26.01.13

Krimireihe

Gestatten, wir sind Ihre neuen "Tatort"-Ermittler

Jünger, bekannter, telegener. Das passiert, wenn die ARD die Kommissariate von Deutschlands erfolgreichster Krimireihe renoviert. 2013 gehen fünf neue Teams an den Start. Die "Welt" stellt sie vor.

Von Antje Hildebrandt

Von einem "Overkill" war schon die Rede. Von einer "Blase" und davon, dass sie irgendwann platzen könnte, wenn die ARD so weitermacht wie bisher und ihre Tatort-Kommissariate so oft renoviert, dass man sich die Namen der neuen Ermittler kaum noch merken kann.

Quo vadis, "Tatort"? Es ist die erfolgreichste deutsche TV-Krimireihe, eine der letzten Bastionen des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, ein Quotengarant. Bis zu elf Millionen Zuschauer schalten sonntagabends ein, wenn eine illustre Schar von Charakter-Darstellern Räuber und Gendarm spielt, von B wie Börne (Jan-Josef Liefers) bis S wie Schenk (Dietmar Bär).

Der Erfolg setzt die Macher unter Druck. Sobald die Quote bröckelt, weil ein Darsteller nicht ins Raster passt oder weil sich Regisseure trauen, vom Schema F abzuweichen und auch mal eine Frage offen lassen, wird renoviert.

Quote dank bloßer Anwesenheit

Immer jüngere und vor allem bekanntere Gesichter müssen her, um den Regionalkrimi wieder in die Schlagzeilen zu katapultieren - und sei es auch noch für eins, zwei Folgen. Dann dreht sich das Personalkarussell mit neuer Besetzung weiter.

16 Teams ermitteln schon heute zwischen Kiel und Konstanz. 2013 kommen fünf neue Teams dazu. Sowohl in Saarbrücken als auch in Hamburg wurden die Mannschaften ausgetauscht, in der Hansestadt wechseln sich jetzt mit Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring) und Nick Tschiller (Til Schweiger) gleich zwei Publikumslieblinge ab, die die Quote wohl schon durch ihre bloße Anwesenheit ankurbeln werden.

Auch der Osten, bislang fest in der Hand des "Polizeinotrufs 110", holt auf. In Erfurt geht mit Friedrich Mücke, Benjamin Kramme und Alina Levshin das bislang jüngste Ermittlerteam in der Geschichte des "Tatorts" an den Start. Dass die ARD mit Christian Ulmen und Nora Tschirner 2013 noch ein zweites Team nach Thüringen geschickt hat, muss die Kollegen nicht irritieren.

Erstens ermittelt das mordsmäßig komische Paar in Weimar - und zweitens auch nur einmal im Jahr, und zwar dann, wenn die Erfurter die Füße hochlegen können: am 2. Weihnachtsfeiertag.

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Diese "Tatort"-Teams ermitteln immer sonntags

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