06.01.13

Tod nach Brust-OP

Ärztin von "Sexy Cora" muss vor Gericht

Zwei Jahre nach dem Tod von Pornostar "Sexy Cora" muss sich ihre Ärztin wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht verantworten. Bei einer Brust-Operation war "Cora" ins Koma gefallen und später gestorben.

Foto: dapd/DAPD

Pornodarstellerin Carolin Wosnitza (“Sexy Cora“) starb vor zwei Jahren nach einer Brust-Operation. Nun kommt die Narkoseärztin vor Gericht
Pornodarstellerin Carolin Wosnitza ("Sexy Cora") starb vor zwei Jahren nach einer Brust-Operation. Nun kommt die Narkoseärztin vor Gericht

Popularität und Glamour waren ihre Welt. Dafür war sie bereit, alles zu geben. "Mein Körper ist mein Kapital", wusste die junge Frau schon sehr früh und scheute nicht davor zurück, ihn in Hoffnung auf möglichst hohe Aufmerksamkeit und optimalen Profit zu formen und formen zu lassen – auch auf Kosten ihrer Gesundheit.

Die sechste Operation an ihrer Brust, die der als "Sexy Cora" bekannt gewordenen Pornodarstellerin eine noch beeindruckendere Oberweite und damit noch mehr Publicity verschaffen sollte, wurde der 23-Jährigen letztlich zum Verhängnis. Sie fiel ins Koma und starb.

Rund zwei Jahre nach dem Tod der jungen Frau in Hamburg muss sich nun eine Medizinerin vor Gericht verantworten. Der Ärztin wird vorgeworfen, den Tod der Patientin durch Fahrlässigkeit verursacht zu haben. Die Hauptverhandlung gegen die 56-Jährige wird nach Informationen des "Hamburger Abendblatts" am 28. Januar vor dem Landgericht beginnen, das Urteil könnte bereits am 5. Februar gefällt werden. Fahrlässige Tötung wird mit Geldstrafe oder Haft bis zu fünf Jahren geahndet.

Herzstillstand offenbar nicht bemerkt

"Sexy Cora", mit bürgerlichem Namen Carolin Wosnitza, verstarb am 20. Januar 2011. Die gebürtige Berlinerin hatte sich in einer auf plastische Chirurgie spezialisierten Privatklinik an der Alster ein weiteres Mal ihre Brust vergrößern lassen wollen, von Körbchengröße F auf G.

Als sie während des Eingriffs ins Koma fiel, wurde sie in eine andere Klinik verlegt und intensivmedizinisch behandelt. Dort verstarb sie neun Tage später, ohne je wieder ihr Bewusstsein erlangt zu haben.

Die junge Frau hatte bei dem Eingriff einen Herzstillstand erlitten, der offenbar nicht rechtzeitig bemerkt wurde. Die Staatsanwaltschaft hatte zunächst gegen zwei Mediziner, die Narkose-Ärztin und den Schönheits-Chirurgen, wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ermittelt. Doch schließlich wurde nur gegen die Anästhesistin Anklage erhoben, das Verfahren gegen den Chirurgen eingestellt.

Für die Folgen sei die Narkose-Ärztin verantwortlich, weil sie nicht bemerkt habe, dass die Patientin bei der Beatmung zu wenig Sauerstoff durch die Maske bekam, so die Staatsanwaltschaft. Laut einem medizinischen Gutachten soll es nicht nur bei der Narkose, sondern auch bei der versuchten Wiederbelebung durch den Chirurgen zu Fehlern gekommen sein. Doch auch die Verantwortung für die Reanimation liege bei der Anästhesistin, heißt es.

Witwer macht Geschäfte mit Gipsabdruck ihrer Brüste

Eigentlich habe sie eine Karriere in der Musikbranche angestrebt, hatte "Cora" einmal gesagt. Doch unter der Regie ihres Freundes und späteren Ehemanns und Managers Tim Wosnitza schlug sie dann den Weg ein, in dem sie mit sehr viel Körpereinsatz große Publicity und auch reichlich Geld bekam.

Anfangs präsentierte sie sich im Internet auf diversen Erotikportalen, später drehte sie eigene Pornofilme. 2009 trat sie in einem Musikvideo des Rappers D-Bo auf, darüber hinaus schaffte sie den Sprung ins Fernsehen, als sie in einer Staffel der "RTL 2"-Produktion "Big Brother" zu sehen war.

Auch nach dem tragischen Unglück in der Schönheits-Klinik schlug ihr geschäftstüchtiger Ehemann Kapital aus dem Image der "Sexy Cora". Dinge wie Unterwäsche und Schuhe, die aus ihrem persönlichen Besitz stammten, sowie einen Gipsabdruck ihrer Brüste versteigerte er nicht lange nach dem Tod der 23-Jährigen über das Internet.

Ihr Grab auf dem Friedhof Ohlsdorf wurde unter der Regie des 25-jährigen Witwers für eine Zeit lang zu einem medialen Ereignis. Und zuletzt machte der Witwer Schlagzeilen, weil er laut der "Hamburger Morgenpost" angeblich die Versicherung der Klinik auf vier Millionen Euro Schadenersatz verklagen wollte.

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