23.12.12

Fernsehen

Die besten TV-Tipps für Weihnachten

Nie laufen in so wenigen Tagen so viele hochkarätige Film- und TV-Produktionen wie an Weihnachten. Doch welche taugen etwas? Die Redaktion hat ihr Wissen gesammelt – um Tipps und Warnungen zu geben.

Foto: ARD/NDR/3Sat/pa/dpa

Loriot, Sleepy Hollow, Elisabeth, Manche mögen’s heißt und Shutter Island: Das sind die Fernseh-Tipps zu Weihnachten, wer die Feiertage lieber vor dem Bildschirm verbringen möchte
Loriot, Sleepy Hollow, Elisabeth, Manche mögen's heißt und Shutter Island: Das sind die Fernseh-Tipps für alle, die die Feiertage lieber vor dem Bildschirm verbringen möchten

24.12. RTL2, 16.35 Uhr – Tatsächlich Liebe

Es ist nicht so einfach mit Filmen, die romantische Komödie heißen. Man muss mit allem rechnen, nur nicht damit, dass es lustig wird. Und rührend und fröhlich und traurig und hoffnungsvoll – und alles genau in der richtigen Dosierung. Auf irgendeine wundersame Weise gelingt es diesem Episodenfilm über Verliebte, Verlassene, Geliebte, Betrogene, Ehefrauen, Eltern, Kinder, einen alternder Rockstar, eine Krake im Krippenspiel und vor allem: Liebende. Sehr viele davon werden von sehr bekannten Schauspielern gespielt. Der britische Premier (Hugh Grant) liebt seine Angestellte, was die allerdings erst nach ihrer Kündigung erfährt. Der betrogene Schriftsteller (Colin Firth) verliebt sich in seine portugiesische Putzfrau, was die erst nach einem Sprachkurs erfährt. Ein Junge trommelt sich in das Herz seiner Schulliebe, was beide erst am Flughafen begreifen. Ein Verzweifelter sehnt sich nach der Frau seines besten Freundes (Keira Knightley), was die lange nicht einmal ahnt. Sie erfährt es, wie alle anderen, natürlich an Heiligabend. Nicht alle Geschichten gehen am Ende gut aus, so viel Realität findet auch in diesem Film statt. Aber die meisten eben doch, weil Weihnachten ist und ein bisschen Kitsch auch mal sein muss – wenn nicht jetzt, wann dann? Jennifer Wilton

24.12. Kabel 1, 16.25 Uhr – Der Schatz im Silbersee

Das Buch "Der Schatz im Silbersee" gehört zu den Wildwesterzählungen Karl Mays mit dem höchsten Westmänner-Aufkommen. Fast das gesamte Personal ist hier versammelt. In der Verfilmung müssen wir auf so manche eindrucksvolle Figur wie Old Firehand, Tante Droll oder Hobble Frank verzichten. Umso leuchtender tritt uns dafür das herrliche Paar Old Shatterhand und Winnetou entgegen. Der "Schatz im Silbersee" führte 1962 Lex Barker und Pierre Brice zusammen. Er ist der Urfilm aller Karl-May-Filme. Götz George spielt noch mit, bei den Guten. Eddi Arent als Schmetterlingsforscher Lord Castlepool und Ralf Wolter als Sam Hawkens liefern komödiantische Glanzstücke. Frauen, die gerettet werden müssen, Karin Dor und Marianne Hoppe, gibt es natürlich auch und viele, viele jugoslawische Indianer. Eckhard Fuhr

