09.01.2013, 15:46

Hiroshima Spektakuläres Foto von Atomangriff aufgetaucht


Dieses lange gesuchte Bild ist nun aufgetaucht

Foto: - / AFP

In Hiroshima ist ein lange gesuchtes Foto entdeckt worden. Es zeigt den Atombombenangriff 1945 aus außergewöhnlicher Perspektive. Das Bild ist spektakulär, der Fundort dagegen banal.

Sensations-Fund in Japan: In Hiroshima ist ein lange gesuchtes Foto entdeckt worden, das den Atombombenangriff am 6. August 1945 auf die Stadt aus außergewöhnlicher Perspektive zeigt.

Die offensichtlich vom Boden aus gemachte Schwarz-Weiß-Aufnahme zeigt den in zwei Teile gespaltenen Atompilz.

Das Foto sei wahrscheinlich gut eine halbe Stunde nach Abwurf der Bombe aus etwa zehn Kilometern Entfernung gemacht worden, so eine Kuratorin des Hiroshima Peace Memorial Museums. Wer das Foto geschossen hat, ist bislang nicht bekannt.

Banaler Fundort

Das Foto ergänzt die bis heute recht spärlichen Eindrücke auf den verheerenden Angriff der US-Armee, der schätzungsweise 140.000 Todesopfer forderte. Denn die nach wie vor bekanntesten Bilder der Explosion waren von amerikanischen Soldaten aus der Luft aufgenommen worden. Zwei japanischen Fotografen war es an jenem Tag gelungen, Fotos vom Boden aus zu machen: Yoshito Matsushige und Seizo Yamada.

So spektakulär das Motiv, so banal ist sein Fundort: Das Foto tauchte in einer Kollektion von Artikeln über den Atomangriff auf, die in der Honkawa-Grundschule in Hiroshima aufbewahrt wurde.

Lange Suche zu Ende

Mit dem Fund geht eine lange Suche zu Ende: "Die Existenz dieser Aufnahme war in den Geschichtsbüchern immer bekannt, aber es ist das erste Mal, dass tatsächlich ein Abzug entdeckt wurde", erklärte die Kuratorin.

Mit dem Einsatz von Atomwaffen sollten die japanischen Truppen im Pazifikkrieg zur Kapitulation gezwungen werden. Drei Tage nach dem Angriff auf Hiroshima warf die US-Armee eine zweite Bombe über Nagasaki ab, die etwa 70.000 Menschen tötete. Am 15. August verkündete der japanische Kaiser das Kriegsende, am 2. September 1945 wurde die Kapitulationsurkunde unterzeichnet.

(afp/ire)
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