17.01.2013, 08:39

Überschwemmungen 10.000 Menschen in Jakarta auf der Flucht

Do, 17.01.2013, 08.31 Uhr

In Indonesiens Hauptstadt sind mehr als 100 Millimeter Niederschlag gefallen. Die diesjährige Regenzeit ist die schwerste seit fünf Jahren. Meteorologen gehen von weiteren starken Regenfällen aus.

Video: Reuters
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Der Monsun hat die Millionenstadt Jakarta schwer erwischt. Bisher gibt es zwei Tote. Das halbe Stadtgebiet ist überschwemmt, Zehntausende sind von der Wasserflut betroffen, auch der Präsident.

Schwere Überschwemmungen haben in der indonesischen Millionenmetropole Jakarta 10.000 Menschen aus ihren Häusern vertrieben. Nach heftigen Monsun-Regenfällen sind zwei Menschen ums Leben gekommen.

Unter den Toten, die von den Fluten fortgerissen wurden, sei auch ein Kind, sagte ein Sprecher der Katastrophenschutzbehörde. "Unsere Karten zeigen, dass 50 Prozent des Stadtgebiets überflutet sind, zwischen 25 Zentimetern und vier Metern."

Der tagelange Regen hat ganze Stadtteile und einige Hauptverkehrsadern überschwemmt und die Stadt ins Chaos gestürzt. Manche Einwohner retten sich auf ihre Dächer und warteten auf Hilfe. Andere wollten ihre überschwemmten Häuser aus Furcht vor Plünderungen nicht verlassen.

Am Donnerstag stand der schon unter besten Bedingungen nervtötende Verkehr vollends still, weil Autos auf überschwemmten Straßen liegengeblieben und die Fahrer zu Fuß weitergehen mussten.

Präsident mit hochgekrempelten Hosenbeinen

Der Bürgermeister versprach Schlauchboote, Esspakete und Medikamente. Jakarta liegt tief. In der Regenzeit treten die umliegenden Flüsse regelmäßig über die Ufer, da sie nur eine geringe Kapazität zur Aufnahme der Wassermassen haben. 40 Prozent des Stadtgebiets von Jakarta mit rund zehn Millionen Einwohnern liegt unter dem Meeresspiegel.

Präsident Susilo Bambang Yudhoyono nahm die Überschwemmung an seinem Amtssitz mit hochgekrempelten Hosenbeinen in Augenschein, die das Fernsehen zeigte.

Im Jahr 2007 kamen bei schweren Überschwemmungen 57 Menschen ums Leben. Der Schaden wurde damals auf mehr als eine halbe Milliarde Euro geschätzt.

(dpa/afp/cast)
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