24.12. RTL, 19.05 Uhr – Promi undercover

Heiner Lauterbach fährt betrunken Taxi, Katy Karrenbauer gibt headbangende Zumba-Stunden, und Uwe Ochsenknecht versucht sich an der Supermarktkasse. RTL zeigt sein neues "Versteckte Kamera"-Format, die Premiere ist gleich ein "Best of" der im neuen Jahr startenden sechsteiligen Staffel. Das Konzept ist nicht revolutionär neu. Spannend und witzig ist aber zu beobachten, welche Prominenten überhaupt erkannt und angesprochen werden. Zum Beispiel Smudo. Er hat es als Fritten- und Würstchenverkäufer echt nicht leicht. Nicht, weil der Popstar am Pommes-Machen scheitert. Er muss sich ganz schön anstrengen, ein Rentnerpaar davon zu überzeugen, dass er nicht zu den Fantastischen Vier gehört. Keine leichte Aufgabe, denn außer Imbiss-Papphütchen und Schürze sieht er aus wie immer. So auch Heiner Lauterbach. Er fährt als Schnäpschen trinkender, orientierungsloser Taxifahrer durch München. Verona Pooth bringt als ebenso aufgebrezelte wie unbegabte Friseur-Azubine eine Kundin fast zum Weinen. Kathrin Rosendorff

24.12. Pro7, 20.15 Uhr – The Big Bang Theory

Wer den unumgänglichen allweihnachtlichen Familienzwist zu gerne ins schwarze Loch schießen möchte, hat in Dr. Sheldon Cooper (Jim Parsons) aus "The Big Bang Theory" einen verlässlichen Kumpanen. Hier laufen die Folgen der Comedy-Serie mehr als drei Stunden lang hintereinander weg. Darin können die vier befreundeten Nerds zwar hochkomplexe Raumschiff-Toiletten konstruieren und Stephan Hawkings Formeln zum Frühstück zitieren, aber ein Date mit einer Frau bekommen sie nicht hin. Zum Glück gibt es noch Penny, ihre blonde Nachbarin. Legendär ist die Weihnachtsfolge "Geschenk-Hypothese" (22 Uhr), in der Sheldon beim Geschenkekauf einem "kakofonischen Angriff von Eukalyptus, Zimt, Myrrhe und Vanille" ausgesetzt ist (gemeint ist die Parfümabteilung im Kaufhaus). Oder warum eine Figur von Sir Isaac Newton in der "milbenverseuchten Brandgefahr" hängen müsste (gemeint ist der Christbaum). Weihnachten kann also doch lustig sein. Katja Mitic

24.12. ARD, 20.15 Uhr – Buddenbrooks

Als die Verfilmung des Thomas-Mann-Klassikers von Heinrich Breloer an Weihnachten 2008 ins Kino kam, traf die Geschichte vom Niedergang einer Lübecker Kaufmannsfamilie auf das noch frische Krisenbewusstsein der Deutschen. Inzwischen scheinen sie sich an die Krise gewöhnt zu haben. Das lässt erwarten, dass sie "Buddenbrooks" als opulenten Festtagsschmaus genießen und nicht als Gegenwartsdeutung missverstehen werden. Breloer lässt es an nichts fehlen, nicht an herausragenden Schauspielern, nicht an exquisiter Ausstattung. Die historische Detailgenauigkeit treibt er bis zum Perfektionismus. Da stimmen jeder Knopf und jede Hosennaht. Im Rascheln der edlen Textilien geht vieles der literarischen Vorlage unter. Aber einen großen Fernsehabend für die ganze Familie bietet das Erste auf jeden Fall. Vielleicht lag ja auch der Roman unter dem einen oder anderen Weihnachtsbaum. Eckhard Fuhr

24.12. RTL, 22 Uhr –Tödliche Weihnachten

Frieden. Behaglichkeit. Nestwärme. Lauter prima Sachen. Auch der Wildbraten ist nicht zu verachten. Geena Davis zeigt in "Tödliche Weihnachten", wie man einen angefahrenen Hirsch fachgerecht zu Tode bringt, obwohl sie eigentlich eine ungeschickte Hausfrau ist. Die Handlung ist, nun ja, bizarr. Die Frau erinnert sich plötzlich an ihre frühere Existenz als Super-Killerin, fortan wird weitgehend sinnlos gerannt und geschossen. Aber irgendwie ist der Film lustig, in Teilen cool, Samuel Jackson als Detektiv wie immer sehenswert. In diesem Action-Spektakel wird mit so ziemlich allen Familienwerten Schabernack getrieben – und er ist dennoch ein konservatives Plädoyer. Für unsere Freunde von der Statistik: Nach 15 Minuten und 7 Sekunden bellen in einer Szene in der Küche die Hunde im Hintergrund "Jingle Bells". Holger Kreitling

