24.01.13

Fastfood

Sandwich zu kurz – Millionenklage gegen Subway

Drei unzufriedene Kunden gehen juristisch gegen den US-Fastfood-Riesen Subway vor und wollen eine Millionenentschädigung. Ihr Vorwurf: Die 30-Zentimeter-Sandwiches seien kürzer als versprochen.

Von Michael Remke
Foto: dapd
Subway-Sandwich Scandal
Sind die Subway-Sandwiches zu kurz? Der Konzern wehrt sich gegen die Längenvorwürfe

Eigentlich könnte man diese Geschichte wieder einmal in der Rubrik ablegen "only in America" oder kopfschüttelnd auch unter "diese Amerikaner wieder". Doch für die weltweit größte Sandwich-Kette Subway ist der Fall schon jetzt ein PR-Desaster und könnte im schlimmsten Fall wegen möglicher Schadenersatzforderungen in Millionenhöhe auch ein teures Ende nehmen.

Beweisbilder vorgelegt

Denn zwei Kunden aus New Jersey und eine aus Chicago haben Subway vor Gericht verklagt. Ihr Vorwurf: Das Markenzeichen der Fastfood-Kette, das fünf Dollar teure "one foot (30,48 Zentimeter) Sandwich" ist zu kurz und damit ein Betrug am Kunden. Die Kläger, die mit Maßband und Kamera auf Spurensuche in mindestens 17 der weltweit 38.000 Subway-Restaurants unterwegs gewesen sein wollen, legten vor Gericht gleich mehrere Beweisbilder vor. Ihre Anwälte fordern "ein Ende der irreführenden Werbung" und Schadenersatz von bis zu fünf Millionen Dollar.

Subway wies die Vorwürfe mittlerweile zurück und sagt in einer schriftlichen Erklärung, dass die "Länge des Sandwichs geringfügig variieren könne". Außerdem sei 'one foot lang' nur ein geschützter Markenname, aber nicht eine Längengarantie." Seit knapp fünf Jahren macht Subway mit den diesen Brötchen erfolgreich Werbung.

Bei Facebook ging es los

Ausgelöst wurde der Streit von einem Kunden aus Australien, der ein Bild mit Zentimetermaß und eines zu kurzen Sandwichs auf seiner Facebook-Seite stellte und damit weltweit Kommentare auch von anderen unzufriedenen Kunden bekam.

Der Subway-Protest ist nicht die erste Kundenklage, mit der Restaurantketten in den vergangenen Jahren zu kämpfen hatten. Eine der bekanntesten war eine Frau, die McDonald's 1994 "wegen eines zu heißem Kaffees" vor Gericht zog und in erster Instanz 2,64 Millionen Dollar Schadenersatz zugesprochen bekam. Die Strafe wurde später zunächst auf 640.000 Dollar reduziert. Am Ende einigten sich die Streitparteien außergerichtlich auf eine nicht bekannte aber wohl noch geringere Summe.

Richter sprach von "McFrankenstein"

Die Kette Taco Bell dagegen, die mit "bestem Hackfleisch" Werbung machte, musste 2011 nach einer Klage zugeben, dass ihr Fleisch tatsächlich nur zu 35 Prozent auch wirklich aus Fleisch bestehe. Ähnlich traf es dann erneut wieder McDonald's, deren Chicken McNuggets alles andere als "wirkliches Hühnchen" war. Ein Richter definierte es lieber als "McFrankenstein".

"Wenn sie "one foot" lange Sandwichs anbieten, sollten sie auch wirklich so lang sein", sagt Stephen DeNittis, Anwalt der beiden Subway-Kläger in New Jersey. "Wir haben in 17 Läden die Sandwichs gemessen und nicht einmal waren sie auch wirklich "one foot" lang. DeNittis gibt zu, dass es dabei meist nur um einen oder zwei Zentimeter gegangen sei. "Am Ende summiert sich das aber und der Kunde zahlt dadurch mehr."

Fünf-Millionen-Dollar-Klage

Ähnlich argumentiert auch der Anwalt der Klägerin in Chicago. "Die Länge ist in diesem Fall entscheidend", sagt Tom Zimmermann. "Wenn ich ein Dutzend Eier kaufe und nur elf bekomme ist das ja auch nicht Ordnung.

Zimmermann ist der erste, der von Subway Schadenersatz von fünf Millionen Dollar fordert.

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