01.01.13

Tragödie

60 Menschen sterben bei Massenpanik in Elfenbeinküste

Erst zum zweiten Mal gab es in Abidjan ein Feuerwerk. Doch eine Massenpanik führte zu einem tragischen Ende.

Foto: dapd

Ein ivorischer Soldat steht neben einem Haufen Kleider, die bei der Massenpanik auf der Straße zurückblieben
Ein ivorischer Soldat steht neben einem Haufen Kleider, die bei der Massenpanik auf der Straße zurückblieben

Bei einer Massenpanik nach den Silvesterfeiern in der westafrikanischen Metropole Abidjan sind mehr als 60 Menschen getötet und über 200 verletzt worden. Nach dem Ende des Feuerwerks gegen 1 Uhr waren nach Angaben des staatlichen Fernsehens über zwei Millionen Menschen auf dem Weg nach Hause. In der Nähe des Stadions sei es in einigen wenig beleuchteten Straßen zu einem enormen Gedränge gekommen.

Eine Polizistin erklärte, zwei Ströme von Zuschauern seien in entgegengesetzter Richtung unterwegs gewesen und aufeinander getroffen. Im Sender RTI waren auf der Straße liegende Leichen zu sehen sowie verängstigte Menschen, die von Rettungskräften betreut wurden. Noch am Dienstagvormittag befanden sich Schuhe und zurückgelassene Kleidung am Unglückort. Ivorische Soldaten und Polizisten sowie Mitglieder der UN-Truppe ONUCI waren im Einsatz.

"Es brach Panik und Angst aus, ich dachte ich würde ersticken. Mein Freund fiel hin und wurde zu Tode getrampelt", schilderte die 19-jährige Rita Amah die Ereignisse.

Unter den Toten und Verletzten seien sehr viele Kinder und Jugendliche, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur AIP. Noch am Dienstagvormittag waren am Unglücksort zahllose Schuhe und zerrissene Kleider zu sehen. Viele verzweifelte Eltern suchten nach ihren vermissten Kindern. "Meine beiden Kinder sind hier gestern hingegangen", sagte Assetou Toure, eine Reinigungskraft. "Ich habe ihnen gesagt, dass sie nicht gehen sollen, aber sie haben nicht auf mich gehört. Sie sind gegangen, als ich geschlafen habe. Was mache ich jetzt nur?" Toure wusste nicht, ob ihre Kinder der Panik unverletzt entkommen sind. Es ist eine Tradition in der Elfenbeinküste, dass die Familien mit allen Kindern zu Silvester auf die Straße gehen und feiern.

Zahl der Opfer könnte noch weiter steigen

Der Minister für Jugend und Familie, Alain Lobognon, besuchte am Dienstag Verletzte in den Kliniken der Stadt. Er forderte seine Mitbürger auf, Blut zu spenden. Am Dienstag waren nach Angaben des Arztes Patrice Kouakou vom Universitätskrankenhaus der Stadt noch 50 Verletzte in den Hospitälern. Die Zahl der Opfer könne noch weiter steigen, sagte er.

Innenminister Hamed Bakayoko versicherte, dass die Ursachen für die Massenpanik genau untersucht werden würden. Die Verantwortlichen für mögliche Versäumnisse bei den Sicherheitsmaßnahmen würden zur Rechenschaft gezogen. Es war der schlimmste derartige Vorfall in der Elfenbeinküste seit 2010. Damals kamen ebenfalls bei einer Massenpanik während eines Fußballspiels 18 Menschen ums Leben.

Quelle: dpa/rtr
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