23.01.13

TV-Show

Diese Männer spüren Wehenschmerzen

Härtetest für die Stars der Show "Proefkonijnen": Die Holländer ließen sich künstliche Geburtswehen legen, nur einer hielt zwei Stunden durch. Zur Belohnung gab es ein Baby, aber auch Hohn und Spott.

Von Kerstin Rottmann

Wenn Männer Kinder kriegen müssten, wäre die Menschheit schon ausgestorben, so lautet ein schon ziemlich abgedroschener Spruch. Die beiden (männlichen) Moderatoren der niederländischen TV-Show "Proefkonijnen" (zu deutsch "Versuchskaninchen") setzten die Binsenweisheit nun dem Realitätstest aus.

Dennis Storm und Valerio Zeno wollten wissen, ob Geburtsschmerzen wirklich so hart sind, wie es (von Seiten der Frauen!) heißt: Die beiden setzten sich per Elektrostimulation über zwei Stunden lang künstlichen Wehen aus und ließen sich dabei filmen.

Die simulierte Geburt ist auch im Internet zu sehen, und dort bereits ein Hit: Über drei Millionen Zuschauer haben den Clip mit dem Titel "Proefkonijnen - Dennis en Valerio krijgen weeën" bereits gesehen.

Das im Netz auf knapp acht Minuten zusammengeschnittene Video ist auf Englisch untertitelt, sodass auch Zuschauer, die nicht der niederländischen Sprache mächtig sind, das Experiment verfolgen können. Gefilmt wurde in einem Amsterdamer Geburtshaus, Unterstützung erhielten die beiden Männer von der Geburtshelferin Illona.

Auf der Welle reiten

Was zu Beginn wie ein alberner Scherz wirkt - die beiden Männer bekommen Elektroden auf den Bauch geklebt und lümmeln zunächst lässig auf dem mit rosa Bettwäsche bezogenen Doppelbett herum - wird bald ernst. Der Schmerz kommt, und die Hebamme ist gefragt.

Deren professionelle Kommentare wirken angesichts der schon bald krampfenden und barmenden Männer ("Ich weiß nicht, ob ich das noch lange kann!") allerdings eher unfreiwillig komisch: "Stell dir vor, es ist eine Welle, die kommt und geht." Während die Bäuche der Männer schon bald ersichtlich durchgeknetet werden und die Schreie immer lauter werden, behält Illona ihre engelsgleiche (oder stoische?) Ruhe.

Valerio (der mit der Mütze) will schon nach einer Stunde und fünf Minuten aufgeben. Tipps wie "Ihr müsst alle Stopps rausnehmen!" wirken bei ihm so gar nicht, also werden härtere Geschütze aufgefahren: Valerio bekommt Lachgas verabreicht, während sein Kollege Dennis in ständigen Positionswechsel (Bauchlage, Vierfüßlerstand, vulgo, auf allen Vieren hockend, Kissen im Bauch, Kissen zwischen den Beinen) Linderung sucht.

"Nun muss Dennis liefern"

Während der Kameramann vor lauter Lachen schon nicht mehr filmen kann, verzerren sich die Gesichter der beiden Probanden zu Grimassen. Valerio nimmt denn auch - trotz Lachgas - einen Ausstieg, den sich auch so manche Schwangere wünschen würde: "Nee, ich will nicht mehr", erklärt er und lässt sich die Elektrostimulanten abnehmen. "Nun muss Dennis liefern", verkündet er. Und das tut Dennis dann auch.

Er geht über die volle verabredete Länge von zwei Stunden Schmerz, mal im Bett, mal auf dem Boden, im Badezimmer oder unter einem Stapel Bettdecken versteckt. Dann ist es endlich so weit. "Hier ist Ihre Tochter", verkündet Illona feierlich und reicht dem konsterniert schauenden "Papa" eine eingewickelte Puppe. "Toll", presst der Erschöpfte gerade noch so heraus, während Valerio sein vorläufiges Fazit zieht. Und das ist kein gutes: "Ich weiß nicht, ob ich noch will, dass meine Frau schwanger wird", gibt er zerknirscht zu Protokoll.

Kannibalismus vor laufender Kamera

Im Internet bekommen die beiden derweil reichlich Hohn und Spott ab: Kaum ein lobendes Wort findet sich in den knapp 1500 Kommentaren, die bei YouTube abgegeben wurden. Die meisten Kommentatoren bemängeln, dass der Test nur so kurz ausgefallen ist - vier bis 20 Stunden seien ja wohl realistischere Zeitangaben für eine Geburt, heißt es.

Dennis und Valerio - 2011 sorgten sie schon einmal für Schlagzeilen, als sie in ihrer Show einander Fleisch aus der Haut schnitten, und es dann vor TV-Kameras kochten und aßen - waren übrigens nicht die ersten, die sich als Männer an den Geburtswehen versuchten: 2009 war ein ähnliches Experiment in einer australischen TV-Show zu sehen. Der damalige Probant erklärte später, er wisse nun, "warum Frauen in den Wehen so viel fluchen".

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