21.12.12

+++ Live-Ticker +++

Statt Weltuntergang – Tausende feiern neue Maya-Ära

Noch ist die Welt nicht untergegangen. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Verfolgen Sie den Tag der Apokalypse im Liveticker.

Foto: AFP

Gruß an die Sonne - zum letzten Mal? Menschen begrüßten den Stern am Freitagmorgen an der berühmten Copacabana in Rio de Janeiro.

17 Bilder

+++ 20.30 Uhr +++

Die Maya in Guatemala begrüßten die neue Maya-Ära mit Feuerzeremonie. Während Esoteriker am Freitag die Apokalypse erwarteten, zog die Prophezeiung vielerorts vor allem Schaulustige an. An der Ruine von Tikal in Guatemala versammelten sich vor tausenden Zuschauern Dutzende Maya-Priester zu Sonnenaufgang, um mit der Begrüßung der ersten Sonnenstrahlen den Beginn einer neuen Ära zu feiern.

Rund 3000 Menschen wohnten dem Spektakel in Tikal bei. Verkleidete Schauspieler tanzten zu melancholischen Panflöten-Klängen. Als schließlich die ersten Sonnenstrahlen durch die Baumkronen fielen, entzündeten Maya-Priester Feuer. Mit der Zeremonie sollte der an diesem Tag beginnende Maya-Kalenderzyklus von 5200 Jahren gefeiert werden. Als Ehrengäste nahmen Guatemalas Präsident Otto Pérez und seine Kollegin aus Costa Rica, Laura Chinchilla, an der Zeremonie teil.

+++ 18.54 Uhr +++

Die Mexikanerin in Chichén Itzá, der Maya-Stätte mit ihrer großen Stufenpyramide, bricht mit dem ersten Sonnenstrahl in Tränen aus. Zusammen mit Tausenden von Besuchern aus aller Welt ist sie zu der archäologischen Stätte in Südostmexiko gekommen, um am Freitag den Beginn einer neuen Ära der Maya-Zeitrechnung mitzuerleben. Ein Zyklus von 5200 Jahren wird abgeschlossen, eine neue Periode beginnt – ohne den Weltuntergang.

"Ich spüre wirklich die Zeitwende, eine Umwandlung der Menschen und Mexikos in einer schwierigen Gegenwart", sagt die 35-jährige Frau, die sich "Kaban" nennt. "Manchmal muss man am Boden liegen, um wieder aufzustehen."

Hunderte Menschen hatten sich bereits am frühen Freitagmorgen in Chichén Itzá versammelt. Viele Einheimische und Touristen kamen barfuß, in weißer Kleidung mit mehrfarbigen Gürteln und mit einer Kerze in der Hand. So werde das Gleichgewicht der Energie bewahrt und jede negative Strahlung abgewiesen, hieß es unter den überwiegend esoterischen Besuchern. Die Menschen umarmten Bäume, legten sich auf den Boden, verharrten in stiller Meditation oder tauschten gute Wünsche für die Zeitwende aus. Ein leichter Regen wurde von einigen als positives Zeichen für den Aufbruch in eine neue Ära gewertet.

Eine Gruppe von Deutschen hatte vor, "die Energie der großen Maya-Pyramide auf eine kleinere, selbst gebaute Pyramide zu übertragen", wie Karen Peters, eine Teilnehmerin dieses Unternehmens, erklärte. "Total überwältigend", nannte sie das Erlebnis, zu dem sie ein Maya-Schamane in ihrer Heimatstadt angeregt hatte.

Die Verwalter der archäologischen Stätte hatten zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen getroffen, um die Anlage zu schützen. Schon seit 2006 dürfen Besucher nicht mehr auf die Kukulcán-Pyramide steigen. "Schade, sehr schade, woanders kann man auf die Pyramiden steigen, hier ist alles geschlossen", klagte ein deutscher Tourist aus Stuttgart, der mit seiner Frau schon mehrere archäologische Stätten in Mexiko besucht hat. Angst vor dem Weltuntergang? Keine Spur. Auch eine junge Berlinerin nahm die apokalyptischen Warnungen mit Gelassenheit. "Ich hoffe mal, dass nichts passiert", sagte sie.

