26.12.12

Webster

Ex-Häftling erschießt Feuerwehrleute aus Mordlust

Ein 62-Jähriger hat in der US-Stadt Webster Feuerleute zu einem Brand gelockt und sie erschossen. Später fand die Polizei noch eine Leiche.

Foto: dpa

„Ich werde tun, was ich am liebsten mache: Menschen töten“
"Ich werde tun, was ich am liebsten mache: Menschen töten"

Pure Mordlust dürfte das Motiv für einen Hinterhalt gewesen sein, den ein Ex-Häftling zu Weihnachten freiwilligen Feuerwehrleuten im US-Staat New York gestellt hat. Der 62-Jährige hatte am Montag in der Ortschaft Webster zunächst ein Haus und ein Auto in Brand gesteckt. Zwei der herbeigeeilten Feuerwehrleute erschoss er, zwei ihrer Kollegen und ein Passant wurden durch Kugeln verletzt. Ein Polizist lieferte sich einen Schusswechsel mit dem Mann, der sich anschließend selbst tötete.

Die Polizei fand eine Notiz , die nahelegt, dass der Täter aus purer Mordlust tötete. "Ich will mal sehen, wie viel der Nachbarschaft ich niederbrennen kann und ich werde tun, was ich am liebsten mache: Menschen töten", zitierte der örtliche Polizeichef Gerald Pickering am Dienstag aus dem zwei- bis dreiseitigen Schreiben. "Es scheint, als sei es eine Falle gewesen."

Zudem wurden in dem Haus des Täters sterbliche Überreste eines Menschen gefunden. Die Ermittler gingen davon aus, dass es sich dabei um die Schwester des Mannes handelte. Aufgrund der starken Verbrennungen der Leiche muss die Identität der Toten gerichtsmedizinisch festgestellt werden. Ein Nachbar sagte, der Täter habe seine Schwester gehasst.

Täter war wegen Totschlags über 17 Jahre in Haft

Der Mann hatte mehr als 17 Jahre im Gefängnis verbracht, weil er 1980 seine 92-jährige Großmutter erschlagen hatte. 1998 kam er auf Bewährung frei und lebte seither nach Behördenangaben unauffällig. Als verurteilter Straftäter hätte er allerdings keine Waffen besitzen dürfen.

Den Anschlag auf die Feuerwehrleute verübte der Mann nach Polizeiangaben mit einem Revolver, einer Schrotflinte und einem halbautomatischen Sturmgewehr der Marke Bushmaster, wie es vor kurzem auch der Amokläufer von Newtown verwendet hatte.

Feuerwehrleute und Polizisten zeigten sich schockiert von der Tat. "Diese Leute stehen mitten in der Nacht auf, um Feuer zu löschen. Sie erwarten nicht, dass man auf sie schießt und sie tötet", sagte Pickering.

"Ich konnte das Mündungsfeuer auf mich zukommen sehen"

Die Feuerwehrleute waren am frühen Morgen zu einem Hausbrand am Ufer des Ontariosees gerufen worden. Als sie dort eintrafen, eröffnete der 62-Jährige das Feuer auf die Einsatzkräfte. Zwei Feuerwehrleute starben noch vor Ort, zwei weitere und ein Passant, der ebenfalls angeschossen wurde, kamen in ein Krankenhaus. "Ich konnte das Mündungsfeuer auf mich zukommen sehen", sagte jemand in einem Notruf.

Der erste Polizist, der am Brandort erschien, verfolgte den mutmaßlichen Schützen. Dabei kam es zu einem Schusswechsel, wie die Behörden erklärten. Der Polizist habe vermutlich vielen Menschen das Leben gerettet, sagte Pickering. Bei dem Brand seien sieben Häuser zerstört worden. Ob es in ihnen weitere Opfer gebe, stehe zunächst nicht fest, sagte er. Wegen der Schüsse setzte die Polizei einen Panzerwagen ein, um mehr als 30 Bewohner des Wohngebiets in Sicherheit zu bringen.

Quelle: dpad/ap
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