Kamele ums Leben gekommen. Nur fünf Tiere konnten nach Angaben der Polizei gerettet werden. Menschen wurden nicht verletzt. Die Brandursache war zunächst unklar.

"Wir ermitteln in alle Richtungen", sagte ein Sprecher. Der Schaden wird auf ein bis zwei Millionen Euro geschätzt. Der Eigentümer, seine Familie und Mitarbeiter der Farm mussten am Ort von Seelsorgern betreut werden. "Sein Lebenswerk ist abgebrannt", sagte ein Polizist.

Das Feuer war um 2.13 Uhr von Anwohnern gemeldet worden. Noch bis zum späteren Morgen gab es kleinere Flammennester, überall war Brandgeruch in der Luft. "Die Feuerwehr hat aber alles unter Kontrolle", sagte ein Polizeisprecher. Bis alle Glutnester gelöscht sind, dürfte es nach seiner Einschätzung noch Tage dauern.

"Fata Morgana" im Schwarzwald wurde kritisch gesehen

"In der vergangenen Nacht ist der Kamelhof abgebrannt. Der größte Teil der Tiere ist dabei umgekommen. Wir bitten Sie, im Augenblick von Anrufen abzusehen. Danke!", heißt es auf der Homepage der Kamelfarm.

Der 73-jährige Besitzer stand unter Schock. Er hatte dem ungewöhnlichen Projekt im Schwarzwald sein halbes Leben gewidmet. Den Hof hatte er eigentlich aus Altersgründen abgeben wollen. Er hatte aber nach früheren Angaben noch keinen Käufer gefunden.

Mit seinen rund 90 Tieren war der Kamelhof Ebhausen-Rotfelden eine Seltenheit. Die "Fata Morgana" im Schwarzwald war von manchen anfangs kritisch gesehen worden.

Nichts deutet auf Brandstiftung hin

Auf dem Kamelhof konnten Besucher die Paarhufer streicheln, reiten oder an tiergestützten Therapien teilnehmen. Verhaltensforscher und Ernährungswissenschaftler interessierten sich für das Projekt. Kamelmilch wird teilweise als Heilmittel verwendet, etwa bei Nahrungsmittel-Allergien.

Rund 100 Feuerwehrleute aus den umliegenden Gemeinden kämpften gegen das Feuer, doch für die meisten Tiere kam jede Hilfe zu spät. Der Stall, in dem sie untergebracht waren, brannte komplett aus. Fünf Tiere soll der Besitzer persönlich gerettet haben.

Schon am Morgen waren mehr als zehn Kripobeamte vor Ort, darunter Kriminaltechniker und Brandsachverständige vom Landeskriminalamt. Es deute nichts auf Brandstiftung hin; sie werde aber auch nicht ausgeschlossen, sagte ein Ermittler. "Wir suchen die Nadel im Heuhaufen."

Quelle: dpa/jds
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