+++ 17.34 Uhr +++

Und hier noch ein Update aus Frankreich: "Mehr Menschen als sonst in Bugarach", berichtete der französische Fernsehsender TF1 am Freitagmittag zum "Weltuntergangstag". Was heißen soll: der befürchtete Riesenansturm der Apokalypse-Jünger auf den kleinen Ort in den französischen Pyrenäen blieb aus. Das 200-Einwohner-Dorf sollte vom befürchteten Weltuntergang verschont bleiben und hatte deshalb viele Endzeitgläubige erwartet. Doch statt dessen kamen hauptsächlich Neugierige und Touristen, um das Ende der Welt in dem südfranzösischen Ort zu verbringen.

Mit einer Vorhersage behielt Bürgermeister Jean-Pierre Delord allerdings recht: "Alle Kameras werden auf uns gerichtet sein", hatte er prognostiziert. Und in der Tat war das Medieninteresse an dem Geschehen in der kleinen Gemeinde ungewöhnlich groß. Nicht nur französische, sondern auch ausländische Fernsehsender berichteten am Freitag live aus den Pyrenäen. 250 Akkreditierungen hätten die Behörden ausgestellt, zählte der Radiosender France Inter auf.

Statt der Ufos, die mancher Weltuntergangsjünger erwartet hatte, waren aber nur Wohnmobile und einige als Außerirdische verkleidete Zugereiste zu sehen. "In dem Berg gibt es einen riesigen Strudel, der sich zu einer Parallelwelt hin öffnen wird", hatte der 28-jährige Frédéric noch vor der erwarteten Apokalypse der Zeitung "Le Parisien" gesagt. "Das passiert zwischen zwölf und 14 Uhr", ergänzte sein Halbbruder Laurent.

+++ 17.30 Uhr +++

Ein Blick über den Tellerrand: "Mayageddon oder Mayagarnix?!", fragte am Freitag etwa "Bild.de" und fütterte einen "Apokalypse wow"-Ticker. "Spiegel Online" überschrieb seinen "Liveticker zum Weltuntergang" am Morgen mit den Sätzen: "Die Welt geht unter? Quatsch, die Sache mit dem Maya-Kalender ist Unfug! Äh, aber wenn doch was dran ist...? Zur Sicherheit werfen wir heute ein wachsames Auge auf unseren Planeten." "Focus Online" zählte in einem "Countdown zum Weltuntergang" die 24 Stunden des Tages runter. Beim Nachrichtensender n-tv liefen Bilder aus aller Welt – Einblendung dazu: "Achtung Weltuntergang".

+++ 17.07 Uhr +++

Auf einen Weltuntergang wäre die russische Hauptstadt Moskau gut vorbereitet gewesen. Rund um die größte Stadt Europas stehen etwa eineinhalb Millionen Bunker. Dutzende der unterirdischen Schutzräume seien tiefer als die Schächte der weltberühmten Moskauer Metro, sagte Wadim Michailow von der Organisation der russischen "Digger" am Freitag. Bei den meisten Schutzräumen handelt es sich um renovierte Anlagen aus dem Zweiten Weltkrieg. Nur die wenigsten seien von Katastrophenjüngern für den erwarteten Weltuntergang am 21.12. gebaut worden.

+++ 16.35 Uhr +++

Hunderte Menschen haben sich am Freitag in der Ruinenstätte Chichén Itzá im Südosten Mexikos versammelt, um bei Sonnenaufgang den Beginn eines neuen Maya-Zeitalters zu feiern. Viele Einheimische und Touristen kamen barfuß, in weißer Kleidung und mit einer Kerze in der Hand. "Ich bin froh, das hier miterleben zu dürfen und neue Energie tanken zu können", sagte eine US-Urlauberin der Nachrichtenagentur dpa.

Die Besucher wurden von einem leichten Regen empfangen, den einige als Teil des Aufbruchs in ein neue Ära werteten. Die Verantwortlichen in Chichén Itzá auf der Halbinsel Yucatán rechneten mit einem Rekordansturm von 40 000 Menschen. Das Gelände öffnete seine Pforten daher schon zwei Stunden früher als sonst.

+++ 16.27 Uhr +++

Der Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz, Pater Hans Langendörfer, kann sich das weltweite Aufsehen für die Zeitrechnung der Maya und ihre vermeintliche Berechung des Weltuntergangs nicht erklären. Als Christ könne er zudem mit blutigen Endzeitfantasien nichts anfangen. Das Leben der Menschen stehe "im Horizont einer Hoffnung und nicht einer Angst", sagte der Jesuit am Freitag im Deutschlandfunk.