24.12. ARD, 22.40 Uhr Loriot – Weihnachten bei Hoppenstedts

Früher war mehr Loriot. Opa Hoppenstedt durfte seine Marschmusik hören, auch am Heiligabend. Das Weihnachtsgedicht war kurz und schmerzlos ("Zicke, zacke – Hühnerkacke"). Und auch der Weihnachtsbaum funkelte nicht. "Dieses Jahr bleibt der Baum grün". Und wenn man Glück hatte oder einen senilen Opa, bekam man ein Atomkraftwerk zum Selberbasteln. Ein Geschenk, das durch die Decke ging. Das war 1978. Stellvertretend für Millionen andere Familien durchlitt Loriots schrulliger Clan den Heiligabend in seiner ganzen Herrlichkeit. Wer keine Familie hatte, erkannte zum ersten Mal, was ihm fehlte. Seither gehören Opa, Mutti, Vati und Dicki gewissermaßen zum Inventar der Bundesrepublik. Und einmal im Jahr pustet Radio Bremen den Staub von seinen Museumsstücken. Heiligabend ohne die Hoppenstedts, das wäre wie Feuerzangenbowle ohne Umdrehungen. Ihre Tipps zur Geschenkpapierentsorgung sind heute noch genauso nützlich wie damals: Tür auf – und in den Flur damit. Antje Hildebrandt

25.12. ZDF neo, 13.20 Uhr – Fackeln im Sturm

Am 1. Januar 2013 feiert Amerika den 150. Jahrestag der Emanzipations-Proklamation, die der erste Schritt war auf dem Weg zur Sklavenbefreiung. Passend dazu zeigt ZDF Neo die US-Serie "Fackeln im Sturm", die seit 1985 vermutlich mehr für das Verständnis des Amerikanischen Bürgerkriegs getan hat als ganze Bibliotheken. Eine süd- und eine nordstaatliche Familie versuchen, ihre Freundschaft in Krieg und Nicht-Krieg zu bewahren. Patrick Swayze spielte darin einen derart sympathischen Sklavenhalter, dass er zum Weltstar für Schmachtfilme aufsteigen konnte. Und die Szenen, in denen Stars wie Elizabeth Taylor, Lloyd Bridges, Robert Mitchum oder Johnny Cash historische Momente nachstellen, sind geradezu Kleinodien historischer Rekonstruktion. Am 26. (13.20 Uhr) läuft die zweite Staffel an. Ein schönes Weihnachtsgeschenk. Berthold Seewald

25.12. Kabel 1, 16.25 Uhr – Sissi

Allein der komplette Filmtitel "Sissi – Schicksalsjahre einer Kaiserin" ist so wahnwitzig sentimental und unheilschwanger, dass es schon wieder camp wird. Dass es das Große schwer hat, dass der Ausgezeichnete einsam ist – diese alte Weisheit der deutschen Romantik, diese ganze tränenselig-elegische Schwermutskultur, sie lebt nicht nur in diesem Titel, sie lebt auch im Film selbst: in der so wundervoll erstickten Stimme der tapfer-traurigen Sissi, in dem unter antrainierter militärischer Straffheit weich und gefühlvoll eingesetzten Blick Karlheinz Böhms. Sie beide sagen beständig unterschwellig: Wenn wir nur könnten, wenn wir dürften! Aber sie durften nicht, und irgendwie wollten sie dann auch nicht. "Das Ende ist immer Verzicht": So lautet (mit Zarah Leander) eine der Weisheiten der Vierziger- und Fünfzigerjahre in Deutschland. Das sagt uns heute nichts mehr, das glauben wir überwunden zu haben. Aber war es nicht auch eine Quelle exquisitester Genüsse, die wir damit preisgeben? Jeder kann zur Beantwortung der Frage diesen Film heranziehen, den man sich, gerade zur Weihnachtszeit, immer wieder anschauen sollte. Tilman Krause

