19.12.12

Betrug

Angeblich kranker Lehrer unterrichtet in Schweiz

Jahrelang unterrichtet ein 61-jähriger Lehrer in der Schweiz, obwohl er in Deutschland wegen Depressionen als dienstunfähig gilt und Geld kassiert. Nun ist der Mann verurteilt worden.

Zu krank für den Lehrplan einer deutschen Schule, aber fit genug für den Unterricht in der Schweiz: Ein 61 Jahre alter Lehrer ist nun wegen Betrugs an seiner privaten Rentenversicherung vom Landgericht Limburg zu einer Bewährungsstrafe und einer Geldstrafe von 20.000 Euro verurteilt worden. Das Landgericht Limburg bestätigte den Richterspruch aus erster Instanz.

Schon das Amtsgericht Wetzlar hatte den Mann aus Gießen Ende 2011 zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt. Die Richter sahen drei Fälle von versuchtem und einen von vollendetem Betrug als erwiesen an, wie der Limburger Gerichtssprecher mitteilte.

Wegen Depressionen dienstunfähig

Der Angeklagte war 1998 wegen Depressionen für dienstunfähig erklärt und aus dem Schuldienst entlassen worden. Trotzdem übernahm der Berufsschullehrer 2001 eine Stelle an einer privaten Wirtschaftsschule in der Schweiz bei der er mehr als 12.000 Franken (ca. 9900 Euro) brutto verdiente.

Zusätzlich bezog der 61-Jährige nach Informationen der "Bild"-Zeitung bis 2004 zwischen 356 Euro und 2000 Euro Pension aus Deutschland - so lange, bis das Land Hessen von seinem lukrativen Schweizer Job erfuhr. Er sollte wieder in den deutschen Schuldienst, doch der Lehrer legte Widerspruch ein. In seinem Widerspruch schilderte er, wie gut für ihn die Arbeitsbedingungen in der Schweiz und wie schlecht in Deutschland seien.

Drei Betrugsversuche

An diesen Angaben hielt er in einem Verfahren vor dem Verwaltungsgericht und einem weiteren vor dem Verwaltungsgerichtshof fest: Diese Darstellung wertete das Gericht nun als drei Betrugsversuche. Zum vollendeten Betrug kam es, weil der Mann drei Jahre lang – zwischen 2003 und 2006 – eine Berufsunfähigkeitsrente von einer Versicherung eintrieb. Nach dem Betrugsurteil fordert die Versicherung nun 90.000 Euro zurück.

Der Mann wurde mittlerweile von seiner Schweizer Schule gefeuert. Aber verarmen wird er deshalb trotzdem nicht, denn er bekommt stolze 4000 Euro Arbeitslosen im Monat - diesmal aus der Schweiz.

Quelle: dpa/mh
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