18.01.13

Reifendruckprüfung

Shell verkauft an seinen Tankstellen Luft

Ab Montag kostet eine Korrektur des Luftdrucks an 120 Shell-Tankstellen einen Euro. Zahlen müssen vor allem der Westen und Süden.

Foto: ddp images/dapd/Steffi Loos

Für einen Euro bekommt der Reifen fünf Minuten lang Luft
Für einen Euro bekommt der Reifen fünf Minuten lang Luft

Der Mineralölkonzern Shell lässt sich fürs Aufpumpen der Autoreifen bezahlen. Ein Pilotprojekt, bei dem Kunden für die Korrekturen des Luftdrucks am Fahrzeug einen Euro zahlen müssen, wird ab 21. Januar 2013 auf 120 Tankstellen ausgeweitet, wie Shell-Sprecherin Cornelia Wolber am Freitag in Hamburg sagte. Neue Digitalgeräte werden laut Shell hauptsächlich in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen installiert. Über einen flächendeckenden Einsatz ist noch nicht entschieden worden.

Das 2011 gestartete Pilotprojekt war zunächst an rund 20 Shell-Stationen in Nordrhein-Westfalen gestartet worden. Wolber verwies darauf, dass man in England und den Niederlanden positive Erfahrungen mit der neuen Regelung gemacht habe. "Nach unseren eigenen Erkenntnissen testen Autofahrer maximal dreimal pro Jahr den Luftdruck ihrer Reifen. Nach dem Wechseln von Sommer- auf Winterbereifung und umgekehrt sowie vor Antritt einer längeren Urlaubsfahrt", sagte Wolber.

200 Druckprüfer im Einsatz

Immer mehr Tankstellen machen Luft zu Geld: An 200 der 14.700 deutschen Stationen müssen Autofahrer bereits für die bisher kostenlose Reifendruckprüfung bezahlen. Nach Angaben der Jülicher Firma Air-Serv GmbH sollen es schnell mehr werden: "Das ist erst der Anfang, wir haben noch viel mehr Aufträge vorliegen", sagte Air-Serv-Geschäftsführer Nick Janssen.

Air-Serv ist nach eigenen Angaben Marktführer bei Luftdruck-Prüfanlagen mit Bezahlfunktion. Die Firma hat laut Janssen schon an mehr als 200 Stationen Druckprüfer installiert, an denen die Kunden eine Euro-Münze einwerfen müssen. Dafür können sie fünf Minuten lang Druckluft abzapfen.

"Unsere Technik bietet Vorteile für Autofahrer und Tankstellenbetreiber, erklärte Janssen. Die Kunden könnten sich auf moderne, saubere und leicht zu bedienende Geräte verlassen. Die Tankstellen sparen Kosten.

Allein für Wartung, Strom, Eichkosten und ähnliches fallen pro Tankstelle 400 bis 800 Euro im Jahr für die Luft an. Insbesondere die alten tragbaren Geräte werden oft gestohlen oder beim Rangieren beschädigt. Air-Serv betreibt die Anlagen auf eigenes Risiko und kassiert dafür die Gebühr.

ADAC lehnt die neuen Luftdruckgeräte ab

Der ADAC lehnt die neuen Luftdruckgeräte ab. "Die Autofahrer sollten sich eine Tankstelle suchen, an der sie nicht bezahlen müssen", sagte Sprecher Andreas Hölzel.

Air-Serv hat nach eigenen Angaben bisher noch nicht ganz Deutschland erschlossen. "Wir haben vor allem Stationen am Niederrhein als Kunden, sowie in Ostdeutschland", sagte Janssen. Der Holländer rechnet damit, dass sich die Technik im ganzen Land durchsetzen wird: "In Holland ist das Bezahlen für die Reifenluft völlig üblich, auch in anderen Ländern", sagte er.

Die nächste Überraschung für Autofahrer hat die Firma schon parat: Bei der neuesten Generation der Geräte kann auch ein Wasserhahn integriert werden.

Quelle: BM/dapd
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