25.12. ARD, 15.40 Uhr – Rotkäppchen

Dieses Rotkäppchen ist einfach entzückend: mutig, mitfühlend und so selbstbewusst, dass es gelernt hat, mit der Außenseiterrolle im Dorf zu leben. Die Kinder wollen mit ihr nichts zu tun haben, weil ihr Vater stiften gegangen ist. Die alleinerziehende Mutter muss als Schneiderin für die launische Frau Bürgermeister nähen. Und die Großmutter ist eine versponnene Alte, die in ihrem Haus im Wald merkwürdige Dinge erfindet. Rotkäppchen liebt sie trotzdem. "Gewöhnlich sein kann jeder!", sagt sie. Doch als sie auf dem Weg zur Großmutter dem Wolf (großartig gespielt von Edgar Selge) begegnet, zeigt sich, dass es bisweilen lebenswichtig ist, ein bisschen kritischer ins Leben zu sehen. Ein wunderbarer Märchenfilm, lehrreich ohne Zeigefinger, spannend, witzig – und romantisch. Claudia Becker

25.12. ZDF, 16.35 Uhr – Downton Abbey

Da staunte der Laie, und der Intellektuelle sorgte sich: Millionen von Briten waren im vergangenen Jahr wie hypnotisiert, in ein Delirium der Nostalgie versetzt, träumten vor ihren Fernsehern den Traum vom einfachen Leben im Spätfeudalismus und wohnten mit Auge und Kopf wochenlang im hochherrschaftlichen Schloss Downton Abbey anno 1912 und folgende. Was man nachvollziehen kann. Julian Fellowes erzählt in seiner Serie, die das ZDF nun zur Teatime sendet, die Geschichte derer von Grantham, ihrer Bediensteten und von den Kalamitäten, die ein Erbfolgevertrag über Familie und Besitz von Lord Robert bringt. Ein Märchen. So kostbar ausgestattet, so verlockend, dass man selbst gern Diener wäre in Downton Abbey. Selbst um den Preis, von der göttlichen Maggie Smith angeraunzt zu werden. Die spielt die Lord-Mutter und kann herrlich giftige Einzeiler schneller und tödlicher schießen als eine Stalinorgel Kugeln. Elmar Krekeler

25./26.12. ARD, 17.45 Uhr – Baron Münchhausen

Die neue Münchhausen-Verfilmung beginnt vielversprechend – und plätschert nach wenigen Minuten nur noch ruhig dahin. Zumindest weitaus ruhiger, als man in Anbetracht der wunderbaren skurrilen Geschichten des sogenannten Lügenbarons erwarten würde. Jan Josef Liefers verleiht der historischen Figur in dem ARD-Zweiteiler zwar Witz und Charme, von Schneidigkeit und Draufgängertum ist allerdings nichts zu spüren. Wer keinen Hieronymus Carl Friedrich von Münchhausen im Hans-Albers-Stil erwartet, dem könnte der Film gefallen. Und der wird vielleicht auch durch die Besetzung – Katja Riemann als Katharina die Große, Jessica Schwarz als Constanze von Hellberg –, durch schöne Kostüme und einige ganz gute Flugszenen mit Kanonenkugel und Enten entschädigt. Claudia Becker

25.12. 3sat, 20.10 Uhr – Elizabeth

Natürlich kann man bei Historienfilmen immer klagen, dass sie sich nicht getreu genug an historische Fakten halten. Aber ein Film ist nun mal kein Geschichtsbuch – wenn auch das Leben von Elizabeth Tudor mehr als genug Dramatik bietet. Und natürlich kam der Vorwurf auch bei "Elizabeth", doch er zielt ins Leere. Denn tatsächlich gelingt es Regisseur Shekhar Kapur in der Verfilmung der ersten Regierungszeit dieser bedeutenden Renaissancekönigin die Stimmung einer Epoche einzufangen, die vom Glaubenskrieg zerrissen und von machtpolitischer Unsicherheit geprägt war. Cate Blanchett brilliert als anfangs unbedarfte, kokette Prinzessin genauso wie als scheinbar gefühlskalte Herrscherin, die sich erfolgreich gegen den Einfluss der inneren und äußeren Feinde zur Wehr setzt und ihrem Land als "Virgin Queen" alles opfert – auch ihr persönliches Glück. Heike Vowinkel

