20.12.12

Zugunglück

Güterzüge zermalmen Linienbus – keine Verletzten

Zwei Güterzüge haben in Düsseldorf einen Bus zwischen sich auseinandergerissen. Der Busfahrer konnte die Passagiere gerade noch retten.

Von Michael Stürzenhofecker und Helena Baers
Foto: dpa

Eine der entgleisten Loks raste die Böschung hinunter und zerstörte ein Gartenhaus völlig
Eine der entgleisten Loks raste die Böschung hinunter und zerstörte ein Gartenhaus völlig

Ein auseinandergerissener Bus, entgleiste Loks und Waggons mit Gefahrgut – aber keine Verletzten: Das ist die Bilanz eines Horrorunfalls in Düsseldorf. Der Bus war am Mittwochabend wegen eines technischen Defekts auf den Schienen stehen geblieben, wie die Polizei mitteilte. Zwei aus unterschiedlichen Richtungen kommende Züge seien dann fast zeitgleich in das Fahrzeug gerast.

Menschen wurden nicht verletzt, was vor allem an der schnellen Reaktion des Busfahrers lag. "Der Fahrer hat geistesgegenwärtig reagiert und alle drei Passagiere in Sicherheit gebracht", sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Die beiden Lokführer standen nach dem Unfall unter Schock und mussten ins Krankenhaus gebracht werden.

Der 51 Jahre alte Busfahrer ist nach Angaben der Rheinbahn seit vielen Jahren im Einsatz. Er sei ein "routinierter, erfahrener Mann", sagte ein Sprecher. Warum es zu dem technischen Defekt kam, wird nun ermittelt. Der Bus sei im Jahr 1997 gebaut worden und habe noch im August eine Hauptuntersuchung sowie im November eine Sicherheitsprobe bestanden.

Entgleiste Lok zerstört Gartenhaus

Bei den Güterzügen handelte es sich nach Angaben der Feuerwehr um Kesselwagen und Waggons mit Lastwagen-Anhängern und Containern. Beide Züge hatten Gefahrgut geladen, darunter Butangas und Propangas, hieß es von der Bundespolizei. Keiner der Stoffe sei ausgetreten, für die Bevölkerung habe keine Gefahr bestanden.

In der Nähe der Unfallstelle liegt eine Wohnsiedlung. Ein Zug wurde von zwei Lokomotiven gezogen. Zwei Loks entgleisten nach Angaben der Bundespolizei, eine von ihnen fuhr einen Hang hinab und zerstörte ein Gartenhaus. Die dritte Lok hing schief, konnte aber wieder auf die Gleise gezogen werden. Außerdem wurde die Oberleitung beschädigt.

Die Lage nach dem Zusammenstoß sei unübersichtlich gewesen, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte waren mit einem Großaufgebot im Einsatz. In der Nacht rückten Einsatzkräfte mit schwerem Gerät an. Bis zum Donnerstagmorgen konnte eine Lok geborgen werden. Sie konnte die Unfallstelle nach Angaben der Bundespolizei aus eigenem Antrieb über die Schienen verlassen. Die Bahnstrecke, die nur für den Güterverkehr vorgesehen ist, sollte mindestens bis Donnerstagnachmittag gesperrt bleiben. Die Höhe des Schadens war zunächst unklar.

Quelle: dapd
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