08.01.13

Vergewaltigungsprozess

Angeklagte in Indien plädieren auf nicht schuldig

Nach langem Hin und Her haben einige Angeklagte im indischen Vergewaltigungsprozess Anwälte gefunden – trotz großer öffentlicher Empörung. Diese plädieren bei drei Mandanten auf nicht schuldig.

Foto: AFP

Viele Inder fordern die Todesstrafe für die Vergewaltiger einer Studentin
Viele Inder fordern die Todesstrafe für die Vergewaltiger einer Studentin

Drei der Angeklagten im Verfahren um die tödliche Vergewaltigung einer indischen Studentin wollen nach Angaben eines Anwalts auf nicht schuldig plädieren.

Der Anwalt Manohar Lai Sharma sagte dem britischen Rundfunksender BBC, er glaube, dass die Beschuldigten einen fairen Prozess bekommen sollten und habe sich daher gemeldet, sie zu vertreten. Beim nächsten Gerichtstermin am Donnerstag werde er sich als Verteidiger der drei vorstellen.

Die örtliche Anwaltsvereinigung hat sich geweigert, die Verdächtigen zu verteidigen. Wer die beiden anderen volljährigen Beschuldigten vertritt und wie sie sich zum Anklagevorwurf stellen, blieb offen.

Todesstrafe droht

Für Mord, Entführung und Vergewaltigung droht ihnen die Todesstrafe. Erwartet wird, dass der Untersuchungsrichter das Verfahren am Donnerstag an ein Schnellgericht verweist. Ein sechster Verdächtiger kommt vermutlich als Minderjähriger vor ein Jugendgericht.

Die Angeklagten hatten die Juristen V. K. Anand und Manohar Lal Sharma am Dienstag um eine Vertretung gebeten, die diese gegen den heftigen Widerstands ihrer Kollegen annahmen.

"Ich verstehe die Gefühle der Menschen. Aber wir können nicht nur danach handeln", sagte Anand mit Blick auf die gewaltige öffentliche Empörung, die das Verbrechen ausgelöst hat.

Vertretung des Bus-Fahrers

Gemeinsam mit seinem Kollegen werde er den Fahrer des Busses vertreten, in dem die 23-Jährige Mitte Dezember in Neu-Delhi mehrfach misshandelt worden sein soll. Der Busfahrer habe Einzelheiten eingeräumt und auch über die Rolle seiner Mitangeklagten gesprochen, sagte der Jurist, ohne Details zu nennen.

Die meisten Anwälte hatten eine Vertretung angesichts der Brutalität des Falles abgelehnt. Zwei Beschuldigte haben nach wie vor keinen Anwalt. Rechtsexperten warnen, sollte sie ohne juristischen Beistand vor Gericht erscheinen müssen, könnte dies ein Grund sein, um den gesamten Prozess infrage zu stellen. In vergleichbaren Fällen waren Urteile später wieder aufgehoben worden.

Quelle: rtr/dapd/fp
Quelle: Reuters
07.01.2013 1:01 min.
Fünf der sechs Verdächtigen in dem aufsehenerregenden Vergewaltigungsfall erschienen vor Gericht. Die Anklage: Mord und Gruppenvergewaltigung. Der sechste kommt wohl vor ein Jugendgericht.
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