24.12.2012, 11:21

"Kanarendüse" Noch nie war es an Heiligabend so warm


Manchem ist dieses Weihnachten zu warm

Foto: Felix Hörhager / picture-alliance/ dpa

Manchem ist dieses Weihnachten zu warm Foto: Felix Hörhager / picture-alliance/ dpa

Stimmen die Prognosen, dann könnte dieser Heiligabend einen Wetter-Rekord aufstellen. In Süddeutschland werden sommerliche 20 Grad erwartet. Das gab es noch nie seit Aufzeichnung der Daten.

Grüne statt weiße Weihnachten: An Heiligabend wird es in diesem Jahr in weiten Teilen Deutschlands rekordverdächtig warm. In Bayern, wo das Fest sonst am schneesichersten ist, könnte es der wärmste Heiligabend werden, den es je gab.

In München und im Alpenvorland seien bis zu 20 Grad möglich, sagte ein Meteorologe vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Bislang war es in München am 24. Dezember 1977 mit 14,5 Grad am wärmsten.

Sollte die 20-Grad-Marke tatsächlich geknackt werden, wäre das "das hitzigste Weihnachtsfest seit Beginn der Wetteraufzeichnungen", teilte auch Dominik Jung, Diplom-Meteorologe des Wetterportal "wetter.net", mit. Seiner Meinung nach dreht die "Kanarendüse am Heiligabend so richtig auf" und bringt warme Luft nach Deutschland.

Im Rheintal in Baden-Württemberg werden an Heiligabend bis zu 17 Grad erwartet, in Stuttgart und im Rhein-Main-Gebiet bis zu 15 Grad. Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen wird der Heiligabend-Rekord von 1977 mit 16,6 Grad am Kölner Flughafen wohl knapp nicht gebrochen.

In Deutschland kommt es selten vor, dass an Heiligabend und den beiden Feiertagen im ganzen Land Schnee liegt. Zuletzt war das 2010 und 1981 der Fall – eine geschlossene Schneedecke und mindestens ein Zentimeter Schnee sind für den DWD die Voraussetzung, um von einer "weißen Weihnacht" zu sprechen.

Auch an den Weihnachtsfeiertagen und zwischen den Jahren ist laut DWD kein flächendeckender Winter in Sicht. Zwar werde es im Vergleich zu Heiligabend wieder etwas kühler, doch soll es mild bleiben. Dabei ist es oft trüb, bewölkt und regnerisch.

Das Tauwetter ließ die Flüsse anschwellen, die Hochwasserzentralen in Mainz und Trier etwa sagten bis zum zweiten Weihnachtsfeiertag steigende Pegelstände voraus. Die Hochwasserschutzexperten der Stadt Köln sehen den steigenden Rheinpegel gelassen. Am zweiten Weihnachtstag könnte er etwa 8,00 Meter betragen. Die Rheinpromenade am Rande der Altstadt wird aber erst bei 8,20 Meter überspült.

Im Harz ist zudem der Wintersport zu Weihnachten nahezu unmöglich. Fast alle Betreiber hatten ihre Skilifte bereits abgestellt, wie der Harzer Tourismusverband auf seiner Internetseite berichtet. Nur noch einzelne Pisten am Bocksberg oder Sonnenberg bei St. Andreasberg waren geöffnet. Während am Sonnenberg Mitte Dezember noch etwa 60 Zentimeter Schnee lagen, schmolz dieser nun auf maximal 25 Zentimeter zusammen.

(dpa/kami)
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