23.01.2013, 19:51

Urteil Deutsche versklavt – Milde zwei Jahre für Bosnier

Foto: Web

Das unfassbare Schicksal einer jungen Frau aus Sachsen-Anhalt, die wie eine Sklavin in Bosnien lebte, bewegte 2012 die Öffentlichkeit. Ihr Stiefvater wurde nun verurteilt - mit der Mindeststrafe.

Wie eine Sklavin hat ein Ehepaar eine junge Frau aus Sachsen-Anhalt in Bosnien gehalten und sie schwer misshandelt – dafür verurteilte ein Gericht den Stiefvater des Opfers nun zu zwei Jahren Haft.

Angesichts des milden Urteils – es ist die Mindeststrafe – kündigte die Staatsanwaltschaft Berufung an, wie örtliche Medien am Mittwoch berichteten.

Der 52-jährige Bosnier Milenko M. hatte sich am Dienstag vor einem Gericht in Kalesija (Bosnien-Herzegowina) schuldig bekannt. Der Prozess gegen seine Frau, die weiterhin ihre Unschuld beteuert, geht weiter. Nach Beobachtung von Nachbarn hatte die junge Frau im Viehstall schlafen und Schweinefutter essen müssen, um nicht zu verhungern.

Die 19-jährige Bettina S. war nach Angaben der Behörden in Sangerhausen (Landkreis Mansfeld-Südharz) geboren worden. Recherchen bei Meldeämtern hatten ergeben, dass die Familie, die mehrere Kinder hatte, mehrfach umgezogen war, zuletzt im Burgenlandkreis.

Völlig abgemagert entdeckt

Später habe die Mutter das Mädchen ihrem bosnischen Ehemann überlassen und war nach Deutschland zurückgegangen. Der Mann lebte noch mit einer anderen Frau zusammen.

Im Mai 2012 war die junge Frau in einem Wald in Bosnien völlig abgemagert und mit zahlreichen Verletzungen entdeckt worden. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft wurde sie von 2005 bis 2011 wie eine Sklavin gehalten und regelmäßig misshandelt.

(dpa/sara)
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