17.01.2013, 12:35

Studie Fast Food erhöht Risiko für schwere Allergien


Zu viel Fast Food begünstigt schwere Asthmasymptome und andere allergische Leiden bei Kindern und Jugendlichen. Das belegt eine weltweit durchgeführte Studie

Foto: pa

Zu viel Fast Food begünstigt schwere Asthmasymptome und andere allergische Leiden bei Kindern und Jugendlichen. Das belegt eine weltweit durchgeführte Studie Foto: pa

Eine Studie belegt einen Zusammenhang zwischen ungesunder Ernährung und schweren Krankheitssymptomen: Bei Jugendlichen, die viel Fast Food essen, steigt das Risiko für Asthma deutlich.

Fast Food begünstigt das Auftreten von Allergien bei jungen Menschen. Kinder und Jugendliche, die mindestens drei Mal pro Woche Pommes und Burger essen, litten vergleichsweise häufig an starkem Asthma, Heuschnupfen und allergiebedingter Juckflechte.

Das erklärte der Münsteraner Epidemiologe Ulrich Keil mit Blick auf die Ergebnisse einer internationalen Langzeitstudie über Allergien in der Kindheit. Kinder, die wöchentlich drei Mal oder häufiger Obst essen, erkrankten dagegen seltener als Altersgenossen.

Zehntausende Kinder in mehr als 100 Länder befragt

Für die Studie wurden den Angaben zufolge in den Jahren 1991 bis 2011 mehr als 319.000 Jugendliche im Alter von 13 und 14 Jahren sowie über 181.000 sieben- und achtjährige Kinder in über 100 Ländern befragt. Es handelt sich nach Angaben der Universität Münster um die bisher weltweit größte epidemiologische Studie für diese Altersgruppen.

In Deutschland waren Studienzentren der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Münster und Greifswald daran beteiligt. Eine Sonderauswertung zum Thema Ernährung und Krankheitssymptome wurde nun veröffentlicht.

Ein Ergebnis sei, dass Asthma, Heuschnupfen und Ekzeme in englischsprachigen Ländern wie Großbritannien, Neuseeland, Australien, Irland, Kanada und den USA vergleichsweise häufig auftreten, sagte Keil, der die Studie mit initiiert hat.

Asthmarisiko um 39 Prozent erhöht

"Es liegt nahe, dass die dort ähnliche Ernährung hierbei eine wichtige Rolle spielt." So sei bei Jugendlichen, die mehrmals wöchentlich Fast Food essen, das Risiko schwerer Asthmasymptome um 39 Prozent erhöht – unabhängig von Geschlecht oder Wohlstand. Auch bei Kindern sei ein Zusammenhang zwischen einseitiger, ungesunder Ernährung und schweren Krankheitssymptomen auszumachen, wenn auch im geringeren Maß, hieß es.

"Fast Food mit seinem hohen Gehalt an Trans-Fettsäuren und Salz scheint einen negativen Einfluss zu haben, während Obst und Gemüse zum Beispiel durch die enthaltenen Antioxidantien schützen", erklärte Keil. Der Mediziner rät zu einem mediterranen Speiseplan mit Meeresfisch, Gemüse, Hülsenfrüchten, Brot, Nüssen und Oliven- oder Rapsöl.

Zu einem gesunden Lebensstil gehörten auch ausreichende körperliche Aktivität und der Verzicht auf Tabak, sagte der Gründer und langjährige Direktor des Instituts für Epidemiologie und Sozialmedizin der Universität Münster.

(epd/oc)
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