22.12.2012, 11:27

Friseurbesuch Staatsanwalt ermittelt gegen Dutroux-Komplizin


Michelle Martin hat Marc Dutroux geholfen, mehrere Mädchen zu entführen und sogar zu töten. Sie hat sich bis heute weder bei den Opfern entschuldigt noch entschädigt

Foto: pa (2)

Der Ausflug der Dutroux-Komplizin macht die Behörden skeptisch: Sie prüfen nun, ob Michelle Martin ein geheimes Vermögen besitzt. Ihre Opfer hat sie aus angeblichem Geldmangel noch nicht entschädigt.

Der Friseurbesuch der Komplizin des belgischen Mädchenmörders Marc Dutroux hat ein juristisches Nachspiel. Die Staatsanwaltschaft Brüssel prüfe nun das Vermögen von Michelle Martin, berichtete die flämische Zeitung "Het Laatste Nieuws". Die Fahnder wollten bei den Ermittlungen herausfinden, ob die Ex-Frau von Dutroux sich in betrügerischer Absicht für zahlungsunfähig erklärt habe.

Der 80 Euro teure Haarschnitt hatte viele Belgier empört. Die als Mittäterin des Kinderschänders Dutroux verurteilte 52-Jährige hatte das Gefängnis erst im August nach 16 Jahren vorzeitig verlassen.

Dutroux hatte in den 90er-Jahren Mädchen entführt und gequält, vier Kinder starben. Martin hat den Familien der Opfer niemals Entschädigung gezahlt und lebt seit ihrer Entlassung in einem Kloster.

Der Vater eines der getöteten Mädchen, Jean Lambrecks, hat nach Informationen der Zeitung bereits vor einigen Wochen Klage gegen Martin eingereicht. Dabei gehe es um den Vorwurf der betrügerischen Privatinsolvenz. Die Justiz halte diesen Verdacht für begründet und habe deswegen nun Ermittlungen aufgenommen.

(dpa/kami)
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