30.01.2013, 18:54

"Costa Concordia" Unglücks-Kapitän Schettino will zurück ans Steuer


Francesco Schettino steht vor Gericht

Foto: MAX ROSSI / REUTERS

Er soll für den Tod von mehr als 30 Menschen verantwortlich sein, dennoch fordert der „Costa Concordia“-Kapitän Francesco Schettino ein erneutes Kommando. Seine Kündigung will er nicht akzeptieren.

Der Kapitän des havarierten Kreuzfahrtschiffs "Costa Concordia" kämpft gerichtlich weiter gegen seine Entlassung bei der Genueser Reederei Costa Crociere.

Francesco Schettino erschien vor Gericht in der Stadt Torre Annunziata in der Nähe von Neapel zu einer nicht öffentlichen Anhörung. Vom Gericht bestellte Gutachter werfen Schettino vor, vom geplanten Kurs abgewichen zu sein und damit die Havarie mit 32 Toten vor rund einem Jahr verursacht zu haben.

Schettino weißt die Vorwürfe und damit den Kündigungsgrund zurück. Auf die Frage, ob er wieder ein Schiff kommandieren würde, antwortete Schettino: "Ja – auf jeden Fall." Er pocht darauf, dass sein Lenkmanöver Menschenleben gerettet habe und dass der Fels, mit dem das Schiff kollidierte, nicht auf seiner Karte verzeichnet gewesen sei.

An einem anderen Gericht wird derzeit noch entschieden, ob gegen Schettino unter anderem wegen Totschlags Anklage erhoben wird.

(dapd/kami)
So, 13.01.2013, 12.22 Uhr

Vor einem Jahr sank die Costa Concordia vor der italienischen Insel Giglio. Dabei starben 32 Menschen, darunter 12 Deutsche. Nicht nur für die Kreuzfahrtindustrie hatte das Unglück nachhaltige Folgen.

Video: dapd
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