10.01.13

Tödlicher Unfall

Russische Kugel war laut "Zorbing"-Erfinder illegal

Nach dem tödlichen Unfall auf einer "Zorbing"-Strecke in Russland melden sich die Erfinder der Fun-Sportart zu Wort. Das Unternehmen Zorb aus Neuseeland belastet den Betreiber der Anlage schwer.

Quelle: WeltTV / Alexander Kartaschew
09.01.13 1:31 min.
Freunde filmen im kaukasischen Skigebiet Dombay wie zwei Männer in einem "Zorb" genannten Riesenball von der Piste abkommen und einen Hang hinabrollen. Einer der Männer stirbt bei dem Unfall.

Ein Unfall auf einer "Zorbing"-Strecke in Russland hat weltweit Entsetzen ausgelöst: Bei der Abenteuersportart stürzen sich bis zu zwei Personen in einer PVC-Kugel einen verschneiten Abhang herunter. Dass seine Kugel vom Weg abkam und eine Schlucht hinunterstürzte, kostete den 27-jährige Russen Denis Burakov nun das Leben.

Sein ebenfalls in der Kugel befindlicher Freund Vladimir Shcherbov, 33, überlebte leicht verletzt. Ein Begleiter der beiden hielt den schrecklichen Unfall auf Video fest.

Ausdrücklicher Verstoß gegen die Regeln

Das tragische Unglück war nicht nur vermeidbar – es kam auch aufgrund illegaler Praktiken zustande. Dieser Vorwurf kommt von Seiten des Unternehmens Zorb, das den Freizeitspaß erfunden hat und das entsprechende Equipment herstellt. Die Neuseeländer beklagen in einer Pressemitteilung, dass der Betreiber der Anlage im russischen Skigebiet Dombai keine Lizenz von Zorb hatte.

Das sehen offenbar auch die russischen Behörden so: Der 25-jährige Organisator sei festgenommen worden, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch der Agentur Ria Nowosti.

Ein Problem ist offenbar auch, dass am Rand der Strecke horizontale Absätze fehlten, damit vom Wege abgekommene Kugeln im Notfall ausrollen können.

Nach Zorb-Regularien sei genau das sogar ausdrücklich verboten, heißt es von Erfinderseite her.

Zudem erteilt das Unternehmen den für zwei Personen ausgelegten Kugeln eine Absage: Weder betreibe noch stelle man solche Sportgeräte her.

Die Firma ruft in ihrer Mitteilung alle "Zorbing"-Betreiber sowie die Regierungen dazu auf, sich an die unter www.globeriding.org einsehbaren Sicherheitsregeln zu halten. Zudem kündigt das Unternehmen Zorb an, seine Expertise für die Verfolgung illegaler Anbieter zur Verfügung zu stellen.

Quelle: ire
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