"Wir glauben an eine Vollendung des Menschen, auch vielleicht an eine Vollendung der Schöpfung und nicht an ein schreckenvolles und grauenvolles Ende, in dem alle zu Tode kommen", fügte Langendörfer hinzu. Er räumte ein, dass es in der Bibel im Buch der "Geheimen Offenbarung" eine "teilweise blutige Bilderwelt über das Ende der Welt" gebe. Es handele sich aber um Bilderwelten, mit denen die Endlichkeit dieser Welt und ihre Erlösungsbedürftigkeit betont werde.

Hier unsere Twitterwall zum Weltuntergang.

+++ 15.28 Uhr +++

Im französischen Bugarach herrscht mittlerweile Verwirrung. Wann genau bricht noch einmal die Apokalypse über uns herein – am 21.12.2012 um 12.12 Uhr, 21.21 Uhr, oder doch zwei Stunden später? Der für die Region zuständige Präfekt Eric Freysselinard sorgte zusätzlich für Verwirrung – und mit einer gewissen Boshaftigkeit. Er gab an, mit dem Weltuntergang nicht vor Samstag 00.32 Uhr zu rechnen. Denn schließlich basiert das Szenario eines Weltuntergangs auf einer – laut Wissenschaftlern falschen – Interpretation des Maya-Kalenders. Und die Maya lebten schließlich in Amerika, wo in den frühen Morgenstunden des Samstags mitteleuropäischer Zeit noch Freitag ist.

+++ 15.23 Uhr +++

Die Vereinten Nationen weisen zurück, Tickets für einen Platz auf einer Arche verkauft zu haben, die Menschen vor dem Untergang retten solle. "Die Vereinten Nationen haben wirklich keine Boot-Tickets ausgestellt", hieß es auf dem UN-Account beim chinesischen Kurznachrichtendienst Sina Weibo, dessen Echtheit überprüft wurde. Die vermeintlichen Fahrscheine werden seit Tagen auf chinesischen Auktionsportalen zum Kauf angeboten.

Auch die US-Raumfahrtbehörde Nasa versuchte, besorgte Menschen zu beruhigen. "Unserem Planeten geht es seit mehr als vier Milliarden Jahren wirklich gut, und glaubhafte Wissenschaftler aus aller Welt haben keine Kenntnis von einer mit dem Jahr 2012 zusammenhängenden Bedrohung", hieß es auf einer eigens zu dem Thema eingerichteten Webseite, nachdem tausende Menschen besorgt um Rat gefragt hatten.

+++ 15.05 Uhr +++

Von wegen ernst. Überall auf der Welt feiern die Menschen fröhlich das Ende der Welt.

"Ja, wir sind am Leben", hieß es am frühen Morgen auf der Seite des Online-Netzwerks Facebook der australischen Tourismusbehörde, die mit Anfragen bombardiert wurde, ob jemand in Down Under überlebt habe. In Asien, Europa und Nordamerika wurden Partys geplant, als gäbe es kein Morgen mehr. Das Angebot reichte von Abendessen zum Thema Apokalypse bis zu entsprechenden Partys in Bars und Clubs.

In Taiwan stellten witzelnde Wissenschaftler einen elektronischen Countdown-Zähler auf einer zweistöckigen Replik einer Maya-Pyramide im Naturkundemuseum auf. Ein Niederländer baute Medienberichten zufolge ein Boot für 50 Menschen, um dem Untergang zu entkommen.

Ein chinesischer Möbelfabrikant baute eigens ein Glasfaser-Behältnis für insgesamt 30 Menschen, das Tsunamis und verheerenden Erdbeben standhalten soll. In der chinesischen Provinz Hunan versammelten sich laut "Global Times" UFO-Begeisterte zu einem "Maya-Ritual", um Außerirdische anzuziehen.

+++ 14.36 Uhr +++

Also doch: Grüne Männchen in französischem Weltuntergangsdorf!

Das südfranzösische Weltuntergangsdorf Bugarach ist am Freitag doch noch von grünen Männchen heimgesucht worden. Auch in glitzernde Alufolie gewickelte Gestalten mit antennenartigen Spiralen auf dem Kopf liefen durch die Gemeinde nahe den Pyrenäen.

