23.01.13

Moskau

Bolschoi-Chef nach Säure-Attentat an Augen operiert

Ärzte kämpfen weiter um das Augenlicht des Ballettchefs des Bolschoi-Theaters. Sergej Filin war von einem Angreifer mit Säure verätzt worden.

Foto: dpa

Ballettchef Sergej Filin ist bei einem Säureanschlag schwer verletzt worden. Ärzte eines Moskauer Krankenhauses kämpfen um das Augenlicht des Tänzers
Ballettchef Sergej Filin ist bei einem Säureanschlag schwer verletzt worden. Ärzte eines Moskauer Krankenhauses kämpfen um das Augenlicht des Tänzers

Nach der Säure-Attacke auf den Chef des Moskauer Bolschoi-Balletts haben die Ärzte am Mittwoch mit einer Operation um das Augenlicht von Sergej Filin gekämpft.

Der Eingriff sei gut und ohne Komplikationen verlaufen, sagte der renommierte Augenarzt Wladimir Nerojew der amtlichen Nachrichtenagentur RIA Nowosti. Filins Lage sei "stabil – das ist schon gut". Nerojew fügte hinzu, die Ärzte seien "heute optimistischer" als in den vergangenen Tagen.

Die Nachrichtenagentur Interfax zitierte jedoch einen Arzt mit der Befürchtung, dass Filin womöglich nie wieder sein volles Augenlicht zurückgewinnen werde.

Auf den 42-Jährigen war am vergangenen Donnerstag ein Attentat verübt worden. Ein maskierter Mann griff den Ballettchef mit Säure an. Der ehemalige Weltklasse-Tänzer erlitt schwere Verätzungen im Gesicht, am Kopf und an den Augen.

Filin will Job zurück haben

Filin zeigte sich kämpferisch und machte erstmals klar deutlich, dass er in sein Amt zurückkehren wolle. "So wie ich das Ballett des Bolschoi Theaters geführt habe, werde ich es fortführen", sagte er der Zeitung "Komsomolskaja Prawda". "Assistenten und Künstler rufen mich an, schicken mir Dokumente, besuchen mich."

Der Angriff hänge mit seiner Arbeit zusammen. Allerdings nannte er erneut keine konkreten Motive oder Verdächtigen. "Ich verliere die Hoffnung nicht. Manchmal kann ich alle Finger einer Hand sehen, das macht mich optimistisch und hoffnungsvoll", sagte der Ballettmeister.

Die Polizei vermutet ein berufliches Motiv hinter der Tat. Nach Angaben aus dem Bolschoi-Theater gibt es in dem renommierten Haus heftige Machtkämpfe. Übergangsweise hat die Ballerina Galina Stepanenko (46) den umkämpften Posten übernommen, wie Bolschoi-Sprecherin Katerina Nowikowa sagte. Generalintendant Anatoli Iksanow betonte, das Amt sei in Absprache mit dem Ballettchef besetzt worden.

Unterdessen wurde ein Angriff auf einen weiteren Bolschoi-Künstler bekannt. Jewgeni Kulesch sei bereits am 12. Januar von einem Unbekannten attackiert worden, teilte die Moskauer Polizei mit. Dabei seien ihm sein Handy und Geld geraubt worden.

Quelle: AFP/dpa/mim
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