29.01.13

Kiel

Tod von Ex-Staatssekretär Lorenz gibt Rätsel auf

Am Sonntag war der Leichnam von Ulrich Lorenz im Wasser gefunden worden - in der Nähe seiner Kanzlei. Die Todesumstände sind völlig unklar.

Foto: picture-alliance / dpa

Trauer und Bestürzung bei Kollegen und Weggefährten: Ex-Innenstaatssekretär Ulrich Lorenz ist tot
Trauer und Bestürzung bei Kollegen und Weggefährten: Ex-Innenstaatssekretär Ulrich Lorenz ist tot

Der Tod des früheren Kieler Innenstaatssekretärs Ulrich Lorenz gibt den Ermittlern weiter Rätsel auf. Bisher ist völlig unklar, weshalb der 57-Jährige am Sonntag starb. "Die Todesumstände müssen noch geklärt werden", sagte Oberstaatsanwältin Birgit Heß am Dienstag.

Im Laufe des Tages soll der Tote obduziert werden. Bisher war offen, ob es ein Unfall, ein Verbrechen oder ein Freitod war. Der Leichnam des Rechtsanwalts war am Montag im Kieler Hafen gefunden worden, wo sich ganz in der Nähe seine Kanzlei befindet. Polizeitaucher bargen ihn vom Grund aus einer Tiefe von vier Metern.

Lorenz war am frühen Sonntagmorgen von seinem Wohnort Felde (Kreis Rendsburg-Eckernförde) mit dem Zug nach Kiel gefahren, um die Kanzlei in dem Gebäudekomplex Hörn-Campus aufzusuchen. Zwischen dem Bahnhof, wo er kurz vor 7 Uhr eintraf, und der fünf Fußminuten entfernten Kanzlei verlor sich seine Spur. Der Weg führt direkt am Wasser vorbei.

Weggefährten reagieren bestürzt

Lorenz war von 2000 bis 2009 Innenstaatssekretär in Kiel. Nach dem Bruch der großen Koalition hatte Lorenz als Rechtsanwalt in einer Kieler Sozietät gearbeitet. Noch im Frühling vorigen Jahres war der Jurist für die SPD bei den Koalitionsverhandlungen mit Grünen und SSW als Berater und Gestalter politisch aktiv. Unter Hinweis auf gesundheitliche Probleme lehnte es Lorenz damals ab, Staatskanzleichef zu werden.

Führende Landespolitiker wie Ministerpräsident Torsten Albig und Innenminister Andreas Breitner (beide SPD) reagierten bestürzt auf seinen Tod. "Uli, du wirst mir fehlen", schrieb Breitner auf Facebook. Mit Worten wie unfassbar, fassungslos und tieftraurig beschrieben Andere, die Lorenz gut kannten, ihre Empfindungen.

Simonis traurig und entsetzt

"Ich habe ein großes berufliches Vorbild an Kompetenz, Integrität und Menschlichkeit, vor allem aber einen guten Freund und Ratgeber verloren", äußerte Innenminister Breitner (SPD). Der SPD-Landesvorsitzende Stegner, der Lorenz aus langjähriger Zusammenarbeit in der Landesregierung kannte, zeigte sich ebenfalls schockiert. "Er war ein aufgrund seiner Kompetenz und seines Wissens allseits geschätzter Kollege und für mich auch ein persönlicher Freund und Weggefährte. Sein unerwarteter Tod macht mich sprachlos."

Mit Entsetzen und Trauer reagierte die ehemalige Ministerpräsidentin Schleswig-Holsteins, Heide Simonis, auf den Tod ihres früheren Staatssekretärs. "Ulrich Lorenz kannte sich in Schleswig-Holstein aus. Er war ein herausragender Verwaltungsfachmann und kümmerte sich auch um kleinste Details, wenn es darum ging, für Schleswig-Holstein, in Berlin oder Brüssel etwas zu erreichen", sagte Simonis. "Ulrich Lorenz hat sich um dieses Land sehr verdient gemacht."

Quelle: mm/dpa
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