27.01.13

Dschungelcamp Tag 16

King Heindle der Erste - "Let's getty to Joey!!!"

Joey Heindle ist der Dschungelkönig 2013. Der kleine Junge mit dem großen Herzen setzte sich im Finale gegen die Kunstfigur Olivia Jones durch. Und zeigte damit, dass Ehrlichkeit am längsten währt.

Von Maike Jansen
Foto: Getty Images

Endlich zurück in der Zivilisation: Der frisch gekürte Dschungelkönig Joey Heindle posiert mit Zepter, Krone und Freundin Jacky für die Fotografen.

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"Dschungelkönig?!" "Nä!!" "Wie krass!!" "Danke, Fans!!" "Nee, nee, nee!" "Das kann nicht sein." "Oder doch?" "Wow." Es sind viele kurze Sätze, die Joey Heindle in den australischen Morgenhimmel brüllt, als er zum ersten Mal im Camp alleine ist. Direkt nachdem Sonja Zietlow und Daniel Hartwich die schon als klare Siegerin scheinende Olivia Jones aus dem Camp geholt und den völlig perplexen 19-Jährigen zurückgelassen haben.

Dabei schien die Schlagzeile doch schon ab Tag zwei des Dschungels wie in Stein gemeißelt: "Olivia Jones wird Dschungelkönig(in) 2013." Die Kultfigur vom Hamburger Kiez, die nach Dirk Bach die schrille Farbe in den Dschungel bringen sollte, die Camp-Mutti, war klare Favoritin.

Schlangen in den Nachbarbetten

Joey Heindle dagegen schien von Anfang an zu naiv für das böse wilde Leben im Camp, haderte tagelang mit einem freiwilligen Auszug, litt an schrecklichem Heimweh. "Liebe Zuschauer, ihr dürft niemals ins Dschungelcamp gehen!", war seine eindringliche Botschaft.

Dass die bösen Tiere des Dschungels, die wahren Schlangen Australiens, nicht in den Büschen, sondern auf den Feldbetten neben ihm lauerten, hat er bis zum Ende nicht begriffen. Schon dass das Camp tatsächlich am Ende der Welt und nicht irgendwo in einem Kölner Studio untergebracht ist – für Joey eine echte Überraschung.

Was haben wir alle über ihn gelacht, den Jungen, "bei dem die Kernschmelze schon eingesetzt hat". Sein Rätseln um Olivias Geschlecht, seine Überraschung, tatsächlich live gesehen zu werden – was wirkte dieser Junge tumb, geradezu erschreckend begriffsstutzig. Ein leichtes Opfer, könnte man meinen.

Doch nicht nur die Zuschauer, auch die Campbewohner erkannten schnell, dass in diesem Jungen nun wirklich nicht der Feind steckte – doppelbödige Strategien sind Joeys Stärke nun mal nicht. Und so scharrte sich die Gruppe wie ein Rudel Muttersäue um den Frischling, überredete ihn Tag für Tag zum Bleiben.

Ein bisschen Wahrheit im Dschungel

Vielleicht auch, weil sie in ihm nie einen Konkurrenten sahen. Joey Heindle auf dem Thron, das überrascht alle, am meisten wohl ihn selbst. Es ist ein kleiner Peer-Kusmagk-Moment: Wieder hat sich das Gute durchgesetzt. Neben viel Show und Make-up blitzt irgendwo im Dschungel ein bisschen Wahrheit auf, sind Gefühle plötzlich echt und ungeschminkt.

"Möchtest du es deiner Freundin persönlich sagen?", fragt Sonja Zietlow den frisch gekrönten Dschungelkönig, der seiner Regentschaft spontan das Motto "Let's getty to Joey" gegeben hat. Der König zögert, starrt Sonja Zietlow fassungslos an.

Sie wiederholt die Frage und man kann förmlich sehen, wie es in Joeys Kopf anfängt zu rattern, er die Worte langsam begreift. Und dann kommt sie auch schon angelaufen, Jacky, die junge Frau, der der neue König so viel Liebe über den Sender geschickt hat, die er so vermisst hat.

Es ist der wohl kitschigste Moment der ganzen Show, und doch müsste Joey ein verdammt guter Schauspieler sein, wäre dieser Moment nicht echt. Diese komplette Sprachlosigkeit, das vollkommene Glück. Und wieder schließt man den Jungen ein bisschen tiefer ins Herz.

Von der Drag-Queen zur Dreck-Queen

Ja, Joey ist der verdiente Sieger – auch wenn alle Finalisten zum Ende noch mal richtig Gas gaben: Claudelle Deckert, die in einem Wassertank mit knappem Bikini und vielen fiesen Tieren nach Sternen suchte und alle erbeutete, Olivia Jones, die im Schlamm- und Maden-Schlacht von der Drag-Queen zur Dreck-Queen mutierte.

Aber auch Joey, der Kuheuter-Zitze und Schweine-Sperma runterwürgte, so eiskalt, dass Moderator Daniel Hartwich ihn schon da spontan zum König krönen wollte. "Ich hab mir danach eine halbe Stunde die Zähne geputzt", versprach Joey seiner Freundin sehr eindringlich, "ehrlich, ich versprech's".

Was also bleibt vom Dschungelcamp 2013? Viel Bekanntes: Wer kreischt, muss zur Prüfung – Georgina schaffte da einen neuen Rekord. Wer lästert, wird früher oder später rausgewählt – Fiona zickte sich so um die Krone, aber auch Olivia fehlten am Ende die entscheidenden Sympathiepunkte. Wer zu leise ist, fliegt raus. Wer zu laut ist, auch. So weit, so bekannt.

Aber es gibt auch zwei echte Überraschungen dieses Dschungelcamps. Das ist zum einen der König selbst, über den ist ja schon viel gesagt worden.

Zum anderen ist es aber Daniel Hartwich, neuer Moderator und zweiter Gewinner des Dschungelcamps. Auch wenn er Dirk Bach nicht ansatzweise ersetzen konnte, war er klug genug, genau das gar nicht erst zu versuchen. Stattdessen setzte er eigene Akzente, frech und flapsig, wie man ihn aus anderen Formaten gar nicht kennt. Mehr davon, meinte auch Sonja Zietlow am Ende – sie will Hartwich im nächsten Jahr wieder mitnehmen. Ein guter Plan.

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