04.01.13

Tote in der Schweiz

Schütze passt ins Täterprofil der Annecy-Morde

In einem Schweizer Bergdorf hatte ein Mann drei Nachbarinnen erschossen. Jetzt soll der Schütze zu dem Vierfachmord in Annecy befragt werden. Die Polizei prüft einen "möglichen Zusammenhang".

Foto: dpa

Drei Menschen tötete ein Schütze in Daillon in der Schweiz. Gibt es einen Zusammenhang zu dem Vierfachmord in Frankreich?
Drei Menschen tötete ein Schütze in Daillon in der Schweiz. Gibt es einen Zusammenhang zu dem Vierfachmord in Frankreich?

Die Ermittler im mysteriösen Vierfachmord von Frankreich wollen den Mann befragen, der am Mittwochabend in einem kleinen Dorf in der Schweiz drei Nachbarinnen tötete und zwei Männer verletzte.

Eine entsprechende Anfrage sei aus Frankreich eingegangen, sagte am Freitag ein Polizeisprecher im schweizerischen Sitten. Die Kollegen aus dem Nachbarland wollten einen "möglichen Zusammenhang" zwischen den beiden Taten prüfen.

Im dem kleinen Dorf Daillon im Kanton Wallis hatte ein 33-Jähriger am Mittwochabend das Feuer auf seine Nachbarn eröffnet.

Laut einem Bericht der britischen Tageszeitung "The Telegraph" passt er in das von den Franzosen erstellte psychologische Täterprofil für den Vierfachmord bei Annecy in Ostfrankreich. In diesem Fall hoffen die Ermittler seit vier Monaten auf einen Durchbruch.

Auf Waldparkplatz getötet

Der aus dem Irak stammende Brite Saad al-Hilli, seine Ehefrau Ikbal, deren Mutter und ein französischer Radfahrer waren am 5. September auf einem Waldparkplatz bei Annecy mit Kopfschüssen getötet worden. Die al-Hillis machten in der Region Urlaub.

Die vierjährige Tochter der Familie überlebte unverletzt, weil sie sich im Auto der Familie unter der Leiche ihrer Mutter versteckte. Ihre siebenjährige Schwester wurde schwer verletzt.

Die Ermittler tappen derzeit noch im Dunkeln. Sie gehen aber davon aus, dass die al-Hillis das eigentliche Ziel des Angriffs waren und der Radfahrer nur zufällig vorbei kam.

Hauptstraße des 200-Einwohner-Dorfes

Das Blutbad in der Schweiz ereignete sich am Mittwochabend auf der Hauptstraße des 200-Einwohner-Dorfes. Die getöteten Frauen waren der Polizei zufolge 32, 54 und 79 Jahre alt. Ebenso wie die verletzten Männer kannten sie den Täter – in Daillon kennt jeder jeden.

Entsprechend geschockt war das Dorf am Morgen nach der Tat. "Niemand versteht es, Wallis steht unter Schock", sagte ein Polizeisprecher. "Das war ein Mann aus Daillon, und er hat auf seine Nachbarn geschossen."

Der Täter war der Polizei bekannt: Er war 2005 vorübergehend in der Psychiatrie, zuletzt war er als Marihuana-Raucher aufgefallen. Nach Angaben des Wirtes der Dorfgaststätte hatte der 33-Jährige zu Beginn des Abends Alkohol getrunken.

Berichte, dass er zur Tatzeit betrunken war, wollte die Polizei nicht bestätigen. Auch zu möglichen Motiven machte sie zunächst keine Angaben.

2005 in Psychiatrie

Völlig unklar blieb zunächst, wie der Mann an seine Waffen kam. Als er 2005 in die Psychiatrie eingewiesen wurde, waren mehrere Waffen bei ihm beschlagnahmt und anschließend zerstört worden.

Am Mittwochabend schoss der Täter nach Polizeiangaben mit mindestens zwei Waffen: einem Schrotgewehr und einem historischen Karabiner der Schweizer Armee, der Mitte des vergangenen Jahrhunderts ausgemustert wurde. Angemeldet hatte der 33-Jährige den Waffenbesitz nicht.

Der Schütze gab den Ermittlungen zufolge etwa 20 Schüsse ab, bevor er von Polizisten gestellt wurde. Da er diese bedroht habe, sei auf den Täter geschossen worden, berichtete Staatsanwältin Catherine Seppey in Daillon. Der Täter hätte wohl weiter geschossen, wenn die Polizei ihn nicht gestoppt hätte.

Quelle: AFP/fp
Quelle: Reuters
06.09.12 1:29 min.
Auf einem Parkplatz in den französischen Alpen wurden vier Menschen erschossen, zwei kleine Mädchen überlebten das Verbrechen. Urlauber des angrenzenden Campingplatzes sind fassungslos.
© Berliner Morgenpost 2014 - Alle Rechte vorbehalten
P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie Fan von der Berliner Morgenpost.
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Top-Thema
title
Die besten Berlin-Videos

Das sind die Youtube-Favoriten der Redaktion.

Video Nachrichten mehr
Champions League "Das war für Rom eine Katastrophe"
Verhaftet vom Regime Nordkorea lässt US-Bürger frei
Champions League Dortmund lechzt nach einem Erfolgserlebnis
Unglück in Moskau Total-Chef stirbt bei Kollision mit Schneepflug
websiteservice.jpg
Websiteservice

Sie machen Ihr Business. Wir Ihre Websitemehr

Timetraveller.jpg
Timetraveller

Mit der Morgenpost und Timetraveller Geschichte erlebenmehr

Top Bildershows mehr
Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Fotogalerie

Das sind die Berliner Bilder des Tages

Großbritannien

Ein Hauch von Bauch – Auftritt von schwangerer…

In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote