26.12.12

Somalia

Entführte und gefolterte Seeleute nach drei Jahren frei

Fast drei Jahre dauerte das Martyrium von 22 Seeleuten: Somalische Piraten hatten sie entführt und gequält. Eine gewaltsame Befreiungsaktion war gescheitert. Verhandlungen führten zum Erfolg.

Foto: AFP

Ein Pirat an der Küste Somalias. Überfälle auf Schiffe und Entführungen sind in den Gewässern am Horn von Afrika häufig
Ein Pirat an der Küste Somalias. Überfälle auf Schiffe und Entführungen sind in den Gewässern am Horn von Afrika häufig

Nach fast drei Jahren hat eine Geiselnahme in Somalia kurz vor Weihnachten ein gutes Ende gefunden: 22 Seeleute, die im März 2010 entführt worden waren, sind wieder frei.

Die Piraten hatten damals die unter der Flagge Panamas fahrende "MV Iceberg 1" gekapert und die Crew in ihre Gewalt gebracht. Verhandlungen unter Vermittlung von Dorfältesten führten nun offenbar zum Erfolg.

Lösegeld sei nicht gezahlt worden, erklärten die Behörden.

Gewaltsame Befreiung scheiterte

Die Besatzung stammt aus dem Jemen, Indien, Ghana, Pakistan, dem Sudan und den Philippinen. Nach der Freilassung wurden die Männer medizinisch betreut, da sie von den Piraten auch gefoltert worden waren.

"Nach zwei Jahren und neun Monaten Gefangenschaft zeigen die Seeleute Zeichen von körperlicher Folter und Krankheit", hieß es in einer Mitteilung. "Die Geiseln erhalten derzeit Nahrung und werden medizinisch versorgt."

Sicherheitskräfte aus der halbautonomen Region Puntland im Nordosten Somalias hatten seit Wochen versucht, das Schiff und die Crew zu befreien. Eine gewaltsame Aktion war am 10. Dezember fehlgeschlagen.

Auch die Bundeswehr jagt Piraten

Fünf Tage später tötete die Polizei aus Puntland drei mutmaßliche Piraten und nahm drei weitere fest. Sie hatten versucht, mehrere Seeräubergruppen mit Waffen zu versorgen – in derselben Region, in der die entführten Seeleute festgehalten wurden.

Anschließend sei es zu Verhandlungen gekommen, die unter Vermittlung von Dorfältesten stattfanden, sagten Beobachter in Puntlands Hauptstadt Garowe.

Zum Schutz der Schifffahrtsrouten am Horn von Afrika ist seit 2008 auch die EU-Mission "Atalanta" im Einsatz, an der sich auch die Bundeswehr beteiligt.

Geiselnahme vor Küste Nigerias

Unterdessen schlagen Piraten auch in Westafrika weiter zu. Am Wochenende brachten Unbekannte vor der Südküste Nigerias ein Schiff und die aus drei Italienern und einem Ukrainer bestehende Besatzung in ihre Gewalt, teilte das Außenministerium in Rom mit.

Die "MV Asso Ventuno" wurde am Sonntag von sieben bewaffneten Piraten angegriffen, die mit einem Schnellboot gekommen waren. Das Schiff wurde inzwischen wieder freigegeben, nicht aber die Crew.

Im italienischen Außenministerium wurde ein Krisenstab eingerichtet.

Quelle: dpa/jw
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