08.01.13

"Costa Concordia"

Deutsche Katastrophentouristen in Seenot

Fünf Touristen aus Deutschland wollten das Wrack des vor einem Jahr aufgelaufenen Kreuzfahrtschiffs "Costa Concordia" aus der Nähe betrachten – und gerieten mit ihrem Schlauchboot in einen Sturm.

Foto: dapd

Schaulustige fotografieren von einem Ausflugsboot aus das Wrack des Kreuzfahrtschiffes "Costa Concordia". Eine selbst organisierte Tour im Schlauchboot hat nun eine Gruppe von deutschen Touristen in Seenot gebracht.
Schaulustige fotografieren von einem Ausflugsboot aus das Wrack des Kreuzfahrtschiffes "Costa Concordia". Eine selbst organisierte Tour im Schlauchboot hat nun eine Gruppe von deutschen Touristen in Seenot gebracht.

Einmal ganz nah dran am Seegrab und dabei fast selber untergegangen: Fünf Touristen aus Deutschland wollten am vergangenen Wochenende das Wrack des vor einem Jahr aufgelaufenen Kreuzfahrtschiffs "Costa Concordia" aus der Nähe sehen, gerieten dann aber mit ihrem Schlauchboot in einen Sturm.

Die Leichtsinns-Aktion vor der Toskana-Küste blieb ohne größere Folgen: Die Beinahe-Schiffbrüchigen – darunter zwei Kinder - wurden von der italienischen Küstenwache gerettet. Allerdings machte den Touristen die Kälte laut "Daily Mail" ordentlich zu schaffen.

Die Gruppe befindet sich nach Behördenangaben derzeit selbst auf Kreuzfahrt – ausgerechnet auf der "Costa Magica", einem Schwesterschiff der im Januar 2012 havarierten "Costa Concordia". Nach der Ankunft in Civitavecchia fuhren die Touristen nach Porto Santo Stefano, wo sie das aufblasbare Boot charterten und sich auf den Weg Richtung Wrack machten.

"Das war ziemlich dumm"

Die knapp 16 Kilometer lange Überfahrt klappte offensichtlich problemlos – doch auf dem Rückweg wurden die Touristen von einem abrupten Wetterumschwung überrascht. Hohe Wellen und Sturmböen drohten das winzige Boot zum Kentern zu bringen, bis die Küstenwache Schlimmeres verhinderte. Wie die Helfer auf die in Seenot geratenen Deutschen aufmerksam wurden: bislang unklar.

Mittlerweile konnten die fünf Deutschen ihre Reise mit der "Costa Magica" fortsetzen – jedoch nicht ohne einen guten Rat von ihren Rettern im Gepäck: "Das war ziemlich dumm von ihnen", so ein Sprecher der italienischen Küstenwache. Und: "Wir haben ihnen gesagt, so etwas nie wieder zu tun."

Die "Costa Concordia" war am 13. Januar 2012 mit über 4000 Passagieren an Bord vor der Insel Giglio auf Grund gelaufen und gekentert. Bei dem Unglück kamen 32 Menschen ums Leben, darunter zwölf Deutsche.

Quelle: ire
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