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06.07.09

Tod des 'King of Pop'

Trauerfeier für Jackson wird zum Mega-TV-Event

Nur 17.500 Fans haben das Glück, live in Los Angeles Abschied von Michael Jackson nehmen zu dürfen. Damit die ganze Welt am Dienstag bei der Trauerfeier zusehen kann, hat die Familie gratis TV-Rechte vergeben. Mehrere hundert Millionen Zuschauer werden erwartet. Auch deutsche Medien zeigen das Großereignis.

© dpa
Jacksons Familie plant Beerdigung

Die Trauerfeier für Popikone Michael Jackson in Los Angeles könnte eines der weltweit meistgesehenen Fernsehereignisse werden. Wie der US-Fernsehsender CNN berichtete, rechnen die Organisatoren der Gedenkfeier im Staples Center am Dienstag (19 Uhr MESZ) mit mehreren hundert Millionen TV-Zuschauern. Die Jackson-Familie hat Sendern in aller Welt eine kostenlose Live-Übertragung angeboten. Außerdem wird es einen Live-Stream im Internet geben.

In Los Angeles trafen schon am Sonntagabend Fans aus aller Welt ein. Der Handel mit Souvenirs blühte. Vor dem Staples Center standen Menschen Schlange, um sich mit Abschiedsworten für Jackson auf einem Riesenposter zu verewigen. Für die Zeremonie und die Übertragung auf eine Großbildleinwand im Nokia Theater waren allerdings nur wenige Tausend Karten verlost worden.

Auch die deutschen Fernsehsender stellen für den "King of Pop" ihr Programm um. Die ARD wird die Berichterstattung um 18.50 Uhr mit einem "Brisant extra" beginnen und vor der "Tagesschau" um 20 Uhr beenden. Für den späteren Abend ist gegen 22.45 Uhr eine längere Zusammenfassung geplant. Der zur RTL-Gruppe gehörige Nachrichtenkanal n-tv sendet den ganzen Tag Jackson-Berichte und startet um 18.30 Uhr ein mehrstündiges "News spezial" mit Gesa Eberl.

Der zur ProSiebenSat.1 Media AG zählende Sender N24 schaltet bereits um 18 Uhr live nach Los Angeles, von wo Reporter Steffen Schwarzkopf berichtet. Auch RTL wird nach eigenen Angaben umfassend berichten. Allerdings plane der Sender keine Sondersendung, sondern werde eventuell während der Nachrichtensendung "RTL aktuell" (18.45 Uhr) nach Los Angeles schalten, sagte eine Sprecherin des Senders. Online kann das Ereignis etwa über den Internetdienst "EOnline" verfolgt werden.

Es gab bislang nur etwa eine Handvoll TV-Ereignisse, die die Welt für einen Moment den Atem anhalten ließen. Die Ermordung von John F. Kennedy 1963 gehörte dazu, die erste bemannte Mondlandung 1969 mit mehreren hundert Millionen TV-Zuschauern und auch die Trauerfeier für Prinzessin Diana. Die BBC schätzte damals die weltweiten Einschaltzahlen auf 2,5 Milliarden. Auch beim Begräbnis von Papst Johannes Paul II. vor vier Jahren saßen Milliarden Menschen vor den Fernsehern.

Für die Trauerfeier im Staples Center und für die Übertragung auf eine Großbildleinwand im benachbarten Nokia Theater in Los Angeles waren 17.500 Karten verlost worden. 1,6 Millionen Fans hatten sich im Internet für die Lotterie beworben. Die Frist lief am Montagmorgen um 5 Uhr MESZ ab.

Beerdigt werden soll Jackson nach Medienberichten bereits am Dienstagmorgen (Ortszeit) in Los Angeles. Die Familie des am 25. Juni gestorbenen Popstars arbeite derzeit mit der Verwaltung der Forest- Lawn-Friedhöfe die Einzelheiten aus, teilte ein Polizeisprecher mit. Jacksons Angehörige haben bisher keine Details bekanntgegeben. Bruder Jermaine sagte in der vergangenen Woche nur, dass sich die Familie vor dem öffentlichen Abschied mit einigen handverlesenen Gästen an einem unbekannten Ort zu einer kleinen privaten Zeremonie treffe.

In Großbritannien meldeten Fluglinien einen Ansturm auf Flugtickets nach Amerika. Die Fluggesellschaft Virgin Atlantic erklärte, fast alle Flüge an die US-Westküste seien in diesen Tagen ausgebucht. "Unsere Flüge nach Los Angeles, San Francisco und Las Vegas sind proppenvoll mit Michael-Jackson-Fans", sagte eine Sprecherin der Zeitung "Daily Mirror".

Auch British Airways sprach von einem "riesigen Zustrom" von Buchungen nach Amerika. Aus Großbritannien werden nach Medienberichten die meisten ausländischen Fans nach Los Angeles kommen.

Quelle: dpa/ddp/bb
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