25.12. ZDF, 20.15 Uhr –Rosamunde Pilcher: Die andere Frau (2/2)

Weihnachten pilchert es gleich doppelt: Alle Jahre wieder geht das ZDF mit einem international besetzten Fortsetzungsmelodram auf Nummer sicher. Wer in Teil A Zeuge wird, wie ein Herz bricht, will ja in der Regel auch in Teil B erfahren, ob es der Notarzt rechtzeitig an den Unfallort geschafft hat. Leider hebelt der Zweiteiler "Die andere Frau" dieses Gesetz aus. Schon Teil eins ist so abwegig, dass man nicht wissen will, wie es weitergeht. Richard (John Hannah) ist tot, nun kommt sein Doppelleben ans Licht. Jahrelang pendelte er zwischen Natalie (Hilary Connell) und Rebecca (Natalia Wörner) hin und her, ohne dass die beiden voneinander wussten. Am Ende des ersten Teils prallen sie ohne Airbag aufeinander. Will man nun 90 weitere Minuten ausharren, um ein Happy End zu erleben? Ach, nö. Antje Hildebrandt

25.12. Sat.1, 20.15 Uhr –Wall street II

Ich habe "Wall Street II" auf einem Langstreckenflug gesehen, irgendwo über der sibirischen Tundra, draußen herrschte schwarze Nacht. An viel kann ich mich nicht erinnern. Am Anfang wird Michael Douglas nach jahrzehntelanger Haft aus dem Gefängnis entlassen, man händigt ihm mit den persönlichen Sachen auch sein Mobiltelefon aus, jenes monsterhafte Gerät, mit dem er in "Wall Street" 1987 über den Strand von Long Island lief und den jungen Charlie Sheen in Manhattan aus dem Bett telefonierte: "Money never sleeps!" Im Original wirkte der böse Geist des Kapitalismus, den Oliver Stone mit seinem Film über einen korrupten Banker eigentlich kritisieren wollte, so dunkel und verführerisch, dass man sofort auf den Untergang einer Fluggesellschaft wetten und sich eine Sushi-Maschine kaufen wollte. Im Sequel mit dem Untertitel "Geld schläft nicht", wo Shia LaBeouf den Sohn von Charlie Sheen spielt, ist dieses Yuppie-New-York längst untergegangen. Selbst Michael Douglas, nun Starautor, plädiert plötzlich für eine Ökonomie der Vernunft, wie alle langweiligen Intellektuellen der letzten Jahre. Zum Glück ist das nur Fassade, eigentlich ist er nur noch böser geworden. Und irgendwann läuft auch "This Could be the Place" von den Talking Heads, falls ich das nicht im Halbschlaf geträumt habe. Andreas Rosenfelder

25.12. ARD, 23.10 Uhr – Shutter Island

Weihnachten ist das Fest der Nostalgie. Der Film "Shutter Island" passt gut dazu. Regisseur Martin Scorsese spielt darin mit ein paar Uralt-Motiven des Genres Psychothriller. Der Ort: ein Irrenhaus auf einer einsamen Insel. Zeit: die 50er-Jahre, als die Wunden des Krieges noch frisch sind. Das Personal: geistig verwirrte Mörder. Die Hauptfigur: ein überforderter Ermittler im Trenchcoat. Der Verdacht: eine Verschwörung untergetauchter Nazi-Schergen. Bekannte Elemente. Aber was Scorsese daraus macht, ist unvorhersehbar. Der US-Marshal Teddy Daniels (Leonardo DiCaprio) wird zu der Gefängnisinsel beordert, um das Verschwinden einer gefährlichen Insassin aufzuklären. Doch stattdessen macht er sich auf die Suche nach dem mysteriösen Patienten Nummer 67. Er ahnt ja nicht, dass das Geheimnis dieses Mannes für ihn lebensgefährlich ist. Lucas Wiegelmann

