02.01.13

Indien

Vergewaltiger wollten Inderin mit dem Bus überfahren

Über die Gruppen-Vergewaltigung der 23-jährigen Inderin werden immer neue grausame Details bekannt. Kein Anwalt will die Täter verteidigen.

Foto: AFP

Nach wie vor gehen täglich Tausende Menschen auf die Straße, um für schärfere Gesetze gegen Vergewaltigungen zu demonstrieren
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Die Vergewaltiger der jungen Inderin haben nach der brutalen Tat in einem Bus offenbar versucht, ihr Opfer zu überfahren. Wie mehrere indische Medien am Mittwoch unter Berufung auf einen tausendseitigen Polizeibericht berichteten, konnte der Begleiter der 23-Jährigen seine Freundin gerade noch rechtzeitig wegziehen, als er sah, wie der Bus wendete, um sie offenbar zu überrollen. Der junge Mann sei mit seiner Freundin nach der Gruppenvergewaltigung aus dem Bus geworfen worden, nachdem dem Paar zuvor noch die Kleider vom Leib gerissen worden seien, berichtete "The Indian Express".

Die junge Frau war Mitte Dezember in einem Bus in Neu Delhi von sechs Männern auf brutalste Weise vergewaltigt und misshandelt worden. Unter anderem wurde sie mit Eisenstangen geschlagen. Auch ihr Freund wurde schwer verletzt. Die Inderin starb vergangene Woche in einem Krankenhaus in Singapur an den Folgen des Angriffs. Fünf Männer und ein minderjähriger Jugendlicher sollen sich ab Donnerstag wegen der Tat wegen Mordes und Vergewaltigung vor Gericht verantworten. In Indien steht auf Mord die Todesstrafe, sie wird aber nur selten vollstreckt.

Wie die Zeitung "The Times of India" berichtete, fügte die Frau ihren Angreifern während des Angriffs mehrere Bisswunden zu, um sich zu befreien. Diese Verletzungen sowie Blut, Sperma und Haare bilden der Polizei und den Medien zufolge gemeinsam mit der Aussage des Freundes der Inderin die Hauptbeweislast gegen die mutmaßlichen sechs Täter. Der Fahrer des Busses muss sich zudem wegen Verschwindens von Beweismitteln verantworten, da er nach der Tat die Kleider der Frau verbrannt sowie versucht haben soll, den Bus gründlich zu reinigen.

Ein Mitglied der Anwaltskammer des Hauptstadtbezirks Saket sagte unterdessen, dass die dort zugelassenen Anwälte sich weigerten, die mutmaßlichen Täter zu verteidigen. Keiner der 2500 bei dem Gericht registrierten Verteidiger sei dazu bereit, da es "unmoralisch" sei, diesen Fall zu übernehmen, sagte Sanjay Kumar. Ein weiterer Anwalt sprach ebenfalls von einem Boykott seitens der Kammer. Die Regierung muss in diesem Fall Pflichtverteidiger bestimmen. Eine erste Anhörung vor dem Gericht in Saket sollte am Donnerstag stattfinden.

Daneben gibt es eine Initiative, ein neues schärferes Gesetz zur Ahndung von Vergewaltigungen nach der toten Inderin zu benennen. Ihr Name wird bislang streng geheimgehalten. Die Familie sagte, sie würde einer Veröffentlichung des Namens zu diesem Zweck zustimmen. Würde das Gesetz nach der 23-Jährigen benannt, die bislang "Tochter Indiens" oder "Löwenherz" genannt wird, sei das eine Ehre.

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