28.01.13

Bahlsen-Klau

Auf der Suche nach dem gestohlenen Leibniz-Keks

Der 100 Jahre alte goldfarbene Bahlsen-Keks wurde gestohlen. Doch wie konnten die Keks-Diebe das 20-Kilo-Wahrzeichen unbemerkt von einer Außenfassade aus fünf Metern Höhe abmontieren?

Von Sigrun Stock
Foto: dapd

In der Mitte der Brezel hing der vergoldete "Leibniz-Keks", doch nun herrscht Leere
In der Mitte der Brezel hing der vergoldete "Leibniz-Keks", doch nun herrscht Leere

Krümelmonster hätte sich die Zähne ausgebissen an diesem Keks: Der hannoversche Gebäckhersteller Bahlsen vermisst sein Firmen-Wahrzeichen, den 100 Jahre alten goldenen Leibniz-Keks. Seit 1913 hing er an der Außenfassade des Stammhauses der Firma mitten in der Innenstadt von Hannover.

Nun wurde er geklaut, doch weder Bahlsen noch die Polizei haben am Freitag eine Idee, warum. War es eine Mutprobe? Eine lustig gemeinte Wette? Oder doch nur ein ganz banaler Metalldiebstahl? "Wir wissen es nicht, alles ist möglich. Wir sind fassungslos", seufzt eine Firmensprecherin im niedersächsischen Hannover. Firmenchef Werner M. Bahlsen setzte eine Belohnung von 1000 Euro aus.

Fest steht, dass es nicht so einfach gewesen sein dürfte, den Keks zu stehlen. Denn er hängt in etwa fünf Metern Höhe zwischen zwei bronzenen Männern außen an der Fassade des Stammhauses, ist 20 Kilo schwer und etwa einen halben Meter hoch. So muss der Täter entweder ein geübter Fassadenkletterer gewesen sein oder den Keks mit einer sehr langen Leiter oder einem Hubwagen gestohlen haben.

Vor den Augen der Passanten abmontiert

Hinzu kommt, dass das Stammhaus an einer belebten Straße liegt, rund 250 Bahlsen-Verwaltungsmitarbeiter gehen dort täglich ein und aus, rund um die Uhr fahren Autos vorbei. Am wenigsten auffallen dürfte ein Diebstahl dort wahrscheinlich am helllichten Tag – indem der Täter einfach als Handwerker auftritt, der den Keks vor den Augen aller Passanten abmontiert. "Den kann man sich nicht mal eben einfach so unter den Arm klemmen", sagt die Firmensprecherin.

Doch wozu der ganze Aufwand? Das Wahrzeichen ist Teil der Fassadenverzierung des Jugendstil-Bildhauers Georg Herting, jedoch nicht aus purem Gold, sondern lediglich aus vergoldeter Bronze. 20 Kilo Bronze bringen bei einem Schrotthändler im Internet derzeit gerade mal knapp 100 Euro ein. Wie viel das Firmen-Wahrzeichen tatsächlich wert ist, weiß man bei Bahlsen nicht. "Über den materiellen Wert können wir nichts sagen. Für uns zählt der ideelle Wert und der ist hoch", sagt die Sprecherin.

Im Unternehmen wurde auch nachgeforscht, ob nicht eine Kommunikationslücke Ursache für die ganze Aufregung ist. Natürlich sei nach den Hinweisen auf den Diebstahl als erstes überprüft worden, dass das Wahrzeichen nicht zur Restauration abgenommen wurde und deswegen nicht mehr hängt, sagt die Unternehmenssprecherin.

Mitarbeiterin schlug Alarm

Nicht einfacher wird die Suche nach dem Täter auch durch den Umstand, dass der Diebstahl eventuell tagelang nicht auffiel. Wann genau der Keks verschwand, ist unklar. Ein Bahlsen-Beschäftigter erinnert sich, das Wahrzeichen drei Tage nach Neujahr zum letzten Mal bewusst gesehen zu haben, erst an diesem Montag aber schlug eine andere Mitarbeiterin Alarm.

Bei der Polizei in Hannover gibt es bisher keine Hinweise auf den Keksdieb. "Möglicherweise ist war es ein Metalldiebstahl, aber das ist alles reine Spekulation", sagt Polizeisprecherin Jacobe Heers.

Quelle: dpa/mh
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