25.12. kabel 1, 22.15 Uhr – Sleepy Hollow

Der Regisseur mit dem allergrößten Weihnachts-Tick ist unbestritten der Amerikaner Tim Burton. In fast jedem seiner Filme spielt das Fest der Liebe eine große Rolle – oder es steht wenigstens ein Weihnachtsbaum im Wohnzimmer herum. Nur "Sleepy Hollow" von 1999 kommt ohne Weihnachten aus, wenn uns die Erinnerung an dieses schauerromantische Meisterwerk nicht täuscht. Es geht um Johnny Depp, der 1799 als Detektiv eine Mordserie auf dem Land aufklären soll. Die Webseite "Family Media Guide" ermittelte 2005 die blutigsten Horrorfilme der letzten 30 Jahre. Man zählte Gräueltaten. "Sleepy Hollow" erhielt damals einen "Sonderpreis" für die insgesamt 27 Enthauptungen. Wer also mit Weihnachten abschließen möchte, wird hier bestens bedient. Holger Kreitling

26.12. Sat.1, 15.05 Uhr – Ratatouille

Im Jahr 2007, als die globale Finanzkrise begann, brachte das Animationsstudio Pixar "Ratatouille" als passenden Kommentar dazu heraus. Ein Autodidakt steigt ins Kulinarik-Geschäft ein, rettet einen siechen Gourmet-Tempel vor dem Ruin und düpiert dabei die Gastro-Kritiker. Der Clou: Die Typen, die sich damit brüsten, während ihres Berufslebens ein Einfamilienhaus verspeist zu haben, werden von einer Ratte belehrt, dass in einem Arme-Leute-Essen wie dem provencalischen Gemüseauflauf der wahre Sinn des Lebens steckt. Viele Ex-Millionäre und Inhaber von Lehman-Papieren sehen das mittlerweile auch so. Der kochenden Ratte sei Dank. Hollywood war übrigens so weitsichtig, dem Film einen Oscar zu gönnen. Berthold Seewald

26.12. Sat.1, 20.15 Uhr – Eat Pray Love

Schon die direkte Übersetzung von "Eat Pray Love" klingt nach einem idealen Weihnachtsfilm: Julia Roberts spielt darin eine Frau, selbstverständlich eine New Yorkerin, die in der Ehe mit ihrem eigentlich recht netten Mann nicht das erhoffte Glück findet. Deshalb lässt sie sich scheiden und verreist danach für ein Jahr: Vier Monate gibt sie sich in Italien den kulinarischen Genüssen hin und vier Monate in Indien den spirituellen. Den Rest verbringt sie auf Bali. Dort konzentriert sie sich mit einem Fabrikanten namens Felipe – gespielt von Javier Bardem – ganz auf die körperliche Version von Liebe. Anschließend kehrt sie glücklicher nach Hause zurück. Der Film basiert auf dem gleichnamigen, autobiografisch motivierten Roman von Elizabeth Gilbert, der ein Bestseller wurde. Man kann den Film natürlich so schlimm vorhersagbar finden wie ein Paar Socken unterm Weihnachtsbaum. Man kann sich aber auch mit indischer Gelassenheit samt einer Schüssel Plätzchen vor den Bildschirm setzen und die schönen Bilder von Frau Roberts und ihren diversen Reisezielen genießen. Marion Meier

26.12. Arte, 21.45 Uhr –Ed Wood

Es ist nicht nur der beste Tim-Burton-Film aller Zeiten. Sondern "Ed Wood" ist auch die größte Künstlerbiografie der Kinogeschichte – gerade weil im Leben und Streben des legendären Trash-Science-Fiction-Regisseurs Wood die Kunst das große Abwesende ist. Der Mann ist beseelt, charismatisch, ein Verführer, einer, der Menschen inspirieren kann, das Besondere zu tun – mit einem Wort: ein Genie. Nur kann er leider überhaupt nichts. Seine Filme sind Schrott. Er liebt das Kino und die Kunst, mit bis zum Wahnsinn glühender Leidenschaft, aber sie lieben ihn nicht zurück. Johnny Depp spielt diese innere Glut mit den weit aufgerissenen Augen eines Kindes und einer Stummfilmdiva. Ganz groß ist daneben auch noch Martin Landau als alternder Dracula-Darsteller Bela Lugosi, unvergessen sein Kampf mit einem vielarmigen Monster im Stadtparkteich. Matthias Heine