Seit Jahren kursiert die Theorie, vom 1230 Metern hohen Berg Pic de Bugarach würden Außerirdische am Tag des Weltuntergangs ins Weltall starten.

Ein Mann schlüpfte in einen grünen Ganzkörperanzug, dessen Form an Spiderman erinnerte. Zwei Männer hatten Alufolie zu einer Art Astronautenanzug um sich gewickelt. Sie prosteten dem Pic de Bugarach mit grünen Bierflaschen zu.

Zum Berg selbst ließen die Behörden niemanden gehen. Er gilt wegen vieler Höhlen als gefährlich. Auch um Bugarach ist bis Sonnabend eine Sperrzone Zone eingerichtet. Rund 100 Polizisten patrouillieren seit Tagen in dem ländlichen Gebiet und kontrollieren die Zugangsstraßen.

+++ 13.15 Uhr +++

Am Rande des EU-Russland-Gipfels in Brüssel haben Aktivistinnen der Frauenrechtsgruppe Femen barbusig gegen Präsident Wladimir Putin protestiert. Vier junge Frauen, die ihren Oberkörper entkleidet und mit Slogans wie "Apokalypse" bemalt hatten, rannten am Freitag vor dem EU-Sitz über die Straße, bevor sie von Polizisten überwältigt wurden. "Putin, fahr zur Hölle!", riefen die Demonstrantinnen, als sie von den Sicherheitskräften festgenommen und abgeführt wurden.

+++ 12.58 Uhr +++

Der Hamburger Wissenschaftler Lars Frühsorge hat das Milliarden-Geschäft mit den Weltuntergangs-Spekulationen rund um den Maya-Kalender kritisiert. "Davon profitieren westliche Esoteriker, davon profitiert die Tourismus-Industrie, während die Maya wirklich überwiegend in sehr, sehr ärmlichen Verhältnissen leben", sagte der Dozent an der Universität in Hamburg und wissenschaftlicher Berater am dortigen Museum für Völkerkunde am Freitag dem Deutschlandradio.

Das allermeiste, was geschrieben werde, habe sehr wenig mit der Maya-Kultur zu tun, fügte Frühsorge hinzu. Auch gebe es keine Inschriften oder sonstige Quellen, die belegen, dass im Dezember 2012 die Welt untergehen soll: "Ich würde sogar sagen, der Gedanke eines Weltuntergangs ist den Maya fremd. Sie haben mehr eine Vorstellung, dass wenn etwas endet, immer auch ein Neubeginn damit verbunden ist."

+++ 12.19 Uhr +++

Chinas Staatsmedien haben die Gerüchte über den vermeintlichen Weltuntergang zum Anlass genommen, um mehr Zensur im ohnehin streng überwachten Internet zu fordern. "Nur Regulierung kann das Netz sicherer machen", schrieb das kommunistische Parteiorgan "Volkszeitung" (Renmin Ribao) am Freitag. Die Gerüchte hätten "Individuen, der Gesellschaft und der Nation" Schaden zugefügt. Auch andere Blätter schlossen sich dem Appell an.

In den vergangenen Wochen hatte die chinesische Polizei mehr als 1000 Anhänger einer verbotenen christlichen Untergrundkirche festgenommen. Diese sollen angelehnt an die Weltuntergangszenarien rund um den Maya-Kalender Gerüchte über die ihrer Ansicht nach nahende Ankunft einer Erlöserin verbreitet haben. In der Maya-Tradition markiert der 21. Dezember 2012 das Ende eines Zyklus und den Beginn einer neuen Zeit.

Schätzungen zufolge nutzen etwa 500 Millionen Chinesen das Internet, das sind etwa 40 Prozent der Bevölkerung. Regierungs- und Internetfirmen beschäftigen Tausende Online-Zensoren, die unter anderem Blogs beobachten und das Netz nach Schlüsselwörtern filtern. Der Zugang zu Facebook, Twitter und anderen Portalen wird blockiert. Dafür gibt es aber chinesische Versionen der Social Networks.

+++ 11.42 Uhr +++

An der Weltuntergangsfront bleibt es ruhig. Totenruhig sogar. Ist wirklich nichts los? Oder ist das die berüchtigte Ruhe vor dem Sturm? Doch, da geht noch was: "Sonderschutzstelle" reißt Jenaer aus dem Schlaf, berichtet der thüringische Landesdienst von dapd.

