17.01.2013, 12:43

"Batman"-Attentäter Witwe von Amoklauf-Opfer verklagt Psychiaterin


Der mutmaßliche Attentäer James Holmes, hier am 23. Juli 2012 im Gerichtssaal

Foto: RJ SANGOSTI / AFP

Der mutmaßliche Attentäer James Holmes, hier am 23. Juli 2012 im Gerichtssaal Foto: RJ SANGOSTI / AFP

Bei dem Massaker von Aurora soll James Holmes zwölf Menschen erschossen haben. Die Witwe eines Opfers verklagt nun die Psychiaterin von Holmes. Sie soll von dessen Mordphantasien gewusst haben.

Die Witwe eines Opfers des Amoklaufs von Aurora hat Klage gegen die Psychiaterin des mutmaßlichen Täters eingereicht. Wie die US-Justiz mitteilte, wirft Chantel Blunk der Ärztin Lynne Fenton Fahrlässigkeit vor.

Der wegen des Massakers angeklagte James Holmes wird beschuldigt, in der Nacht zum 20. Juli 2012 in einem Kino in Aurora nahe Denver während der Premiere des neuen "Batman"-Films zwölf Menschen erschossen und 58 weitere verletzt zu haben.

Rund einen Monat vor dem Amoklauf habe er seiner damaligen Psychiaterin von seinen Mordphantasien erzählt, heißt es in der bei einem Gericht in Denver im US-Bundesstaat Colorado eingereichten Anklageschrift.

"Sie wusste, dass Holmes gefährlich ist""

Fenton, Direktorin des psychologischen Dienstes der Universität von Colorado, habe das dort für Gefahreneinschätzung zuständige Team zwar informiert. Als sie gefragt worden sei, ob sie es befürworte, ihren Patienten 72 Stunden für eine psychiatrische Untersuchung festzuhalten, habe sie jedoch verneint.

Damit habe Fenton, die "wusste, dass James Holmes gefährlich ist", nicht die "vernünftigen Vorkehrungen" getroffen, mit denen das Massaker hätte verhindert werden können, argumentiert Blunk. Ihr Mann Jonathan war eines der zwölf Todesopfer von Aurora.

Holmes hatte Neurowissenschaften an der Universität studiert. Vergangene Woche entschied ein Richter, dass der 25-Jährige zurechnungsfähig sei und ihm ein Prozess gemacht wird.

(AFP/jds)
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