21.12.12

YouTube-Botschaft

16-Jährige droht mit Amoklauf auf US-Schule

Knapp eine Woche nach dem Amoklauf von Newtown hat die Polizei im US-Bundesstaat Arizona eine Schülerin festgenommen. Sie soll einen tödlichen Angriff auf ihre Schule geplant haben.

Foto: REUTERS

Maricopa-Sheriff Joe Arpaio bei einer Pressekonferenz im August 2012
Maricopa-Sheriff Joe Arpaio bei einer Pressekonferenz im August 2012

Die Angst vor weiteren Amokläufen hält die USA in Atem. Ein 16-jähriges Mädchen wurde am Donnerstag (Ortszeit) zu Hause in Mesa festgenommen, einem Vorort der Landeshauptstadt Phoenix. Das teilte der Sheriff des Bezirks Maricopa mit. Der Grund: Die Jugendliche soll zuvor auf YouTube angekündigt haben, Menschen "schwer zu verletzen, ... zu töten, Leute in meiner Highschool zu ermorden".

In der Botschaft erklärte die 16-Jährige weiter, da sie an der Red Mountain Highschool als Lehrassistentin arbeite, werde niemand herausfinden, dass sie ihre Schule in die Luft sprengen wolle.

Laut dem Sheriff von Maricopa informierte der Betreiber des kanadischen YouTube-Kanals, auf dem die Jugendliche ihre Botschaft veröffentlichte, die Polizei von Toronto. Diese kontaktierte die US-Behörden, die wenige Stunden später die Verdächtige in ihrem Haus stellten. Diese gestand bei einem Verhör, Urheberin der Botschaft zu sein.

Mögliche Tragödie verhindert

Im Haus der Familie befanden sich den Angaben zufolge drei Gewehre des Vaters. Nach Angaben der Eltern wurde ihre Tochter bereits psychiatrisch behandelt. Nachdem sie kürzlich nach den Waffen des Vaters gefragt habe, habe der Vater diese mit zusätzlichen Schlössern gesichert. "Wir haben sehr viel Glück gehabt, dass wir hier eine mögliche weitere Tragödie verhindert haben", erklärte Sheriff Joe Arpaio.

Mehrere Schulen gingen aus Angst vor Nachahmungstaten des Amoklaufs von Newtown, aber auch unter Einfluss der derzeit florierenden Weltuntergangsszenarien vorzeitig in die Weihnachtsferien. So fiel in dem Bezirk Lapeer im Bundesstaat Michigan am Donnerstag und Freitag der Unterricht aus, nachdem Gerüchte über Anschlagspläne in der Region aufgekommen waren. Auch im Bezirk Genesee wurden die Schulen an den beiden Tagen geschlossen, betroffen waren rund 75.000 Schüler.

Am vergangenen Freitag waren an der Sandy-Hook-Grundschule in Newtown 20 Kinder und sechs Erwachsene erschossen worden. Der Täter, der zuvor zu Hause auch seine Mutter ermordet hatte, tötete sich anschließend selbst. Sein Motiv ist noch immer unklar.

Quelle: AFP/wos
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