22.01.13

Führerschein

ACE prangert absichtlich schlechte Fahrausbildung an

Jeder Dritte besteht laut Studie die Fahrprüfung nicht. Der Autoclub Europa wirft Fahrlehrern Absicht vor - wegen deren Gewinn.

Foto: dpa

Egal welche Generation von Führerschein man hat - an ihre Fahrprüfung dürften sich wohl alle Autofahrer noch erinnern. Die Angst durchzufallen ist groß. Manche Fahrschulen spekulieren sogar darauf, sagt der Autoclub Europa
Egal welche Generation von Führerschein man hat - an ihre Fahrprüfung dürften sich wohl alle Autofahrer noch erinnern. Die Angst durchzufallen ist groß. Manche Fahrschulen spekulieren sogar darauf, sagt der Autoclub Europa

Jedes Jahr fallen in Deutschland Hunderttausende Menschen durch die Führerscheinprüfung. Der Autoclub Europa ACE greift deshalb die Fahrschulen an. Es komme der Verdacht auf, dass es einen Zusammenhang zwischen der hohen Durchfallquote und der schlechten Ertragslage gibt, unter der viele Fahrschulen angesichts der demografischen Entwicklung leiden, sagte ACE-Sprecher Rainer Hillgärtner. "Sie spekulieren auf eine hohe Durchfallquote, um anschließend zusätzliche Fahrstunden abrechnen zu können."

ACE sieht mangelhafte Ausbildung als Ursache

Eine mangelhafte Ausbildung in den Fahrschulen sei Schuld. Durchfallquoten von rund 30 Prozent seien jedenfalls kein Zeichen für eine hochqualifizierte Ausbildung, heißt es in einer Studie, die der ACE anlässlich des 51. Verkehrsgerichtstages (23. bis 25. Januar) vorgelegt hat. Bei der Tagung, zu der in Goslar rund 1900 Verkehrsexperten zusammenkommen, ist eine Verbesserung der Fahrausbildung ein zentrales Thema.

In Sachsen-Anhalt fallen sogar fast 40 Prozent durch

In seiner Studie beruft sich der ACE auf Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes. Danach sind im Jahr 2011 bundesweit knapp 28 Prozent der Fahrschüler mindestens einmal durch die Führerscheinprüfung gefallen. Besonders hoch sind die Zahlen in Thüringen, Sachsen und in Sachsen-Anhalt.

Die regionalen Unterschiede sind der Untersuchung zufolge groß. Die niedrigste Durchfallquote bei Führerscheinprüfungen hatte Hessen (22,14 Prozent) gefolgt von Niedersachsen (24,87) und Schleswig-Holstein (25,13 Prozent). In Thüringen und Sachsen dagegen fielen mehr als 36 Prozent der Aspiranten durch die Prüfung, in Sachsen-Anhalt sogar gut 38 Prozent.

Fahrschule nach Erfolgsquote auswählen

Der ACE rief Menschen, die den Führerschein machen wollen, dazu auf, Fahrschulen nicht unbedingt nach vermeintlichen Billigpreisen auszusuchen. Entscheidend sei eher eine hohe Quote bestandener Prüfungen, sagte Sprecher Hillgärtner.

Quelle: dpa/seg
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