30.12.12

Fünf Tote

Defekte Bremsen wohl Ursache für Bruchlandung in Moskau

Ermittler gehen davon aus, dass das Bremssystem nicht korrekt funktionierte. Ein fünftes Crewmitglied erlag seinen schweren Verletzungen.

Foto: dpa

Ermittler gehen davon aus, dass ein defektes Bremssystem Ursache des Flugzeugcrashs in Moskau gewesen sein könnte
Ermittler gehen davon aus, dass ein defektes Bremssystem Ursache des Flugzeugcrashs in Moskau gewesen sein könnte

Fehlerhafte Bremsen könnten die Ursache für das Flugzeugunglück am Sonnabend in Russland gewesen sein. Nach der Landung habe der Pilot alle ihm zur Verfügung stehenden Bremssysteme eingesetzt, sagte ein Mitglied der Untersuchungskommission der Nachrichtenagentur Interfax am Sonntag. Die Maschine sei aber nicht zum Stehen gekommen. "Höchstwahrscheinlich lag es an einer fehlerhaften Schubumkehr oder an den Bremsen," fügte er hinzu. Derzeit werde der Flugdatenschreiber der Maschine untersucht, teilten die Ermittlungsbehörden mit.

Die Tupolew-204 der russischen Fluggesellschaft Red Wings war am Sonnabend bei der Landung am Flughafen Moskau-Wnukowo in drei Teile zerbrochen. Vier Menschen kamen dabei ums Leben. Ein fünftes Crewmitglied erlag am Sonntag seinen schweren Verletzungen. Nach Polizeiangaben waren insgesamt zwölf Menschen an Bord, die alle zur Besatzung gehörten.

Der Vorfall rückt erneut die Sicherheit russischer Passagiermaschinen in den Vordergrund. Trotz der Forderungen von Präsident Wladimir Putin, die Kontrollen zu verschärfen, weisen russische Airlines oder Fluggesellschaften früherer Sowjet-Republiken gravierende Mängel auf. Dem Weltverband IATA zufolge lag die Unfallrate dieser Gesellschaften im vergangenen Jahr dreimal so hoch wie der weltweite Durchschnitt.

Erst am 21. Dezember war ebenfalls eine Tupolew-204 mit 70 Passagieren an Bord in Sibirien über die Landebahn hinausgeschossen. Die Tupolew-204 – von der Größe vergleichbar mit einer Boeing 757 und dem Airbus A321 – wurde Mitte der 1990er Jahre gebaut. Die Produktion ist inzwischen eingestellt. Red Wings, die neun Maschinen dieses Typs in der Flotte hat, erklärte am Sonntag, sie wolle das Modell nicht ausmustern.

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