20.01.2013, 18:19

"Opa Hassan" Mafiaboss findet erst nach Irrflug letzte Ruhe


Am Grab des russischen Mafia-Bosses Aslan Usoyan legen Sympathisanten Blumen nieder

Foto: ANDREY SMIRNOV / AFP

Am Grab des russischen Mafia-Bosses Aslan Usoyan legen Sympathisanten Blumen nieder Foto: ANDREY SMIRNOV / AFP

Vor wenigen Tagen wurde Aslan Ussojan ermordet. In Georgien sollte der in Tiflis geborene „König der russischen Mafia“ beerdigt werden. Doch die Behörden fürchteten einen „Auflauf krimineller Führer“.

Bizarrer Streit um einen ermordeten Mafiaboss: Ein Charterflugzeug mit dem Sarg von Aslan Ussojan musste nach Russland zurückkehren, nachdem Georgien die Landung verweigerte. Der "König der russischen Mafia" sollte nach dem Willen der Familie in seinem Geburtsort Tiflis begraben werden, dies verbot die Führung der Kaukasusrepublik jedoch.

Die Behörden fürchteten einen "Auflauf krimineller Führer". Das Flugzeug, das in der ostukrainischen Stadt Donezk auf eine Landeerlaubnis gewartet hatte, musste am Samstag mit den sterblichen Überresten nach Moskau zurückkehren.

Dort wurde Ussojan am Sonntag in einer Zeremonie wie im Mafia-Film beigesetzt.

Viele Unterweltbosse vor Ort

Dutzende Unterweltbosse gaben Ussojan alias Opa Hassan das letzte Geleit, wie russische Online-Medien berichteten. Ein schwarzer Cadillac habe den Sarg auf den streng abgeschirmten Chowanski-Friedhof im Südwesten von Moskau gebracht, wo etwa 100 Trauergäste warteten – "mit Sonnenbrillen und hochgeschlagenen Kragen", wie es hieß.

Vor dem Friedhof sorgten teure Wagen mit Chauffeur und verdunkelten Scheiben für ein Verkehrschaos. Am Rande kam es nach diesen Berichten zum Handgemenge zwischen Fotografen und Leibwächtern.

Der 1937 in Tiflis geborenen Ussojan war vor wenigen Tagen von einem unbekannten Heckenschützen im Zentrum von Moskau mit einem Präzisionsgewehr erschossen worden. Er galt als der einflussreichste Kriminelle auf dem Gebiet der Ex-Sowjetunion. Viele Russen fürchten nun einen neuen Gangsterkrieg wie in den blutigen 1990er Jahren. Bei dem Anschlag war auch eine 30-jährige Frau schwer verletzt worden.

(dpa/fp)
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