03.01.13

RTL-Kuppel-Show

Der Bachelor blamiert sich mit der Filet-Frage

"Alle wollen ihn. Eine kriegt ihn": RTL hat den neuen Bachelor, einen Juristen und zweifachen Vater, auf Partnerinnensuche geschickt. Die Rollenbesetzung im Zickenkrieg ist nach Folge eins geklärt.

Foto: (c) RTL / Stefan Gregorowius

Er darf sich eine aussuchen: …

24 Bilder

"Er sieht aus wie Tom Cruise!", munkeln einige Damen nach der ersten Begutachtung des Bachelors. Insgesamt 20 Frauen hatten Erfolg mit ihrer Bewerbung bei RTL, an einem besonderen Blind Date teilzunehmen. Sie sind dafür nach Südafrika geflogen worden, laut Sender "der perfekte Ort für starke Emotionen und wahrhaftige Leidenschaft". Nachdem sie sich alle im Hotel schwer in Schale geworfen haben, werden sie per Limousine zu einer Villa chauffiert, wo sie endlich erfahren, für wen sie ab sofort in den Zickenkrieg ziehen sollen.

Nun endlich hat der Bachelor einen Namen und ein Gesicht! Jan heißt er, ist 36 Jahre alt und gelernter Anwalt. Aber mittlerweile hauptberuflich eher Fotomodel. Dunkelhaarig, blaugrüne Augen. Seine Zähne sind sehr weiß, sein Gesicht sehr gebräunt. "Gott, sieht der gut aus!", lautet das Urteil von Alissa (25), als sie ihn aus der Limo erspäht.

Lange hatte RTL ein Geheimnis um den männlichen Dreh- und Angelpunkt seiner Kuppel-Show gemacht. Gelüftet wurde es offiziell erst am Ausstrahlungstag der ersten Folge. Jan also ist's, um den es jetzt an insgesamt acht Mittwochabenden gehen soll. Doch die Wahrheit ist: Der Titelheld ist in diesem Show-Format nur Nebendarsteller. Die Hauptrollen sind weiblich, und die Nischen schnell besetzt.

Wie Stars treten die Kandidatinnen einzeln aus den Autos dem Ein-Mann-Empfangskommitee entgegen. Ein kurzer Moment der Zweisamkeit für jede. Der erste Eindruck zählt. Klar, dass dabei alle sehr viel Haut zeigen. Und doch hat es nichts mit Nacktem zu tun, wenn sich am Ende dieses Kapitels zwei Szenen unter dem Titel "Fleisch" eingeprägt haben werden.

Frisch aus dem Schlachthaus

Melanie (24) hat dem Bachelor allen Ernstes eine Wurst mitgebracht. Eine Zutat dafür hat sie selbst erlegt. Die Frau mit der platinblonden, wilden Kurzhaarfrisur ist nämlich nicht nur Erotikmodel, sondern auch Jägerin, wie ein Einspielfilm den Zuschauern zeigte. Jan ist beeindruckt von Melanie: "Eine Augenweide!" "Also, du bist kein Vegetarier?", fragt die Frau aus Grimma in Sachsen. Als Jan verneint, ist der Abend für sie gerettet: "Gott, bin ich glücklich!"

Unfreiwillig fleischlich gräbt sich eine Kandidatin aus Braunschweig ins Bewusstsein des Bachelors. Ihr Name: Mignon. Der Bachelor ist irritiert. Ihm steht eine hübsche Blondine mit Rehaugen gegenüber, doch der Name klingt für ihn asiatisch. Sie will Klarheit schaffen: "Du kennst bestimmt ,Filet Mignon'?" Er: "Ist das eine Chansonsängerin?"

Schnell erkennt Jan nicht nur, dass er sich gerade "mal richtig blamiert" hat, sondern dass hier auch eine Favoritin vor ihm steht. Als er am Ende dieses Abends durch die Blume sagen darf, welche 15 der 20 Damen weiter in der Show bleiben, bekommt Mignon die erste Rose überreicht.

Zweite Favoritin scheint die Schweizerin Mona zu sein, die die letzte Rose annimmt. Zumindest zeigt die Regie die brünette Fitnesstrainerin auffallend oft.

Der Bachelor ist Zweifach-Papa

Auch Alleinerziehende schaffen es in die nächste Sendung. Conny ist eine der Mamas in der Runde. Sie hat einen sechsjährigen Sohn und ist begeistert, als sie erfährt, dass Jan auch schon einen Sohn (14) und eine Tochter (3) hat. Hoffnung blitzt auf, als sie eine der Rosen bekommt. Sie "hätte nichts gegen eine Großfamilie".

Nina allerdings schon. Zwei Kinder von zwei Frauen, diese Altlast von Jan ist zu viel für die 24-Jährige. Die Blondine im pinkfarbenen Kleid ist enttäuscht. Sie hatte extra für den Bachelor schon auf einiges verzichtet: ihre komplette Unterwäsche.

"Der Bachelor" läuft 2013 in der dritten Staffel. Männer haben Freude daran zuzuschauen, wenn Frauen alles dransetzen, einem Mann zu gefallen. Frauen können beim "Bachelor" über die Geschlechtsgenossinnen im Fernsehen lästern, lachen oder mit ihnen leiden. "Die Bachelorette" dagegen, eine Show, bei der 25 Kerle um die Gunst einer Frau buhlten, gab es nur einmal im deutschen Fernsehen.

Voyeurismus hin oder her: Zumindest optisch geht's hier einfach gepflegter zu als im Dschungelcamp. Ekelfaktoren werden aber auch geschaffen. Charakterlicher Art. Diesbezüglich wird "Bachelor"-Kandidatin Madeleine dramaturgisch groß rausgebracht.

Störfaktor Madeleine

"Madeleine lacht viel, redet viel, was ja viele Frauen gerne tun", lautet das erste Resümee des Rosenkavaliers. "Aber in einer sehr geballten Form." Und was sie redet! "Ich bin schon ein sehr intellektueller Mensch", sagt sie in ihrem Vorstellungsfilm. Aber: "Ich suche einen Mann, der mir intellektuell überlegen ist, der mir finanziell überlegen ist." Mit einem Elektriker zum Beispiel könne sie nichts anfangen. Ihre Ansprüche seien "zugegebenermaßen sehr hoch, aber ich sehe es auch nicht ein, sie zu senken". Auch beim Thema Sex sei sie sehr anspruchsvoll.

Bei der Kennenlern-Party in der Villa reißt sie ständig das Gespräch an sich. "Sehr störend", findet Mignon. Und Alissa: "Ich hab ihr gesagt, sie soll sich zusammenreißen. Das sieht ganz Deutschland!" Madeleine selbst kichert: "Ich glaube, dass er jetzt so genervt ist, dass er mich direkt rauswirft."

Doch, Überraschung! Madeleine bekommt eine Rose. Zum Verdruss ihrer Mitspielerinnen, die ahnen: "Wenn die mit in die Villa einzieht, würde das keine gute Luft geben."

Mit ähnlicher Kraft hat eine Rothaarige in der vergangenen "Bachelor"-Staffel die Rolle der arroganten Nervensäge gespielt. Das hat sie allerdings nur geografisch weit gebracht: Georgina soll angeblich auf dem Weg nach Australien sein. Als Bewohnerin des nächste Woche startenden RTL-Dschungelcamps. Da wird es richtig schmutzig.

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