16.01.13

Seltene Krankheit

Die Frau, die niemals aufhörte zu wachsen, ist tot

Tanya Angus litt unter der seltenen Krankheit Akromegalie – Riesenwuchs. Nun ist die Amerikanerin mit nur 34 Jahren gestorben. Am Ende war sie 2,13 Meter groß und wog 181 Kilogramm.

Von Michael Remke

Am Ende wollte ihr Herz einfach nicht mehr. Tanya Angus, die an Akromegalie, einer seltenen Form von Riesenwuchs litt, ist tot. Die 34-Jährige starb laut ihrer Webseite in Las Vegas an Herzversagen. Die weltweit für ihren Einsatz gegen die Krankheit bekannte Frau war bei ihrem Tod 2,13 Meter groß und wog 181 Kilogramm.

"Tanyas Vermächtnis war es, diese seltene Krankheit ins Bewusstsein der Menschen zu bringen", erklärte Angus Großmutter Tina Valle. "Wir werden ihre Arbeit fortsetzen."

Vor knapp zehn Jahren hatten Ärzte bei Angus Gigantismus diagnostiziert. Eine äußerst seltene Krankheit, die in den USA weniger als 20.000 Menschen betrifft.

Dabei schien sich Angus bis zu ihrem 21. Lebensjahr ganz normal entwickelt zu haben. Sie war 1,76 Meter groß, wog 61 Kilogramm. Die hübsche Frau liebte Pferde, ging gerne Tanzen und war schwer in einen jungen Mann verliebt. Doch dann veränderte sich ihr Leben.

Plötzlich fünf Zentimeter größer

Zunächst stellte Angus, die zu diesem Zeitpunkt in Michigan lebte, ein ungewöhnliches Wachstum an ihren Gliedmaßen fest. Die Schuhe passten auf einmal nicht mehr und ihre Hände wurden zu wahren Pranken. Auch der Kopf der Walmart-Verkäuferin wuchs, genauso wie ihre Beine.

"Sie ist plötzlich mehr als fünf Zentimeter größer geworden", sagte ihre Mutter später dem US-TV-Sender "ABC". Niemand konnte sich das erklären.

Die Ärzte untersuchten sie und fanden einen seltenen Tumor an Angus' Hirnanhangdrüse – einer Hormondrüse mitten im Schädel. Die Geschwulst löste offenbar Akromegalie, Riesenwuchs, aus. Angus wurde insgesamt dreimal operiert und unterzog sich mehrfach schmerzhafter Radiation.

Sie wuchs unaufhaltsam weiter

Während eines 13 Stunden langen Eingriffes erlitt sie einen Schlaganfall und verlor ihr Gehör. Doch der Tumor verschwand nicht. Angus wuchs unaufhaltsam weiter. Auch ihre inneren Organe wie Herz, Lunge aber auch ihre Gelenke waren davon betroffen.

Erst im vergangenen Jahr gab es einen Hoffnungsschimmer für Angus, die weltweit Vorträge über ihre Krankheit hielt und zum Gesicht im Kampf gegen Riesenwuchs wurde. Ärzte hatte ein neues Medikament entdeckt, dass das Wachstum zumindest verlangsamte.

Doch zu diesem Zeitpunkt war Angus schon sehr geschwächt. Ihr Körper brach unter der Masse einfach zusammen. Die Schmerzen konnte sie nur in einem Swimmingpool ertragen. Und auch das Gehen fiel ihr sehr schwer.

Im November feierte Angus ihren 34. Geburtstag. Ein Jahrestag, von dem ihre Ärzte glaubten, dass sie ihn nie erreichen würde. In der Nacht zum 14. Januar hörte das Herz der mutigen Frau auf zu schlagen.

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