26.06.09

Todesursache

Die mysteriöse Rolle von Jacksons Leibarzt

Michael Jacksons Tod wirft viele Fragen auf. Eine davon ist das kurzzeitige Verschwinden seines Leibarztes. Der Herzspezialist soll dem Musiker einem Medienbericht zufolge vor dessen Tod ein starkes Schmerzmittel verabreicht haben. Die Polizei hatte zunächst vergeblich nach dem Arzt gesucht.

Zunächst war er spurlos verschwunden: Michael Jacksons Leibarzt, der Mann, der den Musiker zuletzt behandelt hatte. Er soll der Internetseite tmz.com zufolge in der Miet-Villa Michael Jacksons gelebt und ihm vor seinem Tod eine starke Dosis Morphium verabreicht haben. Das berichtete die Seite unter Hinweis auf nicht genannte Familienmitglieder.

Die Polizei von Los Angeles suchte einige Stunden vergeblich nach dem Mediziner. "Wir haben den Arzt bisher nicht befragen können", sagte eine Sprecherin der Polizei Los Angeles. Die Beamten schleppten schließlich seinen BMW vor Jacksons Haus ab. Es könne möglicherweise Arzneimittel oder andere Hinweise enthalten, die den Gerichtsmedizinern bei der Klärung der Todesursache helfen könnten. Die Polizei betonte, dass der Arzt nicht als Verdächtiger gelte. TMZ.com berichtete nun, dass der Arzt wieder aufgetaucht sei und bald mit der Polizei sprechen wolle.

Die Feuerwehr in Los Angeles veröffentlichte heute den Inhalt des Notrufs aus dem Haus von Michael Jackson. Demnach forderte am Donnerstag ein Unbekannter bei der Notrufnummer 911 Hilfe an. Der Anrufer berichtete, Jackson liege auf einem Bett, er atme nicht und reagiere nicht auf Wiederbelebungsbemühungen. Weiter erklärte der Unbekannte, nur Jacksons Leibarzt sei bei dem 50-jährigen Popstar. Jackson wurde anschließend in die Universitätsklinik von Los Angeles transportiert, wo sein Tod festgestellt wurde.

Medienberichten zufolge soll der Megastar morphiumsüchtig gewesen sein. Brian Oxman, einer der Anwälte der Jackson-Familie, schloss eine versehentlich eingenommene tödliche Dosis verschreibungspflichtiger Medikamente nicht aus. Die Angehörigen seien wegen des Morphiums beunruhigt gewesen. Zudem soll der Vater kürzlich versucht haben, den Sänger wegen seiner Tablettensucht in einer Entzugsklinik im kalifornischen Palmdale unterzubringen, hieß es. Oxman sagte zu dem Verdacht, der Tod könne durch Medikamente ausgelöst worden sein:

"Dies war etwas, was ich befürchtete und etwas, vor dem ich gewarnt habe." Der Sänger habe zuletzt Arzneien wegen früherer Verletzungen, darunter ein Rücken- und ein Beinbruch, eingenommen, während er für sein geplantes Comeback am 13. Juli in London probte. Bereits Ende Mai hatte es wegen einer Verschiebung der Comeback-Tournee Spekulationen um den Gesundheitszustand des Musikers gegeben.

Die genaue Ursache für den Tod von Pop-Legende Michael Jackson wird erst in einigen Wochen feststehen. Es werde sechs bis acht Wochen brauchen, bis die Ergebnisse der toxikologischen Tests im Rahmen der Autopsie bestätigt seien, sagte ein Sprecher der Gerichtsmedizin. Auch vorläufige Erkenntnisse über die Todesursache würden höchstwahrscheinlich nicht bekannt gegeben, sondern erst zusammen mit den Testergebnissen veröffentlicht

Der gerichtsmedizinische Sprecher wollte sich zu Gerüchten, der Superstar habe kurz vor seinem Zusammenbruch ein starkes Schmerzmittel genommen, nicht äußern. Auch dazu, was die behandelnden Ärzte bei ihren ersten Untersuchungen herausgefunden hatten, wollte er nichts sagen.

Die Abgeordneten des US-Repräsentantenhauses gedachten heute des verstorbenen "King of Pop". "Wir erheben uns, um einem Star Anerkennung zu zollen, der jetzt im Himmel ist", sagte die demokratische Abgeordnete Diane Watson aus Kalifornien. Sie würdigte Jackson als "Multitalent", das die ganze Welt mit seinen Liedern und seinem Tanzstil begeistert habe. Im Namen der Abgeordneten sprach sie der Familie, seinen Freunden und den Millionen von Fans das Beileid aus.

Er danke Gott dafür, dass er die "Ära" von Michael Jackson miterleben durfte, ergänzte der demokratische Abgeordnete Jesse Jackson junior. "Sein Herz hätte gar nicht größer sein können. Und gestern hat es aufgehört zu schlagen.

US-Präsident Barack Obama bezeichnete Jackson als eindrucksvollen Künstler und Musik-Ikone, dessen Leben auch traurige und tragische Aspekte gehabt habe. Wie Präsidentensprecher Robert Gibbs mitteilte, sprach Obama der Familie des Toten sowie dessen Fans sein Beileid aus.

Das Weiße Haus veröffentlichte nach dem überraschenden Tod Jacksons am Donnerstag keine Erklärung dazu. Bei der regulären Pressekonferenz des Weißen Hauses äußerte sich Gibbs am Freitag erst auf Fragen von Reportern nach Obamas Reaktion zum Tod von Jackson. Das Repräsentantenhaus legte während einer Debatte zum Klimaschutz eine Schweigeminute zum Gedenken an Jackson ein.

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Quelle: AP/dpa/str
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