20.12.12

Frankreich

Polizei fasst 17-jährige Baby-Entführerin

Es ist wohl das Schlimmste, was einer Mutter passieren kann: Sie wacht auf, und ihr Neugeborenes ist weg. Eine junge Französin musste diesen Horror erleben. Eine 17-Jährige entführte das Baby.

Foto: AFP

Aus dieser Entbindungsklinik ist der drei Tage alte Lukas entführt worden. Nun konnte die Polizei die Entführerin festnehmen
Aus dieser Entbindungsklinik ist der drei Tage alte Lucas entführt worden. Nun konnte die Polizei die Entführerin festnehmen

Eine spektakuläre Baby-Entführung hat in Frankreich ein glückliches Ende genommen. Die Polizei konnte die erst 17 Jahre alte Täterin festnehmen und das Neugeborene zu seiner Mutter zurückbringen. Der erst drei Tage alte Lucas habe die rund eintägige Entführung offensichtlich gut überstanden, sagte der zuständige Ermittler Thomas Pison bei einer Pressekonferenz in Nancy. Er sei unverletzt.

Das Kind war am Dienstagabend aus einem Krankenhaus in Lothringen gekidnappt worden, während seine 24 Jahre alte Mutter neben ihm schlief. Die nach ersten Ermittlungen erst 17 Jahre alte Entführerin hatte sich bei der Bettnachbarin als Pflegerin ausgegeben und das Kind dann in einer Tragetasche aus der Entbindungsstation geschmuggelt. Sie wurde allerdings auf ihrer Flucht von Überwachungskameras gefilmt.

Entführungsalarm im ganzen Land

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft führten letztlich die Hinweise von drei Zeugen zu der Täterin und dem Baby. Sie hatten sich demnach über das plötzliche Kinderglück der zuvor offensichtlich nicht schwangeren 17-Jährigen gewundert. Gerüchte, dass unter ihnen auch der Vater der Kidnapperin war, bestätigten die Ermittler zunächst nicht. Neben der Täterin nahmen sie drei weitere Personen vorübergehend fest, die sich in ihrer Wohnung aufhielten.

Über das Motiv der jungen Frau gab es zunächst keine Angaben. Entführungen von Säuglingen und Kleinkindern aus Kliniken kommen auch in Deutschland immer wieder vor – meist enden sie glimpflich. Die Täter sind oft Frauen mit psychischen Problemen. Ihr häufigstes Motiv ist ein unerfüllter Kinderwunsch.

Die französischen Ermittler hatten wegen der Tat einen landesweiten "Entführungsalarm" ausgelöst und die Bevölkerung um Mithilfe bei der Suche nach dem Kind gebeten. An der deutsch-französischen Grenze gab es Sonderkontrollen. Nancy liegt nur rund 100 Kilometer südwestlich von Saarbrücken.

Quelle: dpa/cor
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