26.12. BR, 21.50 Uhr – Manche mögen's heiß

Einmal im Leben eine Ukulele sein. In den Händen von Sugar Kane Kowalczyk! Natürlich ist die blond, natürlich ist die ein bisschen doof und so richtig singen kann sie … na ja. Muss sie auch nicht. Reicht ja, wenn sie meine Saiten ... Das wird immer schlimmer hier. Niemand ist vollkommen. Ausgenommen vielleicht der Film um sie herum, um Sugar Kane Kowalczyk alias Norma Jeane Mortenson alias Marilyn Monroe. Die unkaputtbarste aller Kinokomödien. Irrsinnige Dialoge, krachende Massenmorde, blinzelnde Busenwunder, Dragqueens an Kontrabass und Saxofon, notgeile Millionäre, ein Drehbuch, für das andere Menschen morden würden, und Jazz – so was kann so was von lustig sein. Nur so kann dieses vermaledeite Jahr enden, mit Billy Wilders "Manche mögen's heiß". In grandiosem Gelächter. Elmar Krekeler

26.12. Pro7, 22.10 Uhr – Machete

Wären Quentin Tarantino und Robert Rodriguez Brüder – was nicht der Fall ist, aber es reicht zu ziemlich besten Freunden –, wäre Quentin der Präsentable und Robert das Schmuddelkind. Rodriguez besinnt sich immer mal wieder seiner mexikanischen Underdog-Wurzeln, wie bei "El Mariachi" oder "Irgendwann in Mexico", und dann wird kräftig geschossen, gestochen und gefoltert. "Machete", was außer dem Filmtitel auch der Name der Hauptfigur und der dominierenden Waffe ist, hält sich vorbildlich an die alte Exploitation-Regel, Sex und Gewalt mit ein wenig Subversion der herrschenden Verhältnisse zu mixen; es geht um Korruption und illegale Einwanderung. Das Neue an der neuen Exploitation ist die Anwesenheit großer Namen (Jessica Alba, Robert De Niro, Lindsay Lohan) neben B-Stars wie Danny Trejo, Steven Seagal und Michelle Rodriguez. Hanns-Georg Rodek

26.12. 3sat, 22.15 Uhr –Ran

Bitte mal alle die Hand heben, die an Heiligabend einen neuen großen Fernseher oder einen Beamer geschenkt bekommen haben! Ach, so viele? Die Heimkinos in Deutschland werden immer besser, die Filme, die dort laufen, eher nicht. Wer also sein frisches Flatscreen-Hochauflösungs-Dings würdig ausprobieren möchte, sollte Akira Kurosawas "Ran" von 1985 einschalten. Denn größer geht's nicht. Das gewaltigste Abschiedswerk des Fürsten des japanischen Kinos. Shakespeare. Samurai. Schlachten. Böse Frauen, schwache Männer. Und der Wahnsinn des Alters. Dazu die dramatischsten Farben, ein Schwelgen in Dreck, Staub, Blut, obwohl es den drei konkurrierenden Brüdern doch um Haltung und Ordnung geht. Auswegloser als hier kann ein Ende nicht sein: Ein Blinder tappt allein am Abgrund. Aber das Orange des Himmels ist sensationell. Holger Kreitling

Foto: picture alliance / dpa

TV-Star Natalia Wörner in einer Drehpause zum ZDF-Fernsehfilm "Unter anderen Umständen - Spiel mit dem Feuer". Darin spielt sie die Kommissarin Jana Winter, die in ihrem siebten Fall in der Sado Maso-Szene ermittelt.

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