30.12.2012, 18:33

Hilden Zwei Festnahmen nach Säureanschlag

Nach dem Säureanschlag auf eine Deutsch-Türkin sitzt neben dem mutmaßlichen Angreifer auch der ehemalige Partner des Opfers in Haft. Er soll einen 18-jährigen Bekannten zu der Tat angestiftet haben.

Nach einem Säureanschlag auf eine junge Frau in Hilden bei Düsseldorf hat die Polizei den Ex-Freund des Opfers sowie den mutmaßlichen Angreifer festgenommen. Der 22-jährige frühere Partner soll einen 18-Jährigen zu der Tat angestiftet haben, wie die Polizei mitteilte.

Der Jugendliche soll am Samstag an der Tür der 20-jährigen Deutsch-Türkin Reyhan A. geklingelt haben. Als diese öffnete, sprühte der mit Schal und Mütze vermummte junge Mann ihr aus einer Dose eine Flüssigkeit ins Gesicht. Er verließ wortlos den Tatort und flüchtete in unbekannte Richtung. Bei der Substanz handelt es sich nach ersten Erkenntnissen um Schwefelsäure, die die Täter in einer Apotheke gekauft hatten.

Die junge Frau verspürte den Angaben zufolge sofort ein starkes Brennen im Gesicht und rief den Rettungsdienst an. Sie erlitt schwere Verletzungen und wurde in ein Krankenhaus gebracht. Lebensgefahr bestand nicht.

Auch Reyhans Großmutter Sultan musste zur Behandlung ins Krankenhaus. Die 63-Jährige war zur Tür geeilt und hatte einige Säurespritzer auf die Hand bekommen. Sultan sagte der "Bild am Sonntag": "Ich hätte das Zeug abkriegen sollen, nicht meine Enkeltochter."

Säureanschlag soll angeküngt gewesen sein

Der Ex-Freund wurde noch am Samstag festgenommen, gegen ihn wurde Haftbefehl erlassen. Er gestand in einer Vernehmung, jemanden zu der Tat angestiftet zu haben.

Er soll die 20-Jährige nach Polizeiangaben seit November 2011 immer wieder bedroht und geschlagen haben. Auch einen Säureanschlag soll er ihr angekündigt haben. Deshalb hatte ein Amtsgericht entschieden, dass er sich ihr nicht mehr nähern durfte.

Der 18-Jährige, der die Säure versprüht haben soll, erschien am Sonntag auf einem Polizeirevier und stellte sich. Gegen ihn soll ebenfalls Haftbefehl erlassen werden.

(dpad/dpa/nics)
Bleiben Sie informiert:
Die Berliner Morgenpost in sozialen Netzwerken.
Folgen Sie uns auf Twitter