25.12.12

Erzbischof

Zollitsch verärgert über stundenlange Action-Filme

Prügeleien an Schulen, in Stadien, auf öffentlichen Plätzen: Der katholische Erzbischof Robert Zollitsch macht das "brutale" TV-Programm und die Anonymität im Internet dafür verantwortlich.

Foto: dpa
Robert Zollitsch findet das TV-Programm zu Weihnachten viel zu brutal

Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, hat das weihnachtliche Fernsehprogramm kritisiert. Selbst am Fest der Liebe und des Friedens strahlten Fernsehsender "stundenlang Action-Streifen und brutale Thriller aus", sagte der Erzbischof am Dienstag in seiner Weihnachtspredigt in Freiburg.

Es sei nicht sehr verwunderlich, dass bei einem solchen Fernsehprogramm die Aggression und Gewalt an Schulen, in Fußballstadien und an anderen öffentlichen Plätzen erschreckend zunehme. Als Beispiele nannte er unter anderem die tödliche Prügelattacke am Berliner Alexanderplatz.

Gewalt beginne bereits mit verbaler Entgleisung und hasserfülltem Reden, wenn "unter dem Deckmantel der Anonymität des Internets Menschen verleumdet und entwürdigt werden". Auch wenn der politische Gegner zum Feind gemacht werde und es selbst in der Kirche statt Respekt und Achtung allzu oft Besserwisserei und Demütigung gebe, sagte Zollitsch laut vorab veröffentlichtem Manuskript.

Aussöhnung mit Frankreich

Der Freiburger Erzbischof mahnte, in Europa das hohe Gut der Freiheit und des Friedens nicht aus den Augen zu verlieren. Wer um die Verantwortung vor Gott und den Menschen wisse, setze sich für Solidarität und Frieden ein – auch in finanziell und wirtschaftlich schwierigen Zeiten.

Zollitsch hob in seiner Predigt die Aussöhnung mit Frankreich hervor. "Als Kind musste ich selbst brutal erleben, was Krieg, Vertreibung und Flucht bedeuten. Umso dankbarer bin ich, dass Versöhnung und Frieden in Europa tatsächlich möglich wurde."

Dieses Gut dürfe nicht im Streit um die umstrittenen Euro-Rettungspakete infrage gestellt werden. "Was wir alle ersehnen: ein Europa als Gemeinschaft aus vielen Völkern, Nationen und Sprachen, das auch in finanziell und wirtschaftlich schwierigen Zeiten getragen ist von Solidarität und Frieden", sagte der Erzbischof.

Missgestimmte Deutsche

Jeder Mensch sehne sich nach Liebe, Anerkennung und Frieden, äußerte sich Zollitsch überzeugt. Gottes Antwort auf diese Sehnsucht sei die Geburt Jesu. Die Begegnung mit dem Kind bringe inneren und äußeren Frieden. Seither lebe Gott "für immer mit uns und bei uns."

Eine Wurzel allen Unfriedens sei die Unzufriedenheit. In Deutschland, einem materiell reichen Land, gebe es viele unzufriedene und missgestimmte Menschen. Sie seien trotz allem Überfluss nicht zufrieden, auch wenn sie die aktuelle Mode kaufen oder den neuesten Trend mitmachen, sagte Zollitsch: "Sie sehnen sich nach Frieden, wahrer Anerkennung und echter Liebe."

Die TV-Tipps der Redaktion: Was Weihnachten im Fernsehen läuft, sehen Sie hier.

Quelle: epd/KNA/wos
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