29.01.13

USA

Texas will 51-Jährige mit Giftspritze hinrichten

Zum ersten Mal nach fast drei Jahren soll in den USA wieder eine Frau hingerichtet werden: Die 51-jährige Kimberly McCarthy soll für den Mord an ihrer Nachbarin eine tödliche Injektion erhalten.

Foto: AFP

Kimberly McCarthy soll eine alte Frau getötet haben, weil sie ihren Diamantring stehlen wollte
Kimberly McCarthy soll eine alte Frau getötet haben, weil sie ihren Diamantring stehlen wollte

Um genau 18 Uhr Ortszeit soll Kimberly McCarthy in Texas sterben. Die 51-Jährige wird vermutlich im Staatsgefängnis von Huntsville mit einer Giftspritze hingerichtet werden. Sie wäre damit die erste Frau in den USA seit fast drei Jahren, an der die Todesstrafe vollzogen wird.

McCarthy sitzt in der Todeszelle, weil sie 1997 ihre Nachbarin, die 71-jährige Dorothy Booth, überfallen, ausgeraubt und ermordet haben soll. Ihr werden außerdem die Morde an zwei weiteren älteren Damen zur Last gelegt.

McCarthy wurde 1998 von einem Gericht in Dallas des Mordes an Booth schuldig gesprochen und zum Tode verurteilt. 2001 kippte ein Berufungsgericht in Texas das Urteil, weil McCarthy bei ihrer Befragung nach der Verhaftung kein Anwalt zur Verfügung stand, obwohl sie danach verlangt hatte.

Sie wurde ein Jahr später in Dallas erneut schuldig gesprochen und wieder zum Tode verurteilt. Das Berufungsgericht in Texas stimmte dem Urteil wenig später zu.

Zwölf Frauen seit 1976 hingerichtet

Frauen landen in den USA relativ selten in der Todeszelle. Seit der Supreme Court die Todesstrafe 1976 wieder einführte, wurden nur zwölf weibliche Häftlinge hingerichtet. Laut Death Penalty Information Center war die letzte Frau, die in einem US-Gefängnis hingerichtet wurde, Teresa Lewis. Sie starb am 23. September 2010 in Virginia an einer tödlichen Injektion.

In der selben Zeitspanne wurden hingegen mehr als 1300 Männer hingerichtet. Es sei unklar, warum Strafverfolger in den USA offensichtlich nachsichtiger mit Frauen umgingen, sagt Richard Dieter, Chef des Death Penalty Information Center. Immerhin begingen sie landesweit zehn Prozent aller Morde. Dieter weist darauf hin, dass eine Straftat in der Regel erst durch Vergewaltigung, Raub oder Misshandlung zum Kapitalverbrechen werde.

McCarthys Anwalt vermutet laut "Daily Mail", dass seiner Mandantin ihr Drogenkonsum zum Tatzeitpunkt zum Verhängnis wurde: Sie war seinerzeit abhängig von Kokain.

Quelle: Reuters/ire
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