22.01.13

Drogenschmuggel

56-jährige Britin in Indonesien zum Tode verurteilt

Vier Kilogramm Kokain fanden Zollbeamte in ihrem Gepäck: In Indonesien ist eine 56-jährige Britin zum Tode verurteilt worden – obwohl die Staatsanwaltschaft nur 15 Jahre Haft gefordert hatte.

Foto: dpa

Wegen Drogenschmuggels hat ein indonesisches Gericht eine 56-jährige Britin zum Tode verurteilt. In Indonesien werden Todesstrafen durch Erschießungskommandos vollstreckt
Wegen Drogenschmuggels hat ein indonesisches Gericht die 56-jährige Britin Lindsay S. zum Tode verurteilt. In Indonesien werden Todesstrafen durch Erschießungskommandos vollstreckt

Weil sie Kokain im Wert von 2,5 Millionen Dollar (1,9 Millionen Euro) auf die Ferieninsel Bali geschmuggelt haben soll, ist eine Britin in Indonesien zum Tode verurteilt worden. Ein Gericht in der Stadt Denpasar auf Bali sprach die 56-jährige Lindsay S. schuldig, gegen die indonesischen Drogengesetze verstoßen zu haben.

In der Urteilsbegründung hieß es, die Britin habe dem Image Balis als Touristenziel geschadet und die Bemühungen der indonesischen Regierung im Kampf gegen Drogen untergraben. Die Richter sahen nach eigenen Angaben keine mildernden Umstände.

Sie verhängten die Todesstrafe, obwohl die Staatsanwaltschaft angesichts des Alters der Frau nur 15 Jahre Haft gefordert hatten. Ihr Anwalt kündigte Berufung gegen das Urteil an.

Zum Drogentransport "gezwungen"

S. war im Mai festgenommen worden, nachdem Zollbeamte am Flughafen von Bali 4,8 Kilogramm Kokain in ihrem Gepäck gefunden hatten. Bei der Verkündung des Urteils brach sie in Tränen aus. Sie hatte nach der Festnahme mit der Polizei kooperiert und zur Aufdeckung eines Drogenrings beigetragen, dem weitere drei Briten und ein Inder angehörten.

Ihre Tat begründete die 56-Jährige vor Gericht damit, dass sie zum Drogentransport "gezwungen" worden sei. Nur so habe sie ihre Kinder schützen können, "deren Sicherheit bedroht war".

Die britische Botschaft teilte mit, dass sie Kontakt mit London aufgenommen habe um zu klären, wie die Angeklagte nun bestmöglich juristisch unterstützt werden könne. Großbritannien sei weiterhin strikt gegen die Todesstrafe, hieß es in der Stellungnahme.

Exekutionen durch Erschießungskommandos

Der britische Parlamentsabgeordnete Martin Horwood nannte das Urteil einen Schock für alle Beteiligten und kündigte an, sich mit dem Fall an den britischen Außenminister William Hague zu wenden. "Die Tage der Todesstrafe müssen vorbei sein", sagte Horwood dem britischen Sender BBC.

Indonesien ist für seine strengen Drogengesetze bekannt. Nach Angaben des australischen Lowy Institute for International Policy sind seit 1998 schon fünf Ausländer wegen Drogendelikten in dem Inselstaat hingerichtet worden. Exekutionen werden in Indonesien von Erschießungskommandos durchgeführt. Allerdings werden die Urteile gegen Ausländer oft in Haftstrafen umgewandelt.

Quelle: AFP/dapd/dpa/cke
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