24.12.12

RTL-Show

Heiner Lauterbach mit Flachmann am Taxi-Steuer

"Promi Undercover" heißt das neue RTL-Format, bei dem Stars ihre Eitelkeit fallen lassen und ahnungslose Menschen auf die Schippe nehmen wollen. An Heiligabend legen Smudo, Lauterbach und Pooth los.

Von Kathrin Rosendorff
Foto: RTL/Frank Dicks

Er ist gutaussehend, erfolgreich, prominent – kurzum: ein hochkarätiger Schauspieler. Bei "Promi Undercover" schlüpft Heiner Lauterbach in eine völlig neue Identität als Taxifahrer in München, labt sich genüsslich an einem Flachmann und wird dabei mit versteckten Kameras begleitet, während seine Fahrgäste Panik schieben.

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Schlagersänger Jürgen Drews trägt als Autoverkäufer einen kleinen Zuhälter-Pferdeschwanz. Aber ansonsten sieht er aus wie man ihn aus dem Fernsehen kennt. Er ist nicht pleite, sondern nur ein Lockvogel in der neuen RTL-"Versteckte-Kamera"-Sendung "Promi Undercover".

Der Schlagerstar gibt alles um eine Schrottkarre zu verkaufen, aber noch viel mehr, um die interessierten Kunden davon zu überzeugen, dass er weder der König von Mallorca noch sein Zwillingsbruder ist. Der Kunde sagt zu Drews: "Sie sehen aus wie Jürgen Drews." Er beteuert ziemlich überzeugend: "Ne, kenne ich nicht. Habe ich nichts mit zu tun."

Stars und Sternchen sind äußerst gern gesehene Gäste bei "Versteckte Kamera"-Shows. Da hatten die RTL-Macher jetzt kein extraordinäres, kreatives Brainstorming. In Erinnerung sind beispielsweise auch Ashton Kutchers bösartige Streiche gegenüber seinen berühmte Celebrity-Kumpels in der MTV-Sendung "Punk'd" geblieben.

So durchsuchten ein Dutzend falscher Regierungsbeamte die Villa von Popsänger Justin Timberlake und gaben vor seine Sachen zu beschlagnahmen, weil er angeblich zu wenig Steuern gezahlt hätte. Timberlake war kurz vorm Weinen.

Die Schlagfertigkeit der Stars macht Spaß

Bei "Promi Undercover" sind die Streiche viel harmloser. Und der große Unterschied: Die Stars dienen als Lockvögel. Auch das ist keine revolutionär neuartige TV-Idee, aber im Gegensatz zu Cindy aus Marzahn, die kürzlich bei "Verstehen Sie Spaß?" sich selbst spielte, schlüpfen die neun Promis der RTL-Show in andere Berufe und somit Identitäten.

Ohne aufgeklebte Bärte, gesichtsverändernde Masken oder den Versuch einen Dialekt vorzutäuschen, müssen sie ihren Opfern glaubhaft vorspielen, dass sie wirklich nicht Uwe Ochsenknecht oder Patrick Lindner sind. Sondern eben ein ganz normaler Supermarktkassierer oder Flughafenmitarbeiter. Die Schlagfertigkeit der Stars macht den Spaß der Sendung aus.

Die Premiere ist gleich ein 45-minütiges "Best of" der im neuen Jahr startenden sechsteiligen Staffel. Die Streiche sind nur durchschnittlich nett und bei weitem nicht vergleichbar mit den kreativen Ideen der "Verstehen Sie Spaß?"-Kollegen. Diese hatten beispielsweise mal versucht, den Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki, der in Bayern mit dem Auto unterwegs war, vorzumachen, dass er plötzlich nach einer Nebelwand in Finnland gelandet sei. Dafür wurde eine Tankstelle komplett mit finnischen Produkten ausgestattet, inklusive finnischer Kassiererin.

Dagegen wirkt doch der Strafzettel, den "DSDS"-Star Thomas Karaoglan alias "Der Checker" einer Frau wegen Musikhören beim Laufen verpasst, ein bisschen langweilig. Aber dafür gibt der normalerweise überdrehte Popsänger den Ordnungshüter ziemlich überzeugend. "Seriös kam er rüber", sagt auch die auf dem Arm Genommene. Er gehört zu den wenigen Promis, die nicht gleich erkannt werden.

Alle Fälle sollen echt sein

Besonders amüsant anzuschauen ist Hip-Hop-Legende Smudo in seiner Rolle als Fritten-Wirt. Er schwört gegenüber einem Rentnerpaar, noch nie was von einem Smudo und den Fantastischen Vier gehört zu haben. Das führt zu teilweise sehr amüsanten Dialogen. Mit dem Titel "Die da" versucht die Frau, dem Popstar auf die Sprünge zu helfen. Smudo blufft perfekt und sagt: "Wat, die da?" Sie singt den Titel an. Er antwortet: "Ach, das ist ein Lied." Und er setzt noch eins drauf: "Ich höre ja mehr Schlager und Klassik. Udo Jürgens und Patrick Linder."

Laut RTL-Angaben sind alle Fälle echt. Manche sehr lustige Szenen konnten laut einem RTL-Sprecher nicht gezeigt werden, weil die Beteiligten der Ausstrahlung nicht zustimmten. Aus Peinlichkeitsgründen. Dabei wird in der Best-of-Sendung keiner bloßgestellt. Das liegt auch daran, dass die Leute meist schon merken, dass etwas nicht stimmen kann.

Die vermeintlichen Opfer sind eben besonders schnell skeptisch, wenn sie in eine komische Situation gepaart mit einem Promi geraten. So wird eine Kundin von Uwe Ochsenknecht in seiner Rolle als Supermarkt-Verkäufer beschuldigt, mit einem gefälschten Zehner gezahlt zu haben. Sie lacht sich nur kaputt.

Headbanging mit Zumbatrainerin Katy Karrenbauer

Heiner Lauterbach als orientierungsloser Taxifahrer hat es da leichter, denn seine jungen Kundinnen erkennen ihn nicht. Sie haben tatsächlich Panik, als er am Steuer zum Flachmann greift.

Zwischendrin fragt man sich auch, ob manche nur solange so viel Unsinn mitmachen, weil sie wissen, dass ein Star da vor ihnen steht. So wie bei Katy Karrenbauer ("Hinter Gittern" und "Dschungelcamp"), die als Zumbatrainerin die Teilnehmer dazu bringt "Extreme Headbanging" mit ihr zu machen.

Pro Star gibt es nur eine große Szene zu sehen. Die restlichen Situationen mit anderen ahnungslosen Leuten werden im nächsten Jahr gezeigt. Ob das Konzept sechs Folgen wirklich unterhaltend bleibt, ist jedoch sehr fraglich, denn die neun Stars stecken immer in der gleichen Rolle fest. Aber es sollen auch noch vier andere bekannte TV-Gesichter zu sehen sein: Florian Silbereisen, Sky du Mont, Gülcan Kamps und Johann Lafer. Gülcan Kamps geht da als Baywatch-Nixe auf Mallorca an den Start. Fürs "Best of" hat es bei den vier jedenfalls nicht gereicht.

"Promi Undercover", Heiligabend, RTL, 19.05 Uhr

Foto: dapd

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