25.01.13

Medien

Monika Piel hört vorzeitig als WDR-Intendantin auf

Überraschung in der ARD: Monika Piel will nach fünf Jahren vorzeitig ihre Intendanz beim WDR aus persönlichen Gründen aufgeben. 2012 wurde sie erst für sechs weitere Jahre wiedergewählt.

Von Kai-Hinrich Renner
Foto: dpa

Monika Piel hört als WDR-Intendantin vorzeitig auf
Monika Piel hört als WDR-Intendantin vorzeitig auf

Es ist eine Überraschung: Monika Piel, die erst Ende Mai 2012 vom WDR-Rundfunkrat für weitere sechs Jahre als WDR-Intendantin wiedergewählt wurde, will ihr Amt vorzeitig aufgeben.

Sie informierte am Freitag Rundfunk- und Verwaltungsrat ihres Senders, dass sie als Intendantin zurücktreten werde, sobald ihre Nachfolge geregelt sei. Ihre Entscheidung habe persönliche Gründe.

Innerhalb der ARD war die Senderchefin allerdings nicht unumstritten. Bis Ende 2012 war sie auch als erste Frau überhaupt ARD-Vorsitzende. In ihrer zweijährigen Amtszeit gab es nur wenige Erfolge für das Erste. In Erinnerung bleibt vor allem die gescheiterte Reform des Vorabendprogramms. Dort hatte sich Piel insbesondere für Thomas Gottschalks Talk "Gottschalk live!" stark gemacht, der frühzeitig wegen miserabler Quoten abgesetzt werden musste.

Ein von ihr initiierter Vermittlungsversuch im Streit mit den Zeitungsverlegern um die umstrittene "Tagesschau"-App scheiterte an Widerständen innerhalb der ARD. Piel hatte den Fehler gemacht, den für Online-Fragen im Senderverbund zuständigen SWR-Intendanten Peter Boudgoust nicht mit ins Boot zu holen.

Allerdings schätzte die kompromissbereite ARD-Vorsitzende die rechtliche Position ihres Senderverbundes offenbar realistischer ein als ihre Widersacher: Das Landgericht Köln verbot vergangenen September eine Ausgabe der App.

Seit 1978 beim WDR

Mit Boudgost – aber auch mit anderen Intendanten – lag sie beim Thema Jugendkanal ebenfalls über Kreuz. Der SWR-Chef wollte den Digitalkanal Eins Plus zu einem Jugendkanal umbauen, was die damalige ARD Vorsitzende ablehnte. Nun wollen ARD und ZDF einen gemeinsamen Jugendkanal ins Leben rufen.

Piel wurde 2007 als Nachfolgerin von Fritz Pleitgen erstmals zur Intendantin des WDR gewählt. Zuvor hatte der damalige Intendant des Saarländischen Rundfunks Fritz Raff auf eine Kandidatur verzichtet. 2009 wurde bekannt, dass Piel einschließlich Zulagen 352.000 Euro pro Jahr verdient.

Die 1951 in Bensberg bei Köln geborene Journalistin arbeitete seit 1978 für den WDR-Hörfunk. 1993 wurde sie Leiterin der Hörfunk-Programmgruppe Wirtschaft, Landwirtschaft, Umwelt und Verkehr, 1996 Programmchefin der Welle WDR 2.

Es folgten 1997 die Ernennung zur Chefredakteurin und zur stellvertretenden Hörfunkdirektorin. Ein Jahr später wurde Piel Hörfunkdirektorin des WDR. Während der ARD-Geschäftsführung des WDR in den Jahren 2001/2002 leitete sie die ARD-Hörfunkkommission.

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