22.12.12

Zweijährige aus Köln

Blutverschmierter Stoffhase führt zu Mädchenleiche

Lea-Sophie aus Köln wurde nur zwei Jahre alt. Gegen ihre 20 Jahre alte Mutter und deren Lebensgefährten wurde Haftbefehl erlassen. Im Müll der Familie wurden entscheidende Spuren entdeckt.

Foto: dapd

Familientragödie in Köln: Lea-Sophie (2) wurde erst als vermisst gemeldet.

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Ein zwei Jahre altes Mädchen ist am Freitag in Köln umgebracht worden. Tatverdächtig sind dessen 20-jährige Mutter und ihr 23-jähriger Lebensgefährte. Lea-Sophie starb an massiven Kopfverletzungen.

Der Lebensgefährte habe sie ihr in der Wohnung der Mutter "aus nichtigem Anlass" zugefügt, sagte Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer. Dies sei bereits am vergangenen Dienstag geschehen. Das Kind sei nach bisherigem Kenntnisstand allerdings erst einen oder zwei Tage danach infolge der Verletzungen gestorben.

Ein Richter erließ Haftbefehl wegen Mordes gegen den 23-Jährigen. Auch die Mutter kam in Haft – wegen Totschlags durch unterlassene Hilfeleistung. "Ihr wird vorgeworfen, keine Anstalten gemacht zu haben, das Kind zu retten und dessen Tod zumindest billigend in Kauf genommen zu haben", sagte Bremer. Beide hätten die Tatumstände eingeräumt.

Schauplatz der Tat vom Freitag ist Köln-Chorweiler, ein Stadtteil mit vielen Hochhäusern im Norden der Millionenstadt. Am frühen Nachmittag meldet eine Mutter ihr Kind als vermisst.

Sie gibt an, es um 12.30 Uhr zuletzt auf einem Spielplatz in einem Park gesehen zu haben. Nach der Vermisstenmeldung startet eine umfangreiche Suchaktion.

Fund von Kinderleiche: zwei Kilometer vom Spielplatz

Eine Polizeihundertschaft durchkämmt stundenlang die Parkanlage und die nähere Umgebung. Spürhunde sind im Einsatz, Anwohner werden befragt. Ein Hubschrauber mit Wärmebildkamera sowie Feuerwehrleute mit Wärmebild-Spezialgeräten suchen ebenfalls nach dem Kind.

Um 22.30 Uhr wird die Leiche dann entdeckt – rund zwei Kilometer vom Spielplatz entfernt auf einer Grünfläche mit Büschen in der Nähe des Fühlinger Sees, einem beliebten Naherholungsgebiet. Nach der Obduktion sagt ein Polizeisprecher, dass die Ermittler von einem Gewaltverbrechen ausgehen.

Der 23-Jährige ist nicht der Vater des Kindes. Er habe in der Wohnung der 20-Jährigen und ihrer Tochter gelebt, so der Sprecher weiter. Er und die Mutter waren noch in der Nacht festgenommen und vernommen worden. Über ihre Aussagen wurde zunächst nichts bekannt.

Blutverschmierter Stoffhase im Müll

Bei der Vermisstenmeldung hatte die Mutter angegeben, dass Lea-Sophie bei ihrem Verschwinden lila Stiefel trug. Noch am Abend entdeckten zwei Reporter der Zeitung "Express" nach eigenen Angaben in einer Mülltonne vor dem Wohnhaus der Familie einen blauen Müllsack mit einem blutverschmierten Stoffhasen, Kinderkleidung und lilafarbenen Stiefeln darin.

Sie übergaben den Fund der Polizei. Kurz darauf wurde die Leiche des Kindes entdeckt. Ein Polizeisprecher bestätigte lediglich einen Fund, machte aber keine weiteren Angaben.

Die Leiche der zwei Jahre alten Lea-Sophie wurde mit einem auffälligen orangefarbenen Einkaufstrolley zum späteren Fundort transportiert. Dies hätten Ermittlungen ergeben, berichtete die Polizei Köln am Samstag.

Quelle: dpa/cast
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