Demnach hat eine selbst ernannte "Sonderschutzstelle" am Freitag mit großem Aufwand die Jenaer geweckt. Die unbekannten Täter brachten an mehreren Häusern in der Innenstadt Verteilerdosen mit dem Warnaufkleber "Signalgeber – Inhalt ungefährlich" an, wie die Polizei mitteilte. Am Morgen ertönte aus den Boxen dann lautes Piepen. Herbeigerufene Beamte öffneten die Boxen – und fanden darin Wecker. Die Polizei spekulierte, dass die Organisatoren mit der Aktion die Bevölkerung zum Weltuntergang wecken wollten.

Nach Angaben der Polizei kursierten bereits am Donnerstag offiziell wirkende Flyer der "Sonderschutzstelle". Der Inhalt klang allerdings eher kurios. Am Freitag seien im Großraum Jena "akustische Störungen" zu erwarten, hieß es. Um rechtzeitig gewarnt zu sein, sollten die Menschen auf die Alarmtöne der Signalgeber achten. Zugleich seien Gehörschutzmittel an Spenderboxen zu beziehen.

Die Organisatoren der Aktion haben offenbar nicht zum ersten Mal zugeschlagen. Für die "Sonderschutzstelle" wurde eine Homepage eingerichtet. Auf den Inhaber der Domain ist auch eine weitere Seite registriert, jene der "Agentur für Strukturaufbau". Diese war bereits im Juni in Erscheinung getreten. Damals warb ein großes aber gefälschtes Plakat für ein Baugroßprojekt in der Jenaer Innenstadt.

Die Polizei nahm die neuerliche Aktion gelassen hin. Mit einer Anzeige müssten die Organisatoren nicht rechnen, hieß es.

+++ 10.46 Uhr +++

Also doch nicht? Kein Weltuntergang? Aber der Tag ist noch lang. Und er beschäftigt die Netzgemeinde.

+++ 10.42 Uhr +++

Aus allen Teilen der Welt treffen "Überlebensnachrichten" ein. Den Anfang hatte Neuseeland gemacht. "Die Welt ist nicht untergegangen. Mit freundlichen Grüßen, Neuseeland", war nach 0.00 Uhr (Ortszeit) von einem Nutzer auf dem sozialen Netzwerk Imgur zu lesen. Zu diesem Zeitpunkt war der 21. Dezember in Mexiko allerdings noch fast einen ganzen Tag entfernt.

+++ 10.20 Uhr +++

Der Weltuntergang geht auch mit Überflutungen einher. Wenn das so ist, dann ist die Apokalypse in Karlsruhe angebrochen: Nach einem Wasserrohrbruch ist am Freitag in mehreren Stadtteilen von Karlsruhe die Trinkwasserversorgung unterbrochen worden. Eine Leitung war einem Sprecher der Stadtwerke zufolge aus zunächst ungeklärter Ursache gerissen, was im Westen der Stadt zu einem Druckabfall führte. Etwa 25.000 Haushalte seien betroffen gewesen. Einsatzkräfte eines Störtrupps hatten nach einer Stunde das Wasser umgeleitet. Damit werde es keine weiteren Unterbrechungen in der Trinkwasserversorgung geben, so der Sprecher.

Das auslaufende Wasser unterspülte eine Fußgängerunterführung und stand auf einer Hauptverkehrsstraße bis zu 30 Zentimeter hoch. Im Laufe des Vormittags wurde der Bereich an einigen Stellen wieder für den Verkehr freigegeben. Zwischenzeitlich sperrte die Polizei zwei Straßen vollständig. Sie mussten vom Schlamm befreit werden, der sich auf der Fahrbahn abgesetzt hatte. Die Unterführung wurde ausgepumpt.

+++ 10.06 Uhr +++

Alle reden davon, aber was bedeutet eigentlich "Apokalypse"? dpa hat dazu ein Erklärstück geliefert – für alle, die heute mitreden wollen.

Die Angst vor dem Weltuntergang ist so alt wie die Menschheit selbst. Das Wort "Apokalypse" stammt aus dem Griechischen und bedeutet in seinem Ursprung "Enthüllung" oder "Offenbarung". Es dient aber auch als Bezeichnung für prophetische Schriften, die das Ende der Welt voraussagen. Altchristliche Apokalypsen aus dem 2. bis 7. Jahrhundert zum Beispiel thematisieren den Gegensatz von Himmel und Hölle, Gott und Teufel, den Kampf des Guten gegen das Böse. Sie schließen geistig und literarisch an die jüdischen Apokalypsen an.

Im Zentrum steht die Erwartung einer neuen Schöpfung nach dem Ende der bestehenden, von Grund auf verdorbenen Welt. Verbunden ist damit die Hoffnung auf ein neues irdisches Reich des Friedens und der Gerechtigkeit.

Ein beliebtes Motiv in der bildenden Kunst sind die vier "Apokalyptischen Reiter", die im Neuen Testament (in der Offenbarung des Johannes) erwähnt werden und als Sinnbilder für Krieg, Pest, Hungersnot und Tod stehen. Abgebildet sind sie unter anderem auf einem Holzschnitt von Albrecht Dürer aus dem Jahr 1498.

+++ 9.50 Uhr +++

Etwa 200 Ureinwohner Guatemalas haben gegen die offiziellen Feiern zum Ende eines Zyklus im Maya-Kalender protestiert, von denen sie sich ausgeschlossen fühlen. Das Maya-Volk habe nicht an dem für Freitag geplanten Ereignis teil, erklärte der Chef der Vereinigung der Indigenen Organisationen von Petén, José Cac. Es handele sich um eine "rassistische und diskriminierende Feier", von der die Maya ausgegrenzt würden.

Mit Protestschildern gegen die offizielle Zeremonie versuchten die Demonstranten, an den Ort der Feierlichkeiten vorzudringen, den berühmten Maya-Ruinen von Tikal im Norden des Landes. Diese waren bereits abgeriegelt, erwartet wurde zu dem Anlass auch Staatschef Otto Pérez. Cac erläuterte, dass die Demonstranten eine Opfergabe vor dem Haupttempel von Tikal darbringen wollten. Damit sollten der alte Zyklus verabschiedet und der neue begrüßt werden.

+++ 9.41 Uhr +++

Im Netz wird der Weltuntergang vor allem mit Humor aufgenommen. So schreibt @kungler bei Twitter:

"+++EIL+++ Berliner atmen auf: Weltuntergang verschiebt sich auf Oktober 2014. Es gibt Probleme mit dem Brandschutz."

+++ 9.40 Uhr +++

Die Computer laufen wieder, die Telefone sind auch wieder am Netz. War wohl nur eine durchgebrannte Sicherung. Allgemeines Aufatmen. Wir sind noch einmal knapp davongekommen.

+++ 9.20 Uhr +++

Im Newsroom der Berliner Morgenpost fällt kurzzeitig der Strom aus. Computerbildschirme werden schwarz, die Freesets verlieren die Netzverbindung. Doch ein Zeichen für den Weltuntergang?

+++ 9.15 Uhr +++

In Mexiko hat der erste Tag eines neuen Zeitzyklus der Maya begonnen. Auf den Plätzen der Maya-Dörfer in Südmexiko wie Cuncunul empfingen die Menschen den 21. Dezember als großen Tag, an dem eine lange Phase der Zeitrechnung von über 5000 Jahren zu Ende geht und eine neue Ära beginnt. Seit Jahrzehnten fieberten auch Apokalyptiker rund um den Globus diesem Freitag entgegen: Manche glaubten, dass etwas Außerordentliches – womöglich der Weltuntergang – bevor stehe. Weltweit gab es reichlich Rummel.

Vor den archäologischen Stätten Mexikos wie Chichén Itzá, die während der Nacht geschlossen blieben, hielten zahlreiche Menschen eine Nachtwache. Sie warteten darauf, die aufgehende Sonne der neuen Zeit zu begrüßen. In Ek Balam, wo die Maya-Pyramide der Unterwelt steht, versammelten sich rund 2000 Maya-Geistliche, um gemeinsam den Sonnenaufgang zu erleben.

In Mérida, der Hauptstadt des Bundesstaates Yucatán, wurde der Übergang ins nächste Zeitalter weniger bedächtig begangen. Auf den Straßen sowie in Bars, Restaurants und Hotels wurde heftig gefeiert.

Alle Nachrichten zum Weltuntergang in unserem Special.

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