25.12.2012, 10:59

Extreme Temperaturen Zu Weihnachten spielt das Wetter verrückt in Europa


Wetter extrem: Anbaden zu Heiligabend im Chiemsee (Oberbayern)

Foto: Diether Endlicher / dpa

Wetter extrem: Anbaden zu Heiligabend im Chiemsee (Oberbayern) Foto: Diether Endlicher / dpa

Wärmerekord in Deutschland, Badespaß am Atlantik, aber Kältetote in Russland. Das Wetter zeigt sich zu Weihnachten von der extremen Seite.

Zu Weihnachten schlägt das Wetter in Europa Kapriolen: zwischen ungewöhnlich kalten minus 25 Grad in Moskau und rekordverdächtigen über 24 Grad im südwestfranzösischen Biarritz verliefen die Extreme. Im Süden Frankreichs und in Italien holten Urlauber und Einwohner Shorts und Badesachen heraus: in Biarritz an der französischen Atlantikküste wurde es am Sonntag 24,3 Grad warm, wie die Wetterbehörde erklärte. Das sind fast zwölf Grad mehr als die Durchschnittstemperatur zu dieser Jahreszeit. Im sizilianischen Catania waren 22 Grad vorhergesagt.

An Heiligabend wurden auch Deutschland frühsommerliche Temperaturen gemessen. Der Deutschen Wetterdienstes (DWD) meldete mit 20,7 Grad Celsius in München geradezu einen Hitzerekord. "Das ist der mit Abstand wärmste Heiligabend seit Beginn der Aufzeichnungen", sagte DWD-Meteorologe Jens Winninghoff.

Er betonte jedoch, dass es sich bei der Messstation an der Ludwig-Maximilians-Universität nicht um eine DWD-Einrichtung handele. Die offizielle DWD-Station am Olympiapark habe nur ein Maximum von 16,2 Grad verzeichnet, sagte Winninghoff. Dennoch schätze er den Wert von 20,7 Grad, der gegen 13.00 Uhr gemessen worden sei, als realistisch ein. Der offizielle DWD-Messrekord lag in Freiburg in Baden-Württemberg. Dort wurden um die Mittagszeit 18,5 Grad gemessen.

Flüsse steigen an

Die warmen Weihnachten sorgen allerdings nicht nur für Biergartenlaune. Nach ergiebigen Niederschlägen und Schneeschmelze am Wochenende führen viele Flüsse vor allem im Süden und Westen Deutschlands weiter Hochwasser. Am Rhein werde sich die Hochwasserlage in den kommenden Tagen weiter verschärfen, kündigte ein Sprecher der Kölner Hochwasserschutzzentrale an.

Kältetote in Russland

Während in Süd- und Mitteleuropa die äußerst milden Temperaturen verwundern, kämpft Osteuropa mit extremer Kälte. In der russischen Hauptstadt Moskau fiel das Thermometer am Montag auf minus 25 Grad – zehn Grad kälter als normalerweise in dieser Jahreszeit. Die schweren Dezemberfröste in Russland haben bisher mehr 120 Menschen das Leben gekostet. Mehr als 1700 Kälteopfer hätten medizinische Versorgung benötigt. Etwa 880 Menschen befänden sich noch in Kliniken, zitierte die Agentur Interfax am Dienstag Gesundheitskreise.

Allein am Heiligabend seien sieben Menschen in verschiedenen Regionen des Riesenreiches erfroren. Kritiker bemängeln, dass vor allem für Obdachlose kaum Notunterkünfte bereitstehen. In mehreren Gegenden herrschte weiter schwerer Frost weit unter minus 30 Grad. In Sibirien waren in diesem Monat Temperaturen unter minus 50 Grad gemessen worden. Auch in der Ukraine wurden mehr als 80 Todesopfer gezählt.

(BM/ap)
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