09.01.13

Wetterprognose

Jetzt kommt Dauerfrost, vielleicht auch Schnee

Die ersten Tage des neuen Jahres waren vor allem eins: dunkel. Nun aber wird es ernst. Die "Polarpeitsche" kommt. Dagegen dürfte das Wintergastspiel im Dezember ein laues Lüftchen gewesen sein.

Von Ulli Kulke
Foto: dpa

So wie dieser Graureiher könnten wir auch bald dastehen. Es wird eiskalt
So wie dieser Graureiher könnten wir auch bald dastehen. Es wird eiskalt

Fünf Stunden Sonnenschein seit Jahresbeginn klingt nicht nach viel, doch es ist deutscher Rekord. Stuttgart hält ihn und blickt stolz auf Hannover, wo seit Neujahrsmorgen die Sonne nicht eine Sekunde durch die Wolken linsen konnte (Berlin 10 Minuten, Düsseldorf 20, Erfurt 30, Frankfurt 45, Hamburg eineinhalb Stunden, München drei, Saarbrücken vier).

Keine Garantie für heiteres Wetter

Immerhin eine Erfahrung brachte uns die Düsternis: Ein Hochdruckgebiet ist keine Garantie für heiteres Wetter. Wenn es – wie in den ersten Tagen nach Silvester – über dem Nordwesten Deutschlands liegt, bringt es durch die Winde, die ein Hoch stets im Uhrzeigersinn umwehen, neblige Nordseeluft zu uns.

Und seit das Land anschließend in den Einfluss eines Tiefs über Skandinavien geriet, mit den üblichen gegenläufigen Winden, kam auch noch der Regen vom Atlantik hinzu. Unveränderliche, bleischwere, milde Luft. Damit ist es jetzt vorbei, es kommt Bewegung in die Atmosphäre. Ob das Wetter dadurch besser wird, muss dann jeder für sich entscheiden.

"Westströmung blockiert"

Die "Polarpeitsche" stellt uns der Meteorologe Dominik Jung in Aussicht, das "Wintergastspiel" Anfang Dezember dürfte dagegen ein laues Lüftchen gewesen sein. Das Wochenende und – mindestens – die darauf folgenden zehn Tage werden auch nach Einschätzung anderer Wetterdienste Dauerfrost bringen, bei dem selbst tagsüber das Thermometer nicht über Null Grad anzeigen wird. Zunächst im Süden, später auch im Norden könnte es auch heftig schneien.

Die Großwetterlage zwingt den Winter zurück: Ein Hochdruckgebiet über Mitteleuropa und ein Tief im Südosten des Kontinents produzieren zwischen sich einen Windkanal aus nördlichen und östlichen Richtungen, der russische und skandinavische Kälte herbeiführt.

Je nördlicher die Windrichtung, desto mehr werden die Wolken in der Ostsee auftanken, das Wasser in Schnee verwandeln und über uns ablassen. "Die sonst vorherrschende Westströmung ist blockiert", sagt Thomas Schumann vom Deutschen Wetterdienst.

Bis 2017 keine Erwärmung mehr

Ein winterliches Tief über Südosteuropa, das klingt ein wenig nach jener berüchtigten "V-b"-Wetterlage, wie sie im Januar 2006 herrschte. Damals waren in der Riviera Unmengen von Wasser in die Wolken aufgestiegen, die in weitem Bogen über den Balkan nach Deutschland kamen und eine Schneekatastrophe auslösten. In Bad Reichenhall stürzte damals eine Eissporthalle ein und 15 Menschen starben. Doch Schumann beruhigt: "Keine Gefahr, dafür ist das Tief im Südosten zu weit entfernt".

Und der ganz weite Blick nach vorn? Es könnte sein, dass uns die kalten Winter noch länger erhalten bleiben als von Manchem prophezeit. Das britische "Met Office", in dem die maßgeblichen Temperaturermittler für den Weltklimarat sitzen, hat seine Klimaprognosen radikal nach unten korrigiert. Danach wird sich die seit 1998 anhaltende Pause in der globalen Erwärmung bis mindestens 2017 fortsetzen, erklärte das Met-Office in einer Pressemitteilung.

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