29.12.12

Mord an Baby

Kinderwagen-Fetischist stirbt nach 40 Jahren in Haft

Er stahl Kinderwagen, um sich daran sexuell zu befriedigen. Dann tötete er ein Baby. Ein 64-Jähriger ist nach 40 Jahren Haft im Gefängnis gestorben. Wegen seiner Störung war er nie entlassen worden.

Foto: ZB

Die Vollzugsanstalt in Brandenburg: 40 Jahre war der Kindsmörder hier inhaftiert. Wegen seiner schweren psychischen Störung konnte er nie entlassen werden. Der 64-Jährige starb an Krebs
Die Vollzugsanstalt in Brandenburg: 40 Jahre war der Kindsmörder hier inhaftiert

So lange wie er saß kein anderer Häftling in Brandenburg im Gefängnis: Nach 40 Jahren Haft ist ein Kindsmörder in der Vollzugsanstalt Brandenburg/Havel gestorben. Der Mann aus Eberswalde sei bereits im September einer Krebserkrankung erlegen, sagte Anstaltsleiter Hermann Wachter und bestätigte einen Bericht der "Märkischen Allgemeinen". Der Mann erreichte demnach nicht mehr das Rentenalter von 65 Jahren.

Der frühere Walzwerkarbeiter war 1972 vom damaligen Bezirksgericht Frankfurt (Oder) wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden, weil er ein drei Monate altes Mädchen getötet hatte. Der Straftäter galt als Kinderwagen-Fetischist, weil er diese zur Befriedigung sexueller Gelüste nutzte.

Er stahl Kinderwagen – einmal lag ein Baby darin

Am 12. Juli 1972 stahl der damals 24-Jährige zum 14. Mal in Eberswalde einen Wagen – diesmal lag allerdings ein Säugling darin. Ohne sich an dem Kind zu vergehen, befriedigte er seine Triebe. Als das kleine Mädchen schrie, würgte er es und setzte es samt Kinderwagen auf einem Kanal aus. Das Baby ertrank.

In der Regel gibt es auch bei lebenslanger Haft nach 15 Jahren die Chance, auf Bewährung aus dem Gefängnis entlassen zu werden. Wegen schwerer psychischer Fehlentwicklungen hatten Gutachter bei dem Mann jedoch eine vorzeitige Entlassung abgelehnt.

"Er war therapeutisch nicht erreichbar"

Vor etwa zehn Jahren habe es zum letzten Mal eine derartige Begutachtung gegeben, berichtete Anstaltsleiter Wachter. Danach habe der Häftling selbst nicht mehr das Gefängnis verlassen wollen. "Er war therapeutisch nicht erreichbar", so Wachter.

Nach seiner Schilderung lebte der Straftäter zurückgezogen in der Anstalt und arbeitete in der Holzfertigung. Kontakte zur Außenwelt hatte er nicht. Die Diagnose Krebs habe der Gefangene etwa ein halbes Jahr vor seinem Tod erhalten.

Quelle: dpa/cke
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