20.01.13

Indien

Vergewaltiger müssen Montag vors Schnellgericht

Die Angeklagten im indischen Vergewaltigungsprozess müssen vor einem Schnellgericht erscheinen. Den fünf volljährigen Beschuldigten droht die Todesstrafe. Ein sechster gibt an, minderjährig zu sein.

Foto: dapd

Die Angeklagten werden mit einem blauen Polizeiwagen zum Gericht in Delhi gefahren.

5 Bilder

Mehr als einen Monat nach der Vergewaltigung einer 23 Jahre alten Inderin müssen die mutmaßlichen Peiniger am Montag vor einem der neuen Schnellgerichte in Neu Delhi erscheinen. Diese Gerichte, die möglichst täglich zusammentreten sollen, waren nach der Gewalttat eingerichtet worden. Sie befassen sich ausschließlich mit Verbrechen gegen Frauen.

Der eigentliche Prozess beginnt erst, nachdem sich die Angeklagten für schuldig oder unschuldig erklärt haben. Zuvor haben die Verteidiger Gelegenheit, die Punkte der Anklageschrift vor Gericht infrage zu stellen. Wie lange das dauern könnte, war unklar.

Das Vorverfahren gegen die Männer hatte sich über mehrere Anhörungen hingezogen. Immer wieder reichten die Anwälte Anträge ein, um den Prozessbeginn hinauszuzögern. Sie forderten eine Übersetzung der Hunderte Seiten langen Anklageschrift aus dem Englischen in die Landessprache Hindi, verlangten alle ärztlichen Dokumente des Opfers und eine tägliche Gesundheitsüberprüfung ihrer Mandanten.

Die Todesstrafe droht

Zuletzt riefen sie das höchste Gericht des Landes an, den Fall an ein Gericht außerhalb Delhis zu übergeben, da in der Hauptstadt wegen der öffentlichen Debatte kein fairer Prozess möglich sei. Diese Entscheidung wurde am Montag erwartet.

Den fünf volljährigen Beschuldigten droht die Todesstrafe. Der sechste mutmaßliche Täter gibt an, minderjährig zu sein. Das wird derzeit vor einem anderen Gericht überprüft. Ist er noch keine 18 Jahre alt, kommt er höchstens drei Jahre in eine Jugendeinrichtung. Es gibt auch Forderungen, ihn wegen der Schwere der Tat wie einen Erwachsenen zu behandeln. Das höchste Gericht stimmte zu, über eine Änderung des Jugendstrafrechts nachzudenken.

Den Männern wird vorgeworfen, die 23 Jahre alte Studentin Mitte Dezember in einem Bus entführt, vergewaltigt und mit einer Eisenstange tödlich verletzt zu haben. Sie starb zwei Wochen später an ihren inneren Verletzungen. Der Fall hatte national und international Anteilnahme und Proteste ausgelöst und eine Debatte über die Rolle der Frau in Indien losgetreten.

Quelle: dpa/mh
© Berliner Morgenpost 2014 - Alle Rechte vorbehalten
P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie Fan von der Berliner Morgenpost.
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Top-Thema
title
Die besten Berlin-Videos

Das sind die Youtube-Favoriten der Redaktion.

Video Nachrichten mehr
Rücktritt So arm, aber sexy war die Zeit mit Wowereit
"11. September" Wowereit verspricht sich bei Rücktrittsankündigung
Hauptstadt So denken die Berliner über Wowereits Rücktritt
Forbes-Liste Ashton Kutcher ist bestbezahlter TV-Schauspieler
Die Welt - Aktuelle News
  1. 1. GeldanlageAktienmärkteNobelpreisträger erwarten 20-Prozent-Crash
  2. 2. WirtschaftChristine LagardeFrankreichs Justiz ermittelt gegen IWF-Chefin
  3. 3. WirtschaftBüroserviceDas große Geschäft mit Protz-Adressen in Berlin
  4. 4. AuslandUmkämpfte RegionSo einfach gelangen russische Waffen in die Ukraine
  5. 5. WirtschaftKleidungsexporteWarum Russen keine deutschen Hemden mehr mögen
Top Bildershows mehr
Bürgermeister-Karriere

Klaus Wowereit und der Abstieg vom Gipfel

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Fotogalerie

Das sind die Berliner Bilder